C. Bange Verlag

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C. Bange Verlag am Marienplatz in Hollfeld
Lage beim Gangolfsturm

Der C. Bange Verlag ist ein Kleinverlag in der oberfränkischen Stadt Hollfeld und vor allem bekannt durch seine Reihe Königs Erläuterungen.

Geschichte[Bearbeiten]

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Der C. Bange Verlag wurde am 11. November 1871 von Carl Bange in Halberstadt gegründet. Der Verleger Hermann Beyer aus Leipzig erwarb im Jahr 1898 den C. Bange Verlag von dessen Witwe. Mit diesem Kauf übernahm das Leipziger Verlagshaus die Reihe „Kleine Übersetzungsbibliothek römischer und griechischer Klassiker“. Ein Jahr zuvor kaufte er am 1. Juni 1897 die Rechte der bis dahin aus 4 Bänden bestehenden Reihe „Dr. Wilhelm Königs Erläuterungen zu den Klassikern“. Bis 1932 kamen noch einige Verlage unter das Verlagsdach Hermann Beyers, die jedoch unter ihrer alten Firmenbezeichnung weitergeführt wurden, wie z. B. der Gebr. Mann Verlag, sog. Imprints.[1] Mit diesen Übernahmen kam neben literarischen Werken wie denen des Hans Christian Andersen und buchhändlerischer Fachliteratur auch eine Bastel-Buchreihe „Wie baue ich mir selbst?“ ins Verlagsprogramm.

Im Jahr 1912 erschienen die ersten Lernhilfen im Beyer Verlag. In der Folgezeit bereinigte Hermann Beyer das Verlagsprogramm durch Verkäufe und konzentrierte sich auf Veröffentlichungen zur außerschulischen Bildung. Nach seinem Tod am 17. Juli 1935 übernahmen die Söhne Rudolf und Wolfgang das Verlagsgeschäft und brachten die Reihe „Wie baue ich mir selbst?“ auf beachtliche 305 verschiedene Bauanleitungen zu Radios, Segelflugzeugen und mehr. Die passive Haltung der Verlagsinhaber dem Nationalsozialismus gegenüber führte am 26. August 1944 zur Schließung des gesamten Betriebs. Bereits am 10. Oktober 1945 konnte der Verlag mit Bescheid, ergangen durch die neu gebildete Zentralstelle für Buch- und Bibliothekswesen beim Volksbildungsamt der Stadt Leipzig, die buchhändlerische Verkaufstätigkeit wieder aufnehmen. Eine Verlags- und Produktionslizenz musste jedoch bei der sowjetischen Besatzungsmacht beantragt werden. Die wiederholte erfolglose Antragstellung ließ erahnen, dass eine vollständige Wieder-Aufnahme der Verlagstätigkeit schwierig werden würde.

Am 24. Oktober 1951 begann daher mit einem Neueintrag ins Handelsregister Bayreuth die Verlagstätigkeit als Parallelverlag im oberfränkischen Hollfeld, und zwar aus politischen wie rechtlichen Gründen unter dem Verlagsnamen C. Bange. Der Neubeginn geschah in Absprache mit den noch in Leipzig arbeitenden Eigentümern und wurde von einem ehemaligen Leipziger Mitarbeiter, Helmut Breitfeld, geleitet. Am 23. Dezember 1953 wurde der Antrag auf eine Produktionslizenz durch die seit 1949 wirkenden DDR-Behörden abgelehnt. Deshalb beendete der Verlag Hermann Beyer ca. 1962 die Auslieferung in Leipzig. Am 2. Januar 1976 trat der Enkel des Gründers, Joachim Beyer, in die Firma ein. Dem Erfolg der Reihe „Dr. Wilhelm Königs Erläuterungen zu den Klassikern“ trug der Verlag unter Beyers Leitung durch zeitgemäße Änderungen und Aktualisierungen Rechnung. In diese Zeit fällt auch die Änderung des Reihennamens in „Königs Erläuterungen und Materialien“. Die Reihe „Bange Lernhilfen“ wurde weiter ausgebaut. Seit dem 1. Januar 1997 wird der C. Bange Verlag GmbH & Co. KG von Thomas Appel und Kerstin Lange, einer Enkelin des Hermann Beyer, geführt. Ein Jahr später ergaben sich mit der Einführung der Neuregelung der Rechtschreibung zum 1. August 1998 besonders für den Bereich Lernhilfen Deutsch umfangreiche Änderungen. Im Zuge dieser Änderungen wurde auch das Erscheinungsbild der Reihe umgestellt. Die Reihe „kurz & bündig“, mit kurzen Informationen zu bestimmten Themen, erschien im Jahr 1999, sowie die Abiturtrainer Deutsch im Jahr 2000. Die Reihe der Erläuterungsbändchen wurde vermehrt durch zeitgenössische Literatur ergänzt und änderte ihr bis dato gewohntes Erscheinungsbild. 2001 ging der Bange Verlag online und änderte 2002 die Gesellschaftsform in C. Bange Verlag GmbH. Ein Jahr später wurden die Lernhilfenreihen in „Königs Lernhilfen“ umbenannt und es erschien der erste Band der Reihe „Königs Kopiervorlagen“. Ab Januar 2011 erschienen die Königs Erläuterungen in einer neuen Aufmachung. Erstmals in der Verlagsgeschichte wurde eine umfangreiche inhaltliche und optische Überarbeitung der Reihe nach einer Schüler- und Lehrerbefragung durchgeführt. Der Reihentitel änderte sich in „Königs Erläuterungen“. Viele Bände sind heute nur noch in Online-Versionen erhältlich, was insbesondere für Besteller außerhalb Deutschlands Probleme macht.

Verlagsprogramm[Bearbeiten]

Schwerpunkt ist die Reihe Königs Erläuterungen (seit 1897), eine Sammlung von Interpretationshilfen. Sie werden von Germanisten und Lehrern für Schüler und Lehrer erstellt und sollen das Leseverständnis verbessern, Orientierung und Zeitersparnis bei der Unterrichtsvorbereitung bieten und einen abwechslungsreichen Unterricht ermöglichen. Die Reihe behandelt in mehr als 180 Bänden übliche Schullektüren von antiken über klassische bis hin zu zeitgenössischen Werken. Einige Titel gibt es nur noch oder alternativ als PDF-Datei.

Eine weitere Reihe des Verlags ist Königs Lernhilfen. In den Bänden werden Themen wie Rechtschreibung und Grammatik, Gestaltetes Schreiben oder Interpretationen zu verschiedenen literarischen Gattungen behandelt. Ferner gibt der Verlag die „Königs Abi-Trainer“ für das Fach Deutsch heraus. Eine Reihe „Königs Kopiervorlagen“ wurde speziell zur Unterrichtsvorbereitung der Lehrkräfte geschaffen.

Der Verlag gibt weiterhin die „Kleine Übersetzungsbibliothek römischer und griechischer Klassiker“ heraus, mit deren Hilfe Schüler ihre Latein- oder Griechisch-Schulaufgaben anfertigen. Die kleinen Bändchen werden auch als Spickhilfe benutzt. Insgesamt hat der Verlag in seiner Miniaturbibliothek 559 Bände herausgegeben. Am besten verkaufte sich bis heute Cäsars Gallischer Krieg. Noch heute sind einige Titel der Reihe in der Auflage aus dem 19. Jahrhundert lieferbar.

Siehe auch[Bearbeiten]

  • Gebr. Mann Verlag, ein weiterer Verlag aus dem Hermann Beyer-Betrieb im 19. Jahrhundert. Der Vorname wurde in 3 Generationen getragen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. In Lemma des Gebr. Mann Verlags gibt es eine ausführliche Anmerkung zu den Bezügen der Familie Beyer zu den Gebrüdern Mann und weiteren Familienangehörigen

Weblinks[Bearbeiten]