Lateinamerikanischer Bischofsrat

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Der Lateinamerikanische Bischofsrat (CELAM, span. Consejo Episcopal Latinoamericano ‚Lateinamerikanischer Bischofsrat‘) ist der Zusammenschluss der nationalen Bischofskonferenzen in Süd- und Mittelamerika. In ihm sind alle römisch-katholischen Bischöfe Lateinamerikas und der Karibik vertreten.

Sitz des Generalsekretariats ist die kolumbianische Hauptstadt Bogotá. An der Spitze des Gremiums steht ein auf vier Jahre gewählter Präsident. Seit 2011 ist dies der Erzbischof von Tlalnepantla (Mexiko), Carlos Aguiar Retes.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gründung der CELAM war Ausdruck einer bewussteren Wahrnehmung sozialer Fragen einzelner Kreise der katholischen Kirche Lateinamerikas seit den 1930er Jahren. Progressive Bischöfe wie Hélder Câmara forderten ein Zusammenwachsen der stark national ausgerichteten lateinamerikanischen Kirche. Dieses Umdenken manifestierte sich erstmals auf der I. Generalkonferenz der CELAM 1955 in Rio de Janeiro, wo die offizielle Gründung erfolgte. Einzelne Bischöfe setzten sich dort für soziale Reformen ein. Verstärkt wurde diese Entwicklung durch das Zweite Vatikanische Konzil und die päpstlichen Sozialenzykliken.

Die II. Generalkonferenz 1968 in Medellín übte einen profunden Einfluss auf die Entwicklung der Befreiungstheologie aus. Die Abschlussdokumente der Konferenz wurden von Theologen wie Gustavo Gutiérrez und Lucio Gera konzipiert, die als theologische Berater der versammelten Bischöfe fungierten. In den Jahren nach Medellín galt die CELAM, und insbesondere das ihr angegliederte Lateinamerikanische Pastoralinstitut IPLA (geleitet von Segundo Galilea), als Zentrum des befreiungstheologisch ausgerichteten Katholizismus in Lateinamerika und der Karibik.

1972, mit der Wahl Alfonso López Trujillos zum CELAM-Generalsekretär, gewannen konservative Bischöfe an Einfluss. López Trujillo versuchte, durch Statutenänderungen und Umstrukturierungen in den Instituten der CELAM die Befreiungstheologie zurückzudrängen. Mit Bonaventura Kloppenburg ernannte er einen scharfen Kritiker der Befreiungstheologie zum Leiter des IPLA.[1] Die III. Generalkonferenz 1979 in Puebla war bereits im Vorfeld von Auseinandersetzungen zwischen befreiungstheologischen und konservativen Bischöfen und Theologen bestimmt. In den Abschlussdokumenten von Puebla setzte sich eine abgeschwächte befreiungstheologische Linie durch; jedoch bekennt sich die lateinamerikanische Kirche in ihnen erstmals ausdrücklich zur Option für die Armen.

Mitglieder[Bearbeiten]

Mitglieder des Rates sind die nationalen Bischofskonferenzen der Süd- und Mittelamerikanischen Staaten.

Präsidenten[Bearbeiten]

Generalkonferenzen[Bearbeiten]

Derzeitige Funktionsträger[Bearbeiten]

Funktionsträger sind (Stand März 2013): [2]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Horst Goldstein: „Selig ihr Armen.“ Theologie der Befreiung in Lateinamerika... und in Europa? Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1989, S. 135ff.
  2. www.celam.org