CHIO Aachen

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Springstadion während des CHIO Aachen 2004

Der CHIO Aachen ist ein seit 1924 in Aachen stattfindendes internationales Pferdesport-Turnier (Concours Hippique International Officiel). Nach dem Reglement der Internationalen Reiterlichen Vereinigung (FEI) darf jedes Land nur einen CHIO austragen. Somit ist der CHIO Aachen die einzige Veranstaltung ihrer Art in Deutschland. Veranstalter ist der Aachen-Laurensberger Rennverein e. V., welcher 1898 gegründet wurde. Austragungsort ist das Reitstadion in der Soers. Neben der Bezeichnung gemäß der Nomenklatur für Turniere wird der CHIO seit 1992 unter dem selbstgewählten Namen Weltfest des Pferdesports ausgetragen.

Der CHIO Aachen besteht aus den Disziplinen Springreiten (CSIO), Dressurreiten (CDIO), Fahren (CAIO), und den 2007 erstmals ausgetragenen Disziplinen Vielseitigkeit/Eventing (CICO) und Voltigieren (CVIO). Es wird jeweils ein Sieger in der Einzel- und in der Mannschaftswertung (Nationenpreis) bestimmt. Im Springreiten wird im Rahmen des CHIO Aachen Der Große Preis von Aachen ausgetragen, der das Hauptspringen an jedem Veranstaltungssonntag ist.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte[Bearbeiten]

Dressurstadion während des CHIO Aachen 2008

Das erste Reit- und Fahrturnier des Aachen-Laurensberger Rennverein – damals noch verbunden mit einem Pferderennen – fand am 13. Juli 1924 statt, unter maßgeblicher Beteiligung des Landrates des Landkreises Aachen, Hermann Pütz. Die seitdem jährlich ausgetragene Veranstaltung mit den Disziplinen Springen, Dressur und Fahren, dauerte 1927 schon sechs Tage. In diesem Jahr wurde auch zum ersten Mal der Große Preis von Aachen ausgetragen, und eine besondere Darbietung waren die täglichen Vorführungen der Spanischen Hofreitschule, die mit zwölf Lipizzaner-Hengsten angereist war. Der kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs vom 17. bis 29. August 1939 stattfindende CHIO Aachen war der letzte bis 1946. Ab 1947 wurde der CHIO Aachen wieder jährlich ausgetragen.

Im Jahr 1986 gab es noch einmal eine Unterbrechung, da in diesem Jahr die Weltmeisterschaft im Springreiten in Aachen stattfand. 2015, zum 100. deutschen CHIO, wird es laut Medienberichten die nächste Unterbrechung geben, da in diesem Jahr im August die Europameisterschaften in fünf Reitsportdisziplinen in Aachen ausgetragen werden. Aufgrund dieses Termins würde der CHIO 2015 nicht in Aachen stattfinden.[1]

Seit 2001 gibt es in jedem Jahr ein offizielles Partnerland, das mit besonderem Schwerpunkt auf dortige Pferdekultur mit verschiedenen Vorführungen und Präsentationen im Rahmenprogramm vorgestellt wird.

Nach den erfolgreichen Weltreiterspielen 2006 wurde das Programm des CHIO Aachen im Jahr 2007 um die Disziplinen Voltigieren und Vielseitigkeitsreiten (Eventing) erweitert. Der Geländeritt fand auf der Weltmeisterschaftsstrecke neben dem Reitstadion in der Aachener Soers statt. Dort wurde 2007 erstmals im Rahmen des CHIO auch die Marathonfahrt der Kutschen veranstaltet, die bis zu den Weltreiterspielen traditionell im Aachener Wald stattfand.

Im Jahr 2008 wurde das sonst sechstägige Turnier zum ersten Mal seit über 40 Jahren über zehn Tage ausgetragen, da man entschieden hatte, die Voltigierwettkämpfe vorzuziehen, um das straffe Programm von Wettkämpfen in nunmehr fünf Disziplinen zu entschärfen. Die wurde auch in den Folgejahren beibehalten.

Das Preisgeld des Großen Preises der Springreiter wird 2013 erstmals 1.000.000 Euro betragen. Gemeinsam mit den Großen Preisen von Genf und Calgary soll zudem ab 2013 ein von Rolex gesponserter Bonus ausgelobt werden, der „Rolex Grand Slam of Show Jumping“.[2][3]

Ergebnisse[Bearbeiten]

Die Ergebnisse der letzten drei Jahre in der Einzelwertung:

Springen
(Großer Preis von Aachen)
Dressur
(Grand Prix Kür)
Gespannfahren Vielseitigkeit Voltigieren
2012 1. Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Michael Whitaker
2. DeutschlandDeutschland Thomas Voß
3. DeutschlandDeutschland Meredith Michaels-Beerbaum
1. DeutschlandDeutschland Helen Langehanenberg
2. DeutschlandDeutschland Kristina Sprehe
3. DeutschlandDeutschland Dorothee Schneider
1. AustralienAustralien Boyd Exell
2. NiederlandeNiederlande Koos de Ronde
3. DeutschlandDeutschland Christoph Sandmann
1. AustralienAustralien Christopher Burton
2. DeutschlandDeutschland Michael Jung
3. Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Laura Collett
1.
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Joanne Eccles
OsterreichÖsterreich Stefan Csandl
2.
DanemarkDänemark Rikke Laumann
DeutschlandDeutschland Viktor Brüsewitz
3.
SchweizSchweiz Simone Jäiser
TschechienTschechien Lukas Klouda
2011 1. DeutschlandDeutschland Janne Friederike Meyer
2. FrankreichFrankreich Kevin Staut
3. DeutschlandDeutschland Andreas Kreuzer
1. DeutschlandDeutschland Matthias Alexander Rath
2. Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Steffen Peters
3. NiederlandeNiederlande Adelinde Cornelissen
1. AustralienAustralien Boyd Exell
2. NiederlandeNiederlande IJsbrand Chardon
3. Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Chester Weber
1. DeutschlandDeutschland Michael Jung
2. ItalienItalien Stefano Brecciaroli
3. Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich William Fox-Pitt
1.
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Joanne Eccles
SchweizSchweiz Patric Looser
2.
DeutschlandDeutschland Pia Engelberty
FrankreichFrankreich Nicolas Andreani
3.
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Mary McCormick
DeutschlandDeutschland Jannik Heiland
2010 1. KanadaKanada Eric Lamaze
2. SchweizSchweiz Pius Schwizer
3. SpanienSpanien Sergio Alvarez Moya
1. NiederlandeNiederlande Edward Gal
2. NiederlandeNiederlande Adelinde Cornelissen
3. NiederlandeNiederlande Imke Schellekens-Bartels
1. AustralienAustralien Boyd Exell
2. NiederlandeNiederlande IJsbrand Chardon
3. DeutschlandDeutschland Christoph Sandmann
1. NeuseelandNeuseeland Andrew Nicholson
2. DeutschlandDeutschland Andreas Dibowski
3. DeutschlandDeutschland Dirk Schrade
1.
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Joanne Eccles
DeutschlandDeutschland Kai Vorberg
2.
DeutschlandDeutschland Antje Hill
FrankreichFrankreich Nicolas Andreani
3.
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Megan Benjamin
SchweizSchweiz Patric Looser

Vollständige Übersicht der Sieger, auch in der Mannschaftswertung:

Literatur[Bearbeiten]

  • Anette Fusenig: Wie man ein 'Weltfest des Pferdesports' erfindet - Das Aachener Spring-, Reit- und Fahrturnier 1924 bis 1939, Diss. phil. RWTH Aachen, 2004 (online; PDF-Datei; 1,01 MB)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: CHIO Aachen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Artikel Der 100. CHIO von Deutschland nicht in Aachen... von Dieter Ludwig vom 20. Juni 2012, hierin wird der ALRV-Vorstandsvorsitzende Frank Kempermann zitiert: „Die Europameisterschaften werden in der zweiten Hälfte August stattfinden und damit wird der CHIO 2015 nicht in Aachen stattfinden.
  2. Superdeal im Springsport: Aachen, Genf und Spruce Meadows kreieren Grand Slam, PferdeSport International, 26. April 2013
  3. Rolex schlägt zurück: Millionen-Grand Slam für Springreiter, St. Georg, 26. April 2013

50.795686.094236Koordinaten: 50° 47′ 44″ N, 6° 5′ 39″ O