Călin Popescu-Tăriceanu

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Călin Popescu-Tăriceanu bei einer Regierungssitzung

Călin Popescu-Tăriceanu [kəˈlin poˈpesku təriˈtʃe̯aːnu] (* 14. Januar 1952 in Bukarest) ist ein rumänischer Politiker. Er war vom 28. Dezember 2004 bis zum 22. Dezember 2008 Ministerpräsident und damit Regierungschef Rumäniens (siehe Kabinett Tăriceanu II). Er gehört der liberalen Nationalliberalen Partei (PNL) an und war von 2004 bis 2009 ihr Vorsitzender.

1976 absolvierte Popescu-Tăriceanu eine Ausbildung zum hydrotechnischen Ingenieur, 1981 erwarb er einen Magistertitel in Mathematik und Informatik. Seit 1990 ist er als Liberaler politisch aktiv. Mitte der 1990er-Jahre war er Mitglied der Partidul Liberal 1993 (mit Dinu Patriciu etc.), dann wieder der PNL. Von 1996 bis 1997 gehörte er als Industrie- und Handelsminister dem Kabinett des PNȚ-CD-Politikers Victor Ciorbea an.

Ende 2004 bildete Popescu-Tăriceanu eine Koalition aus seiner Partei, der Demokratischen Union der Ungarn in Rumänien und der Demokratischen Partei (PD). Bereits wenige Monate später überwarf er sich mit dem Staatspräsidenten Traian Băsescu. Dieser Streit führte im April 2007 zum Ausscheiden der PD aus der Regierung. Popescu-Tăriceanu bildete daraufhin eine Minderheitsregierung aus PNL und Ungarnunion, die zeitweise von der bisher oppositionellen Sozialdemokratischen Partei toleriert wurde. Am 19. Mai 2007 gelang es ihm bei einer Volksabstimmung nicht, Băsescu seines Amtes zu entheben. Im Gegenzug scheiterten die PD am 11. Juni 2007 und die Sozialdemokratische Partei am 3. Oktober 2007 mit dem Versuch, Popescu-Tăriceanu durch ins Parlament eingebrachte Misstrauensanträge zu stürzen. Bei den Parlamentswahlen am 30. November 2008 erlitten Popescu-Tăriceanu und seine Nationalliberale Partei eine Niederlage;[1] Popescu-Tăriceanu gelang es nicht, erneut Ministerpräsident zu werden.

Am 20. März 2009 unterlag Popescu-Tăriceanu auf einem Parteitag in einer Kampfabstimmung um den Parteivorsitz gegen Crin Antonescu.[2]

Călin Popescu-Tăriceanu ist Vizepräsident der europäischen Liberalen ELDR und der LI (Liberale Internationale).

Er ist römisch-katholisch.

Literatur[Bearbeiten]

  • Călin Popescu-Tăriceanu, in: Internationales Biographisches Archiv 13/2009 vom 24. März 2009, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Călin Popescu-Tăriceanu – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. vgl. Sozialdemokraten gewinnen hauchdünn (Die ursprüngliche Seite ist nicht mehr abrufbar.)[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.tagesschau.de → Erläuterung bei tagesschau.de, 1. Dezember 2008
  2. EVZ.ro vom 22. März 2009, abgerufen am 22. März 2009