C-Gruppe

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C-Gruppe ist der Name einer vorgeschichtlichen Kultur in Unternubien. Sie ist im Süden vom 2. Katarakt und im Norden bis nördlich von Assuan in Ägypten belegt und korrespondiert in ihrer Ausbreitung deshalb mit der A-Gruppe. Die C-Gruppe datiert von etwa 2200 v. Chr. bis um 1500 v. Chr. Dies entspricht der Periode von der ägyptischen 6. Dynastie bis zur Zeit des Neuen Reiches.

Der Ursprung der C-Gruppe ist umstritten. Der Begriff wurde Anfang des 20. Jahrhunderts durch den ersten systematischen Ausgräber in Nubien George Andrew Reisner geprägt. Es werden in der Forschung Einwanderungswellen aus der westlichen oder südlichen Sudanregion diskutiert. Tatsächlich gibt es in der ganzen östlichen Sahara vergleichbare Kulturen. Die Menschen der C-Gruppe waren vorwiegend von mediterranem Typus.[1]

Die C-Gruppe wird chronologisch in drei Zwischenstufen (I – III) unterteilt. Sie ist hauptsächlich durch ihre kreisförmigen Grabstätten bekannt, deren unterer Teil aus Stein geschichtet und mit einem Sandhügel überdeckt wurde. Die wenigen Siedlungsreste deuten an, dass diese Leute zunächst in zeltartigen und erst später in festen rechteckigen mit Lehm verputzten Hütten wohnten. Dies mag den Wechsel von halbnomadischer Lebensweise zu voller Sesshaftigkeit widerspiegeln. Am Ende lassen sich sogar größere Siedlungen mit Umfassungsmauern nachweisen. Aniba und Sayala gehören zu den wenigen Orten in Nubien, in denen die ab 1600 v. Chr. entstandenen befestigten Siedlungsplätze freigelegt wurden.[2]

Die Lebensgrundlage gleicht der der A-Gruppe (Ackerbau, Viehzucht, Jagd und Fischfang). Die handgemachte Keramik ist schwarz gebrannt, wobei geometrische Muster, die in weißer Farbe eingelegt sind, vorherrschen. Mit der Eroberung Unternubiens durch die Ägypter um 1500 v. Chr. verschwand die C-Gruppe langsam, doch gibt es anscheinend Orte, an denen sie sich länger hielt. Die C-Gruppe ist in der Zweiten Zwischenzeit auch vereinzelt in Ägypten belegt, was auf Zuwanderungen aus dem Süden nach Ägypten hinweisen mag.

Literatur[Bearbeiten]

  • Manfred Bietak: Studien zur Chronologie der nubischen C-Gruppe. Ein Beitrag zur Frühgeschichte Unternubiens zwischen 2200 und 1550 vor Chr. (= Österreichische Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-Historische Klasse. Denkschriften. Bd. 97, ISSN 0029-8824 = Berichte des Österreichischen Nationalkomitees der Unesco-Aktion für die Rettung der Nubischen Altertümer. Bd. 5). Böhlau (Kommission), Wien 1968.
  • Wendy Anderson: C-Group culture. In: Kathryn A. Bard (Hrsg.): Encyclopedia of the Archaeology of Ancient Egypt. Routledge, London 1999, ISBN 0-415-18589-0, S. 185–186.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Georg Steindorff: Aniba. Service des antiquités de l'Égypte. Mission archéologique de Nubie 1929–1934. Band 1. Augustin, Glückstadt u. a. 1935, S. 220 ff.
  2. Martin Fitzenreiter: Der Hof als Raum. Aspekte der Profanarchitektur im antiken Sudan. In: Ingelore Hafemann, Christian Tietze (Hrsg.): Antiker Orient. Landeskunde – Archäologie – Epigraphik. Beiträge anlässlich einer Tagung in Potsdam-Hermannswerder am 20. und 21. Januar 1995 (= ARCUS. Bd. 3, ISSN 0947-1081). Universität Potsdam – Historisches Institut, Potsdam 1996, S. 37–46, Digitalisat (PDF; 1,9 MB).