CF Atlas

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
CF Atlas
Vereinslogo
Voller Name Club de Futbol Atlas
Gegründet 1916
Stadion Estadio Jalisco,
Guadalajara
Plätze 56.713
Präsident Carlos Martin del Campo
Trainer Tomás Boy
Homepage atlas.naranya.com
Liga Primera División, Mexiko
Clausura 2013 Viertelfinale
Heim
Auswärts
Spielszene vom Auftritt des CF Atlas beim Puebla FC am 1. März 2009.

Der Club de Futbol Atlas, kurz Atlas, ist ein mexikanischer Fußballverein aus Guadalajara. Der Meister von 1951 ist als einziger Erstligist Mexikos als echter Verein organisiert und Mitglieder kontrollieren die Asociación Civil, dem Äquivalent eines eingetragenen Vereines.

Das Estadio Jalisco teilte man sich bis Ende Juli 2010 mit dem Ortsrivalen Chivas Guadalajara und seit 2009 auch wieder mit dem in der zweiten Liga spielenden Universitätsverein Leones Negros.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Club Atlas wurde 1916 in dem südöstlich von Guadalajara gelegenen Vorort Tlaquepaque von einer Gruppe Jugendlicher gegründet, die sich nach dem Spiel sehnte, das sie während ihres Studiums in England kennengelernt hatte. Pate für den gewählten Vereinsnamen war jener griechischer Mythos, nach dem ein Titan namens Atlas die Welt auf seinen Schultern trägt. Gründungsmitglied und Namensgeber des Vereins war Juan José „Lico“ Cortina, der einige Jahre später mit dem Club Asturias die mexikanische Meisterschaft gewann.

Die Tatsache, dass Atlas durch den Direktimport des Fußballsports aus England gegründet wurde, Chivas diesen Sport aber in Mexiko selbst - durch einen Ausländer, nämlich den Belgier Edgar Everaert – kennenlernte, verrät viel über das ursprüngliche Milieu der beiden später bedeutendsten Vereine der Stadt. Denn die Gründungsmitglieder von Atlas entstammten allesamt Familien der lokalen Oberschicht, während der bereits zehn Jahre früher gegründete Club Deportivo Guadalajara von Anfang an zum Sammelbecken der lokalen Arbeiterschaft wurde. Eine ausführliche Beschreibung zur Rivalität dieser beiden Vereine findet sich hier.

Schon bald bezog Atlas ein Gelände in El Paradero (die Spielstätte Parque El Paradero), das sich auf dem Weg von Tlaquepaque nach Guadalajara befindet. Der Name dieses Ortes stammt von einer Straßenbahnhaltestelle, die sich hier einst befand. In dieser Einrichtung entstand jene Fußballschule, wegen der die Atlistas schließlich ihren Spitznamen „académicos“ erhalten hatten. [1]

Kaum war Atlas ins Leben gerufen, konnte es den Vorteil ausspielen, das Spiel im Mutterland des Fußballs selbst kennengelernt zu haben. Das Buch zum hundertjährigen Vereinsjubiläum von Chivas Guadalajara [2] nennt jedoch als ebenso entscheidenden Vorteil die seinerzeitige Begünstigung von Atlas durch einige zweifelhafte Schiedsrichterentscheidungen. Fest steht jedenfalls, dass Atlas mit seinem Auftauchen sofort die bisherige Vormachtstellung von Chivas gebrochen hatte und zwischen 1918 und 1921 viermal in Folge zu Meisterehren kam. Doch ab 1922 dominierte wieder der Club Guadalajara, der die Meisterschaft zwischen 1922 und 1925 ebenfalls viermal in Folge gewann und für den der 1923 gegründete Club Nacional in den kommenden Jahren zur größten sportlichen Herausforderung wurde.

In den 1920er und 1930er Jahren fiel Atlas ein wenig zurück und drohte den Anschluss zu verlieren, während der Club Nacional zum neuen Hauptrivalen von Chivas in der Stadt Guadalajara avancierte. Doch Atlas erholte sich gerade noch rechtzeitig genug, um zusammen mit Chivas als eines von zwei Gründungsmitgliedern aus der Stadt Guadalajara in die 1943 neu eingeführte, landesweite Profiliga aufgenommen zu werden.

In den frühen Jahren der Primera División war Atlas zu alter Stärke zurückgekehrt, ließ seinen alten Rivalen Chivas regelmäßig hinter sich und gewann 1951 sogar als erster Verein der Stadt den Meistertitel von Mexiko. Ein Erfolg, der sich jedoch nie wiederholen ließ. Erstmals in der Saison 1951/52 war Atlas hinter Chivas platziert. Nur zwei Jahre später kam der tiefe Fall. Zum Saisonende 1953/54 musste Atlas zum ersten Mal in die zweite Liga absteigen.

Zwar gelang der unmittelbare Wiederaufstieg. Doch die vorher zehn Jahre anhaltende Vormachtstellung gegenüber Chivas war erst einmal für lange Zeit gebrochen, zumal der Stadtrivale sich in den kommenden Jahren zum campeonisimo entwickelte; zur alles überragenden Mannschaft in Mexiko.

Die 1970er und 1980er Jahre waren von einem ständigen Überlebenskampf geprägt und Halbfinaleinzüge um die Landesmeisterschaft (wie 1972/73 und 1984/85) bildeten in dieser Epoche lediglich eine positive Ausnahmeerscheinung. Dagegen stieg Atlas in diesem Zeitraum zweimal in die Zweitklassigkeit ab (zum Saisonende 1970/71 bzw. 1977/78), wenngleich in beiden Fällen zumindest die unmittelbare Rückkehr ins Fußballoberhaus gelang.

Doch insbesondere der dritte – und bisher letzte – Abstieg im Frühjahr 1978 hatte den Verein stark zurückgeworfen. Seit dem Wiederaufstieg von 1979 verzehrte Atlas seine Kräfte über Jahre hinweg in einem nervenaufreibenden Abstiegskampf. 1979/80 hielt man die Klasse nur wegen eines mehr erzielten Punktes gegenüber dem Orsnachbarn Jalisco. Ein Jahr später musste Atlas in der Relegation gegen Unión de Curtidores antreten; ausgerechnet gegen jenen Gegner, gegen den man 1978 noch gescheitert war. Doch diesmal behielten die Atlistas die Oberhand. 1981/82 ging es abermals in die Relegation; diesmal gegen Tampico, gegen die man ein drittes Spiel benötigte, um sich in der ersten Liga zu halten. Auch 1982/83 verharrte man lange im Abstiegskampf und rettete sich schließlich mit drei Punkten Vorsprung auf Zacatepec. Damit nicht genug, konnte man sich auch in den Spielzeiten 1986/87 und 1988/89 jeweils nur mühevoll den Klassenverbleib sichern.

Erst in den 1990er Jahren erlebte Atlas eine erneute Renaissance. So erreichte man seither mehrmals das Halbfinale in den Play-offs um die mexikanische Meisterschaft und erzielte in der Gesamtjahreswertung der zehn Spielzeiten zwischen 1992/93 und 2001/02 beinahe regelmäßig einen besseren Punktestand als der ansonsten meist übermächtige Nachbar Chivas. Doch während die Chivistas in dieser für sie relativ trostlosen Phase sogar einmal die Meisterschaft gewinnen konnten (1997), reichte es für die Atlistas lediglich einmal zur Finalteilnahme in der Clausura 1998/99. Doch nach zwei äußerst dramatischen und torreichen Spielen gegen Toluca (3:3 und 2:2) unterlagen die Rot-Schwarzen letztendlich ein wenig unglücklich mit 4:5 im Elfmeterschießen.

Meistermannschaft der Saison 1950/51[Bearbeiten]

Die Meistermannschaft bestand aus folgenden Spielern: Raúl Córdova (Torwart), Juan Gómez Chapetes (Kapitän), Edwin Cubero, Adalberto "Dumbo" López, José "Chivo" Mercado, Javier Novello, Juan José Novo, Luis Ornelas, "El Negrito" Del Valle, Guadalupe Velázquez, Felipe Zetter.[3] Außerdem im Kader: Antonio Flores.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Javier Bañuelos Renteria: Balón a tierra (1896-1932) (Editorial Clio, México 1998), S. 32 ISBN 970-663-022-8
  2. Corazón Chiva: Cien años (Editorial Planeta Mexicana, Mexiko-Stadt 2006), S. 23f ISBN 970-37-0385-2
  3. Juan Cid y Mulet: Libro de Oro del Fútbol Mexicano - Tomo II, B. Costa-Amic, Mexiko-Stadt, S. 400

Erfolge[Bearbeiten]

Bekannte Spieler[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]