Cäcilie Wasa

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Cäcilie Wasa (* 6. November 1540; † 27. Januar 1627 in Brüssel) war Prinzessin von Schweden und Markgräfin von Baden-Rodemachern. Sie war eine Tochter von Gustav I. Wasa, König von Schweden, und Margareta Eriksdotter Leijonhufvud.

Wasa zugeschriebenes Gemälde

Leben[Bearbeiten]

Cäcilie war erst 11 Jahre alt, als ihre Mutter verstarb. In der Familie Wasa gab es latente Spannungen, da der älteste Sohn von Gustav Wasa, Erik, sich gegenüber seinem jüngeren Stiefbruder, Johann, benachteiligt fühlte. Der leichtlebige Erik fühlte sich von seinem Vater unterdrückt und legte es darauf an ihn zu kränken.

Cäcilie war die schönste der Töchter Gustavs I. und machte 1559 im sogenannten „Vadstenalärm“ auf sich aufmerksam, als sie von Beauftragten ihres ältesten Bruders Erik unter kompromittierenden Umständen mit dem Grafen Johann von Ostfriesland überrascht wurde, just als der Bruder des Liebhabers Katharina, die älteste Tochter des Königs geheiratet und mit dem Hochzeitsgefolge Weihnachten 1559 im Schloss Vadstena übernachtete.[1] Erik kümmerte sich nicht um Ruf und Ehre seiner Stiefschwester und der Familie, sondern machte die Affaire offiziell bekannt um seinen Vater zu kränken.

Cäcilie Wasa von Schweden um 1560

Trotz des Aufsehens, das diese Affäre in der adeligen Welt Europas erregte, warben weiterhin auch Mitglieder des Hochadels um Cäcilia. Die 1561 erfolgte Verlobung mit dem polnischen Gesandten, Graf Johann von Tenczin, wurde auf Intervention des polnischen Königs wieder gelöst und 1564 starb Tenczin. Im gleichen Jahr heiratete Cäcilie Markgraf Christoph II. von Baden-Rodemachern, der als Oberst in der schwedischen Armee diente.[2]

Cäcilie und Christoph gerieten alsbald nach ihrer Hochzeit in den Verdacht mit dem auf Schloss Gripsholm inhaftierten Herzog Johann, dem Halbbruder von König Erik, zu konspirieren, da sich Cäcilie für dessen Freilassung einsetzte. Das junge Paar musste Schweden verlassen und hielt sich etwa ein Jahr in London auf,[3] wo Cäcilie den Stammhalter Eduard Fortunat zur Welt brachte – Königin Elisabeth I. wurde Taufpatin.

Im Schuldturm[Bearbeiten]

Da sich Cäcilie durch ihre Verschwendungssucht soweit in Schulden verstrickte, dass sie und Christoph – der sie 1566 aus London ihren Gläubigern entführen wollte – zeitweise in Schuldhaft genommen wurden, bedurfte es der Intervention der englischen Königin und der Bürgschaft deutscher Kaufleute um wieder freizukommen.[4]

Wieder in Schweden[Bearbeiten]

Nachdem 1568 der niederländische Unabhängigkeitskampf begonnen hatte und auch die luxemburgischen Besitzungen des Hauses Baden (Baden-Rodemachern) unter den spanischen Truppen des Herzog von Alba litten, kehrten Cäcilie und Christoph im Sommer 1571 wieder nach Schweden zurück.[5] Christoph reiste Anfang des Jahres 1572 alleine wieder nach Deutschland zurück um sich der Regierung seiner Markgrafschaft zu widmen und traf Cäcilie bis zu seinem Tod 1575 nicht mehr. Cäcilie setzte den Kampf um ihre Mitgift fort[6] und machte sich auch bei ihrem Bruder Johann, der nun schwedischer König war, unbeliebt.

Markgrafschaft Baden-Baden – mit den Herrschaften Rodemachern, Useldingen und Hespringen, die 1556–1666 die Markgrafschaft Baden-Rodemachern bildeten

Als Gräfin von Arboga[7] soll Cäcilia auch eine Piratenflotte unterhalten haben.

Die Konvertitin[Bearbeiten]

Nach dem Tod ihres Gatten, Christoph II. von Baden-Rodemachern im Jahr 1575 trat sie zum katholischen Glauben über. Die Konversion wird einerseits dem Einfluss ihrer Schwägerin Katharina Jagiellonica, der Ehefrau ihres Bruders Johann zugeschrieben. Andererseits wird vermutet, dass sie damit die teilweise von katholischen, spanischen Truppen besetzten Gebiete in Lothringen für ihre Kinder retten wollte.

Cäcilie akzeptierte die im Testament Christophs verfügte Vormundschaft des Markgrafen Karl II. von Baden-Durlach und des Bischofs Marquard von Speyer nicht und versuchte selbst oder über ihren Bruder an die Herrschaft in Rodemachern zu kommen. Auch die Konversion zum Katholizismus hat wohl die politische Nebenabsicht verfolgt, gegen die protestantische Verwandtschaft des Hauses Baden-Durlach Unterstützung zu gewinnen.

Diese Politik war auch bei ihrem Sohn Eduard Fortunat erkennbar und führte bei ihrem Enkel Wilhelm 1622 zum Erfolg.

Cäcilies Religionswechsel begründete den tiefen Zwist zwischen den Linien des Hauses Baden.

Ehe und Nachkommen[Bearbeiten]

Cäcilie Wasa heiratete am 11. November 1564 den Markgrafen Christoph II. von Baden-Rodemachern (1537–1575) und hatte mit ihm sechs Kinder:

  • Eduard Fortunat (* 17. September 1565; † 18. Juni 1600)
  • Christoph Gustav (* 13. August 1566; † 18. Januar 1609)
  • Philipp (* 15. August 1567; † 6. November 1620)
  • Karl (* 7. März 1569; † 1590)
  • Bernhard (* Dezember 1570; † Februar 1571)
  • Johann Karl (* 1572; † 29. Januar 1599), er war Malteser

Cäcilie soll 1579 aus einer unehelichen Beziehung mit dem spanischen Diplomaten Francisco de Eraso eine Tochter, Caritas, gehabt haben.[8]

Literatur[Bearbeiten]

Historischer Roman
  • L. Gräfin von Robiano: Gustav Wasa. 2. Band, Jena 1868, S. 289–305 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Cäcilia von Baden-Rodemachern, geb. Wasa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Cäcilia auf Women in Power (englisch)
  • Cäcilia auf The Ambassadors of St. Peter Guilde (englisch)

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. J. W. von Archenholtz: Geschichte Gustavs Wasa, Königs von Schweden. 2. Band. Tübingen 1801, S. 279–282
  2. Brunner, S. 20
  3. Das Paar war von Scheden über Livland und Estland zunächst nach Rodemachern gereist, wo Christoph seine Residenz einrichtete. Cäcilie fand das provinzielle Rodemachern nicht berauschend und so reiste man zusammen bereits 1565 nach London. Christoph kehrte Ende 1565 nach Rodemachern zurück, während die schwangere Cäcilie mit finanzieller Unterstützung der Königin noch in London blieb.
  4. Friedrich Bülau (Hrsg.): Geheime Geschichten und räthselhafte Menschen. 11. Band, Leipzig 1864, S. 145
  5. Brunner, S. 22
  6. Die Mitgift von 100.000 wurde ausbezahlt nach Sachs, S. 277, was Brunner bestreitet, S. 20.
  7. arboga.se
  8. siehe Cäcilia auf The Ambassadors of St. Peter Guilde (englisch)