César François Cassini de Thury

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César François Cassini de Thury

César François Cassini de Thury (* 17. Juni 1714 in Thury-sous-Clermont; † 4. September 1784 in Paris; auch Cassini III. genannt) war ein französischer Geodät und Astronom.

Leben[Bearbeiten]

Er war Sohn von Jacques Cassini und Enkel von Giovanni Domenico Cassini, weshalb er auch als Cassini III. bezeichnet wird. César assistierte seinem Vater 1733 und 1734 bei der Vermessung Nordfrankreichs, bei der die damals umstrittene Frage geklärt werden sollte, ob die Erde an den Polen oder am Äquator abgeplattet sei.

Die Cassinis vertraten die fälschliche Ansicht, dass der Polradius größer sei als der Erdradius am Äquator, eine Ansicht, die von Isaac Newton und anderen Wissenschaftlern wie Maupertuis heftig bestritten wurde. Die Cassinischen Daten, die sie bei der Landesvermessung gewannen, schienen zwar eine Abplattung am Äquator zu unterstützen, jedoch wurde nachgewiesen, dass durch die damaligen Ungenauigkeiten der Messungen weder die eine noch die andere Theorie bewiesen werden konnte. Um den Sachverhalt zu klären wurden Expeditionen nach Peru (Bouger, La Condamine, Godin) und Lappland (Maupertuis) geschickt. Während Jacques Cassini zeit seines Lebens von seiner Ansicht nicht abrückte, wechselte César Cassini später zur korrekten Ansicht Newtons.

In den Jahren 1739 und 1740 führte er weitere, sehr genaue Vermessungen des Landes durch und veröffentlichte seine Ergebnisse 1744, nun überzeugt von der Abplattung der Erde an den Polen. Diese Vermessungen waren die Grundlage für die erste vollständige Kartografierung Frankreichs in 18 Blättern im Maßstab 1:870 000, die in den Jahren 1746 und 1747 erschienen.

Aus militärischen Gründen beauftragte König Louis XV. Cassini, Frankreich wesentlich genauer, im Maßstab 1:86 400 zu kartografieren. Die Dauer dieses Projekts wurde auf 20 Jahre veranschlagt, aber schon nach sechs Jahren wurde die staatliche Finanzierung gestoppt, so dass Cassini nur mit privaten Mitteln und mit Unterstützung der französischen Provinzen weiter arbeiten konnte.

Aufgrund dieser Schwierigkeiten zog sich die Vermessung und die Herstellung der Karten weiter hin, so dass er die Vollendung seines Lebenswerks nicht mehr erleben konnte. Sein Sohn Dominique Cassini führte die Herstellung der Carte de Cassini zu Ende. 1761 wurde Cassini zum Ehrenmitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften ernannt. Die Akademie beauftragte Cassini 1761/1762 mit der Erstellung mehrerer Basislinien im Münchner Bereich um die Landesvermessung Bayerns auf den Weg zu bringen.

Wie sein Vater und sein Großvater war Cassini III. ab 1771 Direktor der Pariser Sternwarte, er konnte jedoch der Astronomie keine neuen Impulse geben.

Der Asteroid (24103) Dethury wurde nach ihm benannt.

Weblinks[Bearbeiten]