C-Melody-Saxophon

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Vorlage:Infobox Musikinstrument/Wartung/Parameter Klangbeispiel fehlt

C-Melody-Saxophon
C melody sax Conn.jpg
C-Melody-Saxophon von C. G. Conn
Klassifikation Aerophon
Saxophon
Tonumfang Sounding range of C melody saxophone.png
Verwandte Instrumente

Das C-Melody-Saxophon ist ein in C gestimmtes Saxophon, also einen Ganzton über dem Tenorsaxophon. Es wird auch als ‚C-Tenorsaxophon‘ bezeichnet. Das C-Melody-Saxophon gehört zur Saxophongruppe in C und F, die von ihrem Erfinder, Adolphe Sax, für den Gebrauch in Sinfonieorchestern gedacht waren. Seit 1930 werden nur noch Es- und B-Saxophone (die ursprünglich für die Militärmusik gedacht waren) in größerem Umfang hergestellt. Jedoch werden seit Beginn des 21. Jahrhunderts wieder in China kleinere Mengen neue C-Melody-Saxophone für die neuseeländische Firma Aquilasax hergestellt.[1]

Ein C-Melody-Saxophon ist größer als ein Altsaxophon und kleiner als ein Tenorsaxophon. Von der Seite betrachtet, weist es Ähnlichkeiten mit einem Tenorsaxophon auf, obwohl es kleiner ist und der Becher länger aussieht. Die meisten C-Melody-Saxophone haben gebogene S-Bögen (wie beim Tenorsaxophon), obwohl C. G. Conn C-Melody-Saxophone mit geraden S-Bögen herstellte. Normalerweise sind C-Melody-Saxophone mit einem "C" über oder unter der Seriennummer gekennzeichnet.

Vorteile[Bearbeiten]

Das Hauptverkaufsargument des C-Melody-Saxophons war die Tatsache, dass es, anders als andere Saxophone, kein transponierendes Instrument ist. Infolgedessen kann man mit einem C-Melody-Saxophon klingend geschriebene Stimmen (zum Beispiel Noten für Flöte, Oboe, Violine oder Klavier) spielen, ohne transponieren zu müssen oder umgeschriebene Noten zu verwenden, was bei den meisten anderen Saxophonen nötig ist. Dies ermöglicht Amateurmusikern das gemeinsame Spielen mit anderen klingenden Instrumenten von einem Notenblatt – solange die Musik in den Tonumfang des C-Melody-Saxophons passt, also weder zu hoch noch zu tief ist.

Ein weiteres Argument zum Kauf war, dass das C-Melody-Saxophon einen leiseren Ton als ein Alt- oder Tenorsaxophon erzeugt, was unter anderem an den verwendeten Mundstücken liegt. Viele Stücke, hauptsächlich von der Tanzmusik der 1920er Jahre beeinflusst, wurden speziell für dieses Instrument geschrieben.

Mundstücke[Bearbeiten]

Es wurden speziell für das C-Melody-Saxophon Mundstücke hergestellt. Das C-Melody-Saxophon hat im Vergleich mit anderen Saxophontypen einen gedämpften Klang, besonders wenn ein altes C-Melody-Saxophon-Mundstück verwendet wird. Das war ein Vorteil in seiner beabsichtigten Spielumgebung, in Wohnzimmern. Alte Mundstücke geben einem C-Melody-Saxophon oft einen etwas dumpfen Klang, was den Spielern nicht immer gefällt.

Einige Spieler verwenden erfolgreich ein Tenorsaxophonmundstück mit ihrem C-Melody-Saxophon, obwohl es abhängig von der Wahl des Mundstücks zu Problemen mit der Genauigkeit der Intonation kommen kann, besonders am oberen Ende des Tonumfangs, da diese Mundstücke in der Länge an Tenorsaxophone angepasst sind.. Infolgedessen kann etwas Ausprobieren notwendig sein, um ein Tenorsaxophonmundstück zu finden, dass über den gesamten Tonumfang eine gute Intonation zur Verfügung stellt. Andere Spieler verwenden erfolgreich Altsaxophonmundstücke an ihrem C-Melody-Saxophon. Wie bei Tenorsaxophonmundstücken kann etwas Ausprobieren notwendig sein. Ausgerüstet mit einem moderneren Mundstück kann ein C-Melody-Saxophon einige seiner gedämpften Qualitäten verlieren und heller und kraftvoller klingen, ähnlich wie ein Alt- oder Tenorsaxophon. Zurzeit gibt es mehrere Hersteller von C-Melody-Saxophonmundstücken.

Geschichte[Bearbeiten]

Verschiedene Saxophontypen, rechts hinten ein C-Melody-Saxophon

Einige Qualitätsersteller produzierten C-Melody-Saxophone (unter anderem Buescher, C. G. Conn, Selmer, Martin[2] und King[3]) von 1914 bis 1930. Die Produktion von C-Melody-Saxophonen erreichte ihren Höhepunkt um 1923, wonach sie allmählich zurückging. Gegen Ende der 1920er Jahre wurden nur noch verhältnismäßig wenige C-Melody-Saxophone hergestellt. Das Tenorsaxophon in C mit geradem Hals von Conn ist zurzeit das bekannteste Orchestersaxophon und hat einen klassischen Klang. Es ist eines der wenigen für den professionellen Gebrauch angefertigten Modelle. Jedoch wird durch den langen geraden Hals eine Haltung weg vom Körper notwendig, was einige Spieler als unbequem empfinden.

Preiswerter wurden die C-Melody-Saxophone vom Ende der 1910er Jahre bis zum Anfang der 1930er Jahre, als eine für den Amateurgebrauch gedachte Version des Saxophons auf den Markt gebracht wurde. Sie hatte eine beträchtlich schmalere Kammer als ein B-Tenorsaxophon, war also mehr oder weniger eine ‚gestreckte‘ Version der Kammer eines Altsaxophons.

Am Ende der 1920er Jahre war die Beliebtheit von C-Melody-Saxophonen stark zurückgegangen. Nach dem Schwarzen Donnerstag (1929) fielen die Verkaufszahlen aller Saxophone drastisch, und das C-Melody-Saxophon (und das Mezzosopransaxophon) war eines jener Modelle, deren Produktion kurz darauf eingestellt wurde.[4] Allerdings wurde die Produktion aus rein finanziellen Gründen und nicht aufgrund eines Fehlers im Design oder schlechten Produktionsstandards eingestellt. C-Melody-Saxophone waren ebenso gut wie die anderen Saxophone ihrer Hersteller.

Das Hauptproblem bestand darin, dass die Weltwirtschaftskrise, die unmittelbar auf den Börsenkrach von 1929 folgte, weltweit äußerst harte Wirtschaftsbedingungen verursachte, die auch die Produktion aller Freizeitkonsumgüter betrafen. Dieser ungewöhnlich starke Wirtschaftsrückgang traf die Saxophon-Hersteller hart und zwang sie, ihre Angebotspalette an Musikinstrumenten zu auf die beliebtesten Modelle zu reduzieren, um weiter bestehen zu können.[5] Infolgedessen endete die Produktion von C-Melody-Saxophonen schlagartig. Als sich die Weltwirtschaft soweit erholt hatte (um 1935), dass die Herstellung von C-Melody-Saxophonen wieder wirtschaftlich machbar gewesen wäre, hatten sich die Freizeit-Interessen geändert und es gab für sie keinen Markt mehr. Außerdem hatte das Zeitalter der ‚Big Band‘ am Anfang der 1930er Jahre angefangen, und jeder, der Saxophon spielen lernen wollte, interessierte sich für Sopran-, Alt-, Tenor- oder Baritonsaxophon, weil man mit diesen Instrumenten in ‚Big Bands‘ mitspielen konnte, während sich diese nicht für C-Melody-Saxophone interessierten. Infolgedessen schwand die Nachfrage nach C-Melody-Saxophonen, die Hersteller stellten deren Produktion ein und konzentrierten sich stattdessen auf andere Typen (z.B. Alt- und Tenorsaxophon), die starken Nachfrage hatten und somit leicht zu verkaufen waren.

In den 1960er Jahren stellte Vito (eine französische Firma) einige wenige C-Melody-Saxophone her, von denen nur ca. 20 Stück verkauft wurden.

Einige Jazzmusiker fingen mit dem C-Melody-Saxophon an, unter anderem Benny Carter und Coleman Hawkins, obwohl Carter später zum Altsaxophon und Hawkins zum B-Tenorsaxophon wechselte. Als profiliertester Spieler eines C-Melody-Saxophons gilt Rudy Wiedoeft. Obwohl er auch Alt- und Sopransaxophon spielte (in Ensembles mit Arnold Brilhart, Alford Evans und anderen), machte er seine berühmtesten Aufnahmen mit dem C-Melody-Saxophon und war ein bedeutender Faktor für die Beliebtheit der C-Melody-Saxophone, die in den 1920er Jahren oft verkauft wurden.

Ein weiterer Spezialist auf dem C-Melody-Saxophon war Frankie Trumbauer, ein für seine außergewöhnlichen technischen Fähigkeiten auf dem Instrument bekannter Jazzmusiker. Jack Pettis, ein Mitglied des Ben Bernie-Orchesters und ein Aufnahme-Künstler unter seinem eigenen Namen, war ebenfalls ein geübter Spieler des Instruments. Einige moderne Saxophonisten spielen gelegentlich C-Melody-Saxophone, unter anderem Anthony Braxton, Kyle Vincent, Scott Robinson, Rick Arbuckle, Dan Levinson, Hayes Greenfield und Joe Lovano.

Ungeachtet dessen, dass sie über 75 Jahre lang nicht hergestellt wurden, sind C-Melody-Saxophone heute, wegen ihrer seltenen Verwendung, noch in großer Zahl erhalten.

Ähnliche Instrumente[Bearbeiten]

  • Ein ähnliches Saxophon wird seit Ende der 1990er Jahre von Jim Schmidt hergestellt.[6] Es ist eine modernisierte und veränderte Version des C-Melody-Saxophons.
  • Aquilasax aus Neuseeland kündigte 2006 ein neues ‚C-Melody Tenorsaxophon‘ an. Mittlerweile ist die Produktion angelaufen. Mit der ersten Fertigungsreihe gab es Probleme bei der Qualitätskontrolle und der Verpackung, anscheinend sind diese Probleme mittlerweile behoben und werden nicht wieder auftreten. Die zweite Fertigungsreihe hatte jedoch aufgrund der Konstruktion der S-Bögen (sowohl bei geraden als auch bei gebogenen) Probleme mit der Intonation.[7] Ein Zitat vom 30. Juni 2008: “Ich bin erleichtert, die Ankunft des neuen Bestands an C-Saxophonen bekanntgeben zu können. Ich begann zu glauben, dass das Wiederaufleben ein Mythos wäre. Noch einmal werde ich jedes überprüfen und die Kunden per E-Mail benachrichtigen, wenn ihre Auswahl versandbereit ist.”[8]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aquilasax.
  2. http://www.shwoodwind.co.uk/Reviews/Saxes/Misc/Martin_C_Melody.htm
  3. http://www.shwoodwind.co.uk/Reviews/Saxes/Misc/king_c_melody.htm
  4. http://cmelodysax.co.uk/saxophones/why-c-melody.htm
  5. http://www.cmelody.com/
  6. Jim Schmidts Contralto (im Internetarchiv, englisch)
  7. http://www.aquilasax.com/C-melody_Tenor.php
  8. http://csax.net/?p=133