Cabernet Franc

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Cabernet Franc

Der Cabernet Franc (Kürzel Cf), auch Cabernet franc oder Cabernet Frank, ist eine rote Rebsorte. Sie ist nicht so verbreitet wie der bekanntere Cabernet Sauvignon, allerdings genügsamer hinsichtlich der klimatischen Anforderungen. Bis heute ist sie eine der sechs Rebsorten, die für Rotweine im Bordeaux verwendet werden dürfen (die anderen Sorten sind Cabernet Sauvignon, Carménère, Malbec, Merlot und Petit Verdot). Cabernet Franc ist ein Verschnittwein, vor allem in Frankreich und Italien (hier Cabernet Frank). Im Vergleich zum Cabernet Sauvignon ist der Tanningehalt geringer, die Weine weisen eine deutlich geringere Adstringenz auf und sind daher jünger trinkbar.

Im Jahr 1997 veröffentlichten John E. Bowers und Prof. Carole P. Meredith von der University of California, Davis eine Studie, in der durch DNA-Analyse mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Verwandtschaft zwischen dem Cabernet Sauvignon und den Sorten Cabernet Franc und Sauvignon Blanc aufgezeigt wird.[1] Auf eine engere Beziehung zum Cabernet Sauvignon wurde in der Literatur schon lange hingewiesen, jedoch nie in Verbindung mit der weißen Sorte Sauvignon Blanc.

Im Jahr 2009 wurde die direkte Verwandtschaft zum Merlot bestätigt. Die nahezu ausgestorbene Rebsorte Magdeleine Noire des Charentes sowie die Sorte Cabernet Franc sind die Eltern des Merlot [2] Die Auswertung der Resultate ergab ebenfalls, dass die bekannte Rebsorte Carménère eine natürliche Kreuzung der Sorten Gros Cabernet sowie Cabernet Franc ist.[3] Die alte Sorte Gros Cabernet ihrerseits entstand aus einer Kreuzung der Sorten Fer Servadou und Txakoli.[4]

Abstammung: vermutlich aus Wildreben selektioniert, im Bordelais nachweislich seit Jahrhunderten heimisch.

Verbreitung[Bearbeiten]

Insbesondere in der Gegend von Bordeaux spielt der Cabernet Franc trotz seines meist kleinen Anteils an der Anbaufläche zu Teilen eine markante Rolle; bei etlichen großen Weingütern findet sich der würzige Cabernet Franc nur dann in den Cuvées, wenn seine Reifezeit auskömmlich war, prominente Beispiele dafür sind Château Mouton-Rothschild und Château Pétrus. Die Cuvées mit Anteilen von Cabernet Franc markieren die großen Jahre. In "kleineren" Jahren werden die Erntepartien des Cabernet Franc dieser Güter deselektioniert und dem "Großen Wein" nicht hinzugegeben. Für den Château Cheval Blanc hingegen wird Cabernet Franc ungewöhnlicherweise zu ca. 60 % verwendet.

Reinsortig wird der Cabernet Franc an der Loire ausgebaut, beispielsweise im Weinbaugebiet Chinon. Auch in Ungarn fasst der reinsortige Cabernet Franc immer mehr Fuß. Vor allem in der Gegend um Villany/Szekszard, aber auch in Eger und in Balatonfüred/Csopak wird er in großartigen Qualitäten erzeugt. Die Rebe ist auch in Übersee beliebt. Speziell bei Weinen aus Osteuropa, aber auch Übersee, findet man des Öfteren in der Etikettierung nur die Bezeichnung Cabernet. Es handelt sich dabei meist um Cabernet Franc.

Siehe auch die Artikel Weinbau in Frankreich (Anbaufläche 35.214 Hektar,[5] Stand 2012), Weinbau in Italien, Weinbau in den Vereinigten Staaten (Allein in Kalifornien 1.457 Hektar,[6] Stand 2007), Weinbau in Australien (588 Hektar, Stand 2007),[7] Weinbau in Neuseeland (168 Hektar, Stand 2007),[8] Chile (1142 Hektar, Stand 2006),[9] Weinbau in der Schweiz (52 Hektar, Stand 2007)[10] und Weinbau in Südafrika (1019 Hektar, Stand 2007)[11] sowie die Liste der Rebsorten.

Ampelographische Sortenmerkmale[Bearbeiten]

In der Ampelographie wird der Habitus folgendermaßen beschrieben:

  • Die Triebspitze ist offen. Sie ist starkwollig weißlich behaart und mit einem karminroten Anflug versehen. Die Jungblätter sind wollig behaart und leicht rötlich gefleckt (Anthocyanflecken)
  • Die mittelgroßen hellgrünen Blätter sind fünflappig und tief gebuchtet. Die Stielbucht ist lyren-förmig offen. Das Blatt ist stumpf gezahnt. Die Zähne sind im Vergleich der Rebsorten sehr eng angelegt. Die Blattoberfläche (auch Spreite genannt) ist glänzend. Im Herbst rötet das Laub nur leicht und hauptsächlich im Bereich der Blattspitzen.
  • Die meist konus- bis walzenförmige Traube ist manchmal geschultert, klein und lockerbeerig. Die rundlichen Beeren sind klein und von bläulich-schwarzer Farbe. Die Schale der Beere ist ausgesprochen dünn aber fest.

Der Cabernet Franc verfügt über einen aufrechten und sehr kräftigen Wuchs. Die Rebsorte treibt mittel spät aus und entgeht daher meist den Frühjahrsfrösten. Die Rebsorte ist sehr anfällig gegen die Rebkrankheiten Echter Mehltau (auch Oidium genannt), Falscher Mehltau, die Grauschimmelfäule und die Eutypiose.

Die Trauben reifen Mitte bis Ende Oktober, physiologisch ca. 15 - 20 Tage später als die des Gutedels.

Synonyme[Bearbeiten]

Die Rebsorte Cabernet Franc ist auch unter den Namen Aceria, Acheria, Aroia, Arrouya (sie ist aber nicht identisch mit der Rebsorte Arrouya) Baro, Beron, Bidure, Bordo (gelegentlich in Nordostitalien gebraucht), Bordo Magher, Boubet, Bouchet, Bouchet Saint-Émilion, Bouchy, Breton, Burdelas Tinto, Cabernet, Cabernet Aunis, Cabernet bresciano, Cabernet Carbouet, Cabernet francese, Cabernet Franco, Cabernet Frank, Capbreton Rouge, Carbonet, Carbouet, Carmenet, Couahort pro Parte, Gamay de Ricenay, Gamput, Gros Bouchet, Gros Cabernet (aber nicht mit der Rebsorte Gros Cabernet zu verwechseln), Grosse Vidure, Mencía (Spanien), Kaberne Frank (Jugoslawien), Karmene, Méssanges Rouge, Morenoa, Noir Dur, Petite Vidure, Petite Vigne Dure, Petit Fer, Petite Vidure, Plant Breton, Plant de l’Abbé Breton, Plant des Sables, Rouge, Sable Rouge, Trouchet, Trouchet Noir, Véron, Véronais und Veron Bouchy bekannt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. John E. Bowers, Carole P. Meredith: The parentage of a classic wine grape, Cabernet Sauvignon. In: Nature. (Zusammenfassung)
  2. Parentage of Merlot and related winegrape cultivars of southwestern France: discovery of the missing link. (PDF; 44 kB), von J-M. Boursiquot, T. Lacombe, V. Laucou, S. Julliard, F-X. Perrin, N. Lanier, D. Legrand und C. Meredith, in Australian Journal of Grape and Wine Research 15: Seiten 144-155. 2009
  3. Merlot, la découverte du chaînon manquant (in französischer Sprache)
  4. [1]
  5. Les chiffres de la filière viti-vinicole (PDF, 1,2MB, französisch), Veröffentlichung des établissement national des produits de l’agriculture et de la mer (FranceAgriMer)
  6. http://www.nass.usda.gov/Statistics_by_State/California/Publications/Fruits_and_Nuts/200704gabtb00.pdf California Grape acreage 2007 Crop, vom California Department of Food and Agriculture, Sacramento, Veröffentlicht im April 2008 (PDF)
  7. https://www.awbc.com.au/winefacts/data/free.asp?subcatid=102 Statistik des Australian Government
  8. http://www.nzwine.com/assets/NZW_Stats_Annual_2007_Final_for_web.pdf (PDF) New Zealand Winegrowers Statistical annual 2007
  9. Catastro Viticola Nacional 2006, vom SAG Chile, veröffentlicht 2007 (spanisch, PDF)
  10. Das Weinjahr 2008 (PDF), Herausgeber Office fédéral de l’agriculture OFAG
  11. http://www.suedafrika-wein.de/Book_2008_web.pdf Southafrican Wine Industry Statistics, veröffentlicht im Juni 2008 (PDF)

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]