César Klein

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

César Klein (* 14. September 1876 in Hamburg; † 13. März 1954 in Pansdorf (Kreis Ostholstein)) war ein deutscher Maler, Grafiker und Bühnenbildner.

Leben[Bearbeiten]

Nach einer Malerlehre besuchte César Klein ab 1894 die Hamburger Kunstgewerbeschule, dann die Düsseldorfer Akademie und die Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin. Zunächst war er vom Impressionismus beeinflusst und wandte sich dann dem Expressionismus zu. Klein war 1910 Mitbegründer der Neuen Secession in Berlin. Bei der Ausmalung des Marmorhaus-Kinos in Berlin verwendete er 1913 erstmals eine expressionistische Formgebung im Kunstgewerbe. 1918 gehörte er zu den Mitbegründern der Novembergruppe, 1919 wurde er in den Vorstand des Deutschen Werkbundes gewählt. Von 1919 bis 1937 lehrte er an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin.

In den frühen 1920er Jahren schuf er expressionistische Filmszenografien für Genuine (1920) und Der Puppenmacher von Niang-King (1923) von Robert Wiene und in Österreich für Sodom und Gomorrha von Mihály Kertész.

Nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten wurde Klein von seiner Lehrtätigkeit beurlaubt und erhielt Malverbot; 1937 wurden seine Werke auf der NS-Ausstellung „Entartete Kunst“ diffamiert und 13 seiner Werke wurden konfisziert.[1] 1935 bis 1945 lebte er zurückgezogen auf dem Land.[2]

Nach ihm wurde eine Straße in der in den 1960er und 1970er Jahren gebauten Hamburger Neubausiedlung Steilshoop benannt.

Die César-Klein-Schule, Gemeinschaftsschule der Gemeinde Ratekau mit gymnasialer Oberstufe in Ratekau, wurde nach ihm benannt.

Werke[Bearbeiten]

Filme[Bearbeiten]

  • 1920: Genuine
  • 1921: Hannerl und ihre Liebhaber
  • 1923: Der Puppenmacher von Kiang-Ning

Nachwirkung[Bearbeiten]

Das Ostholstein-Museum in Eutin zeigt 2014 Werke Kleins in der Ausstellung „César Klein – Leben und Kunst“. [3]

Literatur[Bearbeiten]

  • Rolf Badenhausen: Klein, Cesar. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 11, Duncker & Humblot, Berlin 1977, ISBN 3-428-00192-3, S. 734 (Digitalisat).
  • Ruth Irmgard Dalinghaus, Cesar Klein (1876–1954), Angewandte Kunst – Werkmonographie mit Katalog, Bd. 1–3, Phil.-Diss. Berlin 1990
  • Ruth Irmgard Dalinghaus, Cesar Klein, Angewandte Kunst, in: Jahrbuch des Museums für Kunst und Gewerbe Hamburg, Bd. 17/18/19, 1998–2000, S. 177–198
  • Uwe Haupenthal (Hrsg.): Cesar Klein 1876-1954. Metamorphosen. Verlag der Kunst, Husum 2004, ISBN 978-3-86530-063-8
  • Wulf Schadendorf: Museum Behnhaus. Das Haus und seine Räume. Malerei, Skulptur, Kunsthandwerk (= Lübecker Museumskataloge 3). 2. erweiterte und veränderte Auflage. Museum für Kunst u. Kulturgeschichte d. Hansestadt, Lübeck 1976, S. 75/76
  • Kay Weniger: Zwischen Bühne und Baracke. Lexikon der verfolgten Theater-, Film- und Musikkünstler 1933 bis 1945. Metropol, Berlin 2008, ISBN 978-3-938690-10-9, S. 206f

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. S. Fischer, Frankfurt am Main 2007, S. 310.
  2. Siemensstadt-Bio
  3. Einer, der die Zeit aufnahm. In: die tageszeitung, Ausgabe Nord vom 8./9. März 2014, S. 46