Câlnic (Alba)

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Câlnic
Kelling
Kelnek
Câlnic (Alba) führt kein Wappen
Câlnic (Alba) (Rumänien)
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Basisdaten
Staat: Rumänien
Historische Region: Siebenbürgen
Kreis: Alba
Koordinaten: 45° 53′ N, 23° 39′ O45.887523.658333333333344Koordinaten: 45° 53′ 15″ N, 23° 39′ 30″ O
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Höhe: 344 m
Fläche: 43,99 km²
Einwohner: 1.681 (20. Oktober 2011[1])
Bevölkerungsdichte: 38 Einwohner je km²
Postleitzahl: 517205
Telefonvorwahl: (+40) 02 58
Kfz-Kennzeichen: AB
Struktur und Verwaltung (Stand: 2012)
Gemeindeart: Gemeinde
Gliederung: Câlnic, Deal
Bürgermeister: Ioan Oancea (PD-L)
Postanschrift: Str. Principală, nr. 20
loc. Câlnic, jud. Alba, RO–517205
Webpräsenz:

Câlnic (deutsch Kelling, ungarisch Kelnek) ist eine Gemeinde im Kreis Alba in Siebenbürgen, Rumänien.

Lage[Bearbeiten]

Lage von Câlnic im Kreis Alba
Kelling in der Josephinischen Landaufnahme von 1767–1773

Das Dorf Câlnic liegt im Siebenbürgischen Unterwald, 3 Kilometer von der Europastraße E68 (zwischen Sebeș und Sibiu) und vom Fluss Secaș (dt. Zekesch) entfernt. Sebeș – die nächste größere Stadt – liegt ca. 15 Kilometer und die Kreishauptstadt Alba Iulia 32 Kilometer nordwestlich von Câlnic entfernt.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort war ursprünglich von Siebenbürger Sachsen bewohnt. Er wurde erstmals 1269 erwähnt im Zusammenhang mit der Namensnennung des Grafen Chyl de Kelling, welcher den rechteckigen (ca. 9 x 13 m), mit ca. 1 Meter dicken Mauern und 27 Meter hohen Turm, für seine Unterkunft erbauen ließ. Dieser vom Volksmund so genannte Siegfried wurde um 1430 von Johann Gereb de Vingard an die Dorfgemeinschaft der Siebenbürger Sachsen verkauft, damit diese eine Möglichkeit hatten, sich gegen die Mongolen und Türkenüberfälle zu wehren.[2] Im 15. Jahrhundert wurde dieser Turm durch zwei Ringmauern mit Wehrgängen und Schießscharten zur Burg ausgebaut.[3]

Am 30.–31. Mai 2009 feierte die Ortschaft 740 Jahre Kelling.[4]

Bevölkerung[Bearbeiten]

1850 lebten auf dem Gebiet der heutigen Ortschaft 1121 Einwohner. 442 waren Rumänen, 481 Deutsche und 198 Roma. 1930 war die Anzahl der Deutschen und Rumänen auf etwa das Doppelte gestiegen. Gleichzeitig wurden auch vier Ungarn und 82 Roma registriert. 1992 wurden von der Deutschen Bevölkerung noch 48 Personen, 901 Rumänen, 4 Ungarn und 255 Roma registriert. Bei der Volkszählung 2002 lebten in Câlnic 1328 Personen, darunter 1313 Rumänen, sieben Deutsche, fünf Ungarn und 409 Roma.

Im eingemeindetem Dorf Deal wohnten seit den Volkszählungen 1850 nahezu ausschließlich Rumänen (855 im Jahr 1850, 1086 im Jahr 1900). 2002 war die Bevölkerungszahl auf 425 zurückgegangen.[5]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Eine Besonderheit des Ortes ist die im 13. Jahrhundert gebaute Grafenburg, die seit 1993 zum Weltkulturerbe gehört.[6] Der sogenannte Siegfried ist mit den längeren Seiten in Richtung Nordwest und Südost aufgebaut. Der ursprüngliche Aufstieg zu den oberen Etagen des Turms, war möglich über eine in dessen Inneren an der Mauer angebrachten Treppe. Heute ist der Turm über eine im 20. Jahrhundert von außen angebrachte Treppe bis zur ersten Etage zugänglich. Der Kellerraum des Turms wird über einen Luftschacht auf der Südseite durchlüftet.
    Ab dem 15. Jahrhundert wurden an der Wehrburg von Kelling nach und nach verschiedene Umbauten vorgenommen. Die teils doppelte Ringmauer hat einen ovalen Umriss mit einem maximalen Durchmesser von etwa 50 Meter in nordöstlich-südwestlicher Richtung. Die 7 Meter hohen Wehrmauern wurden später nochmals um 3,5 Meter erhöht. Der Wehrturm auf der Südostseite hat eine Höhe von 15 Metern und wurde auch der „Speckturm“ genannt. In dem 24 Meter hohen Eingangsturm sind vier Glocken untergebracht. Seitlich dieses Turms befinden sich die etwas breiteren Wehrgänge, wo sich auf der Nordseite die noch am besten erhaltenen Räume befinden.
    In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde die ca. 70 Meter durchmessende ovale und 3 Meter hohe Burgmauer auf dem zugeschütteten Burggraben errichtet.
    Auf dem Gelände der Wehrburg befindet sich auch eine Burgkapelle in Form einer Saalkirche im spätgotischen Baustil, ausgestattet mit einer Carl-Hesse-Orgel von 1867.[4] An der Empore der Kapelle ist das Jahr 1733 aufgezeichnet.[2]
  • Die Evangelisch-Lutherische Kirche, erbaut im 15. Jahrhundert und umgeben vom Friedhof, wurde im 19. Jahrhundert in neugotischem Stil umgebaut, steht unter Denkmalschutz.[6]
  • Das ehemalige evangelische Pfarrhaus wurde im 16. Jahrhundert erbaut und 1779 erweitert, steht unter Denkmalschutz.[6]

Bilder[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Acker: Heimatbuch Kelling. Geschichte einer sächsischen Gemeinde im siebenbürgischen Unterwald. Selbstverlag, Wolfhagen 1986 (erschienen 1987), ISBN 3-922942-05-9.
  • Nicolae-Marcel Simina: Cetatea din Câlnic (jud. Alba). (Consideratii pe marginea cercetarii arheologice). (= Arheologia medievala. Bd. 3 (2000), S. 95–116.) ISSN 1224-8304.
  • Marius Porumb, Ciprian Firea: Cetatea Câlnic. = Die Burg Kelling. = Câlnic Fortress. = La Fortresse de Câlnic. Editura Academiei Române, Bukarest 2007, ISBN 978-973-27-1521-5.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Volkszählung 2011 in Rumänien (MS Excel; 1,3 MB)
  2. a b Ansamblul "Cetate" (Burgviertel) In: Historische Denkmäler Rumäniens (rumänisch)
  3. Heinz Heltmann, Gustav Servatius (Hrsg.): Reisehandbuch Siebenbürgen. Kraft-Verlag, Würzburg 1993, ISBN 3-8083-2019-2.
  4. a b 740 Jahre Kelling groß gefeiert In: Siebenbürgische Zeitung, 27. Juni 2009
  5. Volkszählung, letzte Aktualisierung 30. Oktober 2008, S. 66. (ungarisch; PDF; 1,2 MB)
  6. a b c Liste historischer Denkmäler des rumänischen Kulturministeriums, 2010 aktualisiert, abgerufen am 30. August 2012 (PDF; 7,10 MB)

Weblinks und Quellen[Bearbeiten]

 Commons: Câlnic – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien