CATIA
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| CATIA | |
|---|---|
| Entwickler: | Dassault Systèmes |
| Aktuelle Version: | V5R18 (Oktober 2007) |
| Betriebssystem: | Windows, AIX, HP-UX, Solaris, Irix, Linux |
| Kategorie: | CAD |
| Lizenz: | IBM LUM, kommerziell |
| Website: | www.3ds.com |
CATIA (Computer Aided Three-Dimensional Interactive Application) ist ein professionelles CAD-Programm der französischen Firma Dassault Systèmes, das ursprünglich für den Flugzeugbau entwickelt wurde und sich auch im Fahrzeugbau neben Pro/ENGINEER, Unigraphics und I-DEAS als professionelle Standard-CAD-Software etabliert hat.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Funktionalität
Die aktuelle Version CATIA V5 verfügt über mehrere Workbenches für verschiedene technische Anwendungen. Mit CATIA ist es möglich, Produktdaten zu erstellen, dreidimensionale Modelle zu entwickeln sowie dazugehörige zweidimensionale Zeichnungen abzuleiten.
Das kommerzielle Programm besteht aus sehr vielen Modulen, die neben der eigentlichen Konstruktion auch viele andere Möglichkeiten wie DMU-Untersuchungen, Kinematik, FEM-Berechnungen und NC-Programmierung ermöglichen.
Die aktuelle Version V5 bietet gegenüber V4 eine komplett überarbeitete Oberfläche, die von der Menüführung Windows-Programmen ähnelt. CATIA V5 wurde auch vom Kern her auf Windows-Plattform komplett neu gestaltet. Die Software liegt in einer 32-Bit und einer echten 64-Bit Version vor.
[Bearbeiten] Industrielle Anwendung
Unter den Automobilherstellern haben in Deutschland Audi, BMW, Daimler AG, MAN, sowie Volkswagen und Porsche CATIA als festen Bestandteil im Produktentstehungsprozess (Konstruktion) aufgenommen. Bei anderen deutschen Automobilherstellern werden die CAD-Programme I-DEAS Master Series (Ford, jetzt auch CATIA V5) und Unigraphics (Opel) eingesetzt.
Bei den mittelständigen Firmen setzt beispielsweise die Werkzeug- und Zangenfabrik KNIPEX ebenfalls CATIA V5 für die Entwicklung und den Formenbau ein.
CATIA wird oft auch in der Aufbauentwicklung (Karosserieentwicklung) und im Innenaustattungsbereich eingesetzt, da das Programm über ein mächtiges Tool zur Freiformflächenerstellung verfügt. Dieses Tool wurde in der Version 5 weiter ausgebaut und parametriert.
CATIA wird außer in Europa auch von den japanischen Autoherstellern genutzt. Aber auch die Flugzeugindustrie (Airbus, Boeing, Dassault Aviation) setzt teilweise CATIA V5 im Zusammenspiel mit PDM-Systemen in der Entwicklung ein. Weitere Einsatzgebiete von CATIA sind Schiffbau, allgemeiner Maschinenbau, Werkzeug-/Formenbau, Modellbau und die Konsumgüterindustrie.
Im Motorsport wird CATIA sehr intensiv benutzt. In der Formel 1 setzen (bis auf zwei Teams) alle CATIA ein (zum Beispiel BMW Sauber F1, Ferrari und Toyota Racing).
Auch im Bereich Maschinenbau kommt CATIA V5 immer mehr zum Einsatz. V5 setzen z.B. namhafte Firmen wie Homag, Arburg, Schuler Pressen, Michael Weinig AG, Scheidt & Bachmann, ABB Turbosystems und auch viele kleine und mittelständische Unternehmen ein.
Im Schiffbau setzt die Meyer Werft seit langem ebenfalls auf CATIA.[1]
Im Schienenfahrzeugbau wird CATIA in der Version V4 von Bombardier Transportation in Verbindung mit PDM Systemen eingesetzt.
In der Uhrenindustrie setzt der Rohwerkhersteller ETA SA die Version V5 ein und gehört zu den größten CATIA Kunden der Schweiz.
In der Luftfahrtindustrie konstruiert Airbus sein Flaggschiff A380 noch mit CATIA V4. Der Betriebsmittelbau wird hingegen mit CATIA V5 durchgeführt.
[Bearbeiten] Geschichte von CATIA
- 1969 - Bei dem französischen Flugzeughersteller Avions Marcel Dassault (heute Dassault Aviation) wird damit begonnen, ein Grafikprogramm zur Erstellung von Zeichnungen zu erstellen. Der Alpha-Jet war das erste Flugzeug, das damit entwickelt wurde.
- 1975 kauft Dassault das CAD-Programm CADAM (Computer Augmented Design And Manufacturing) von der Firma Lockheed, das besonders im zweidimensionalen Bereich relativ einfach zu bedienen war. Im dreidimensionalen Bereich stützt sich die Firma jedoch auf die eigenen Entwicklungen, die CATIA genannt werden.
- 1981 schließt Dassault mit IBM ein Vertriebsabkommen, um CATIA auch anderen Firmen zu verkaufen. CATIA V1 war 1982 ein Add-on für CADAM. Es erweiterte CADAM mit 3D-Funktionen und ermöglichte die Modellierung von Flächen, die dann mit NC-Programmierung weiterverwendet werden konnten.
- 1984 wird CATIA erweitert, bekommt Zeichenfunktionen und wird damit unabhängig von CADAM. CATIA Version 2 wird 1985 eingeführt.
- 1988 wird CATIA Version 3 freigegeben. Diese war die erste Version, die auch auf Workstations (IBM 6150, später RS/6000) lief.
- 1993 wird CATIA Version 4 fertiggestellt. 1996 läuft das Programm auch auf Workstations von HP, SGI und SUN.
- 1999 wird CATIA V5 vorgestellt. Diese Version wurde komplett neu entwickelt und ermöglicht ein parametrisch assoziatives Konstruieren. Nicht nur die Bedienoberfläche, auch das Dateiformat wurde komplett geändert. Es ist zwar möglich, Zeichnungen, die mit älteren Versionen erstellt wurden, einzulesen, die Weiterbearbeitung ist jedoch nur in begrenztem Umfang möglich. Seit 1999 läuft das Programm auch auf Computern mit dem Betriebssystem Windows.
- 2003 Laut Klaus Schäfer, ehemaliger Director of Sales, IBM Product Lifecycle Management, EMEA verfügt der Hersteller von CATIA, Dassault Systèmes, auch über eine Version für das Betriebssystem Linux, wartet aber wegen zu geringer Nachfrage mit der Vermarktung noch ab. Das ist nach vielen Gerüchten die erste offizielle Bestätigung von der Existenz einer Linux-Version.
- 2005 Mit Erscheinen des Release 16 steht erstmals eine reine Windows 64-Bit-Version von CATIA V5 zur Verfügung.
- 2007 Für Ende des Jahres 2007 ist von Dassault eine spezielle CATIA V5 Edition für das Betriebssystem Windows Vista angekündigt worden.
- 2008 Im Januar 2008 kündet Dassault Systèmes (DS) mit seiner V6-Plattform PLM 2.0 an. In diesem Zuge wird auch die CATIA Version 6 (V6) ausgerollt. CATIA V6 soll ab 2009/2010 bei OEM CATIA V5 langsam ablösen.
[Bearbeiten] Kritik
Unter anderem auch durch Inkompatibilität der Version 5 zur Version 4 kam es beim Airbus A380 zu Problemen im Bereich der Kabelbäume, die zu erheblichen Lieferverzögerungen führten. [2] [3]
[Bearbeiten] Quellen
- ↑ Simulation der Zukunft
- ↑ Kabelproblem Airbus A380
- ↑ Studie: Inkompatible Software war schuld an Airbus-Problemen

