Célia Šašić

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Célia Šašić

Célia Šašić (2012)

Informationen über die Spielerin
Geburtstag 27. Juni 1988
Geburtsort BonnDeutschland
Größe 174 cm
Position Mittelfeld, Angriff
Vereine in der Jugend
1993–2000
2000–2001
2002–2003
2003–2004
TuS Germania Hersel
SC Widdig
TuS Pützchen 05
FC St. Augustin
Vereine als Aktive
Jahre Verein Spiele (Tore)1
2004–2013
2013–
SC 07 Bad Neuenahr
1. FFC Frankfurt
136 (97)
15 (17)
Nationalmannschaft2
2004
2004–2005
2006
2005–
Deutschland U-17
Deutschland U-19
Deutschland U-20
Deutschland
13 (15)
12 (11)
4 0(2)
94 (50)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Stand: 29. März 2014
2 Stand: 10. April 2014

Célia Šašić (* 27. Juni 1988 in Bonn als Célia Okoyino da Mbabi) ist eine deutsche Fußballspielerin. Die Mittelfeldspielerin spielt seit 2013 für den 1. FFC Frankfurt und seit 2005 in der deutschen Nationalmannschaft.

Karriere[Bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten]

Ihre Karriere begann Célia Šašić im Alter von fünf Jahren beim TuS Germania Hersel. Ihr älterer Bruder hatte sie damals mit zum Training genommen. Über die Stationen SC Widdig, TuS Pützchen 05 und FC St. Augustin kam sie 2004 zum SC 07 Bad Neuenahr, wo sie auf Anhieb Stammspielerin wurde. Am 18. März 2007 erlitt sie beim Auswärtsspiel bei Bayern München einen Schienbeinbruch. Zu diesem Zeitpunkt führte sie die Torjägerliste der Bundesliga an. 2013 verließ sie Bad Neuenahr, nachdem der Verein Insolvenz anmelden musste, und wechselte zum 1. FFC Frankfurt.[1]

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Das Talent von Šašić fiel den Spähern des DFB auf. Anfang 2004 nahm die Spielerin, die französische Staatsbürgerin war, die deutsche Staatsbürgerschaft an. In der U-17-Nationalmannschaft erzielte sie in 13 Einsätzen 15 Tore. Am 2. Juli 2004 erzielte sie beim 7:0-Sieg gegen Island fünf Tore. Ihr größter Erfolg als Juniorennationalspielerin war der Sieg bei der U-19-Weltmeisterschaft 2004 in Thailand. Ein Jahr später erreichte sie bei der U-19-Europameisterschaft das Halbfinale.

Am 28. Januar 2005 gab Šašić im chinesischen Quanzhou als bis dato zweitjüngste Spielerin ihr Debüt in der A-Nationalmannschaft. Im Spiel gegen Australien wurde sie für Navina Omilade eingewechselt. Ihr erstes Tor erzielte sie am 4. September 2006 bei einem Freundschaftsspiel gegen Kanada. Bis dato ist sie die viertjüngste Torschützin der Nationalmannschaft. Mit der Nationalmannschaft gewann sie im Frühjahr 2006 den Algarve-Cup, wobei sie in allen Spielen eingewechselt wurde und im Finale gegen die USA im Elfmeterschießen einen Elfmeter verwandeln konnte.

Da sie sich im März 2007 im Bundesligaspiel beim FC Bayern München einen Schienbeinbruch zuzog, konnte sie nicht an der WM 2007 teilnehmen.[2][3]

Im August 2008 gewann sie die Bronze-Medaille bei den Olympischen Spielen und im folgenden Jahr die Fußball-Europameisterschaft der Frauen 2009 in Finnland.

Bei der WM 2011 in Deutschland gehörte sie zum Mannschaftskader und erzielte im Eröffnungsspiel beim 2:1-Sieg gegen Kanada vor fast 74.000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion das vorentscheidende 2:0.

Im März 2012 war sie beim Algarve-Cup mit sechs Treffern die erfolgreichste Torschützin des Turniers. Im abschließenden Gruppenspiel gegen den FIFA-Weltranglisten-Fünften Schweden erzielte sie drei Tore (Endstand 4:0). Mit weiteren drei Toren im Finale in Faro gegen Weltmeister Japan (4:3) hatte sie maßgeblichen Anteil am Titelgewinn ihrer Mannschaft. Mit diesen drei Toren ist sie die erste deutsche Spielerin, der drei Tore in einem Spiel gegen eine Mannschaft der Top-3 der FIFA-Weltrangliste gelangen. Im EM-Qualifikationsspiel gegen Spanien am 31. März konnte sie viermal erfolgreich abschließen und ist somit die erste deutsche Spielerin, die in drei aufeinander folgenden Spielen jeweils mindestens drei Tore erzielte. Diesen Rekord konnte sie durch vier weitere Treffer im EM-Qualifikationsspiel gegen die Schweiz am 5. April noch ausbauen. Im August wurde sie mit deutlichem Vorsprung zu Deutschlands Fußballerin des Jahres gewählt. Sie erhielt die Auszeichnung am 19. September 2012 vor dem EM-Qualifikationsspiel gegen die Türkei.[4]

Bei der vom 10. bis 28. Juli 2013 ausgetragenen Europameisterschaft in Schweden bestritt sie alle Turnierspiele. Ihre beiden Turniertore erzielte sie am 14. Juli im zweiten Gruppenspiel beim 3:0-Sieg gegen die Auswahl Islands mit dem Treffer zum zwischenzeitlichen 2:0 in der 55. Minute und dem Treffer zum Endstand in der 84. Minute. Mit dem 1:0 gewonnenen Finale gegen die Auswahl Norwegens wurde sie mit der Mannschaft Europameisterin.

Erfolge[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Privates[Bearbeiten]

Šašić bei der WM 2011

Célia Šašić ist die Tochter eines Kameruners und einer Französin. Sie hat einen älteren Bruder, Nicolas, sowie eine jüngere Schwester, Laurence. Mit 18 Jahren entschied sie sich für die deutsche Staatsangehörigkeit mit der Begründung, sie sei in Deutschland geboren und aufgewachsen. Der Teil „da Mbabi“ ihres Geburtsnamens bedeutet soviel wie „(Tochter) von Mbabi“, der Name ihres Vaters lautet Elias Mbabi da Yombi. Der Namensteil Okoyino stammt von ihrer Großmutter väterlicherseits.[6] Wegen des langen Familiennamens war Célia Okoyino da Mbabi die einzige Spielerin der Bundesliga, die aus Platzgründen nur ihren Vornamen auf dem Vereinstrikot trug. Auf dem Trikot der Nationalmannschaft hingegen war ihr vollständiger Nachname zu lesen.[7]

Im Frühjahr 2007 bestand Šašić ihr Abitur am Friedrich-Ebert-Gymnasium in Bonn. Ihre Hauptfächer waren Sport und Französisch.[8] Am 1. August 2007 begann sie eine Ausbildung als Kauffrau für Marketing-Kommunikation. Sie studierte Kulturwissenschaft an der Universität Koblenz-Landau.

In dem kurz vor der Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2011 ausgestrahlten Tatort: Im Abseits hatte sie einen Cameo-Auftritt.[9]

Seit dem 1. August 2013 ist sie mit dem kroatischen Amateur-Fußballer Marko Šašić verheiratet, dem Sohn des Fußballtrainers Milan Šašić.[10][11]

Soziales Engagement[Bearbeiten]

Seit Oktober 2010 ist Šašić zusammen mit den Nationalspielern Cacau und Serdar Taşçı sowie der Schiedsrichterin Sinem Turac als DFB-Integrationsbotschafterin tätig. Außerdem unterstützt sie auch die Theo-Zwanziger-Stiftung, die sich der Förderung des Sports, insbesondere der Förderung des Mädchen- und Frauenfußballs verschrieben hat.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Célia Okoyino da Mbabi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nationalstürmerin Celia Okoyino da Mbabi wechselt mit großen Ambitionen zum 1. FFC Frankfurt und unterschreibt einen Dreijahresvertrag. Mitteilung auf der Homepage des 1. FFC Frankfurt, 28. Juni 2013. Abgerufen am 28. Juni 2013.
  2. dfb.de: Lange Pause für Celia Okoyino da Mbabi
  3. dfb.de: Célia Okoyino da Mbabi fällt für die Weltmeisterschaft aus
  4. dfb.de: EM-Qualifikation: Zum Abschluss zweistellig gegen Türkei
  5. Angerer die Beste der Besten. News auf uefa.com vom 30. Juli 2013.
  6. Frauenfußballmagazin Nr. 21, Seite 29
  7. Die Integrationsbeauftragte im Mittelfeld auf focus.de, abgerufen am 21. Juni 2011
  8. kicker.de: Lingors Erbin
  9. Célia Okoyino da Mbabi und Filiz Koc im Tatort Quelle: Framba.de - Frauenfußball (19. Juni 2011)
  10. Berliner Zeitung: Celia Okoyino da Mbabi und Marko Sasic sind ein Paar. Sohn des Duisburg-Trainers fiebert heute in Berlin mit: Die schönste WM-Liebe, abgerufen am 27. Mai 2012
  11. Blick Aktuell: Europameisterin Célia Sasic geehrt, abgerufen am 5. August 2013
Vorgänger Amt Nachfolger

Fatmire Bajramaj
Deutsche Fußballerin des Jahres
2012

Martina Müller