Cabrespine

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Cabrespine (Cabrespina)
Wappen von Cabrespine
Cabrespine (Frankreich)
Cabrespine
Region Languedoc-Roussillon
Département Aude
Arrondissement Carcassonne
Kanton Peyriac-Minervois
Gemeindeverband Carcassonne Agglo.
Koordinaten 43° 22′ N, 2° 28′ O43.3630555555562.4597222222222317Koordinaten: 43° 22′ N, 2° 28′ O
Höhe 275–943 m
Fläche 17,56 km²
Einwohner 175 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 10 Einw./km²
Postleitzahl 11160
INSEE-Code
Website cabrespine.eu

Gouffre de Cabrespine

Cabrespine (occitanisch: Cabrespina) ist eine französische Gemeinde mit 175 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Aude der Region Languedoc-Roussillon in Frankreich. Seine Einwohner nennt man Cabrespinois.

Lage[Bearbeiten]

Das kleine Dorf Cabrespine rund 25 Kilometer nordöstlich von Carcassonne. Es liegt nahe am Regionalen Naturpark Haut-Languedoc (Parc naturel régional du Haut-Languedoc) am Rand der Montagne Noire, tief ins Tal der Clamoux geduckt, die vom Pic de Nore in malerischen Schluchten herabfällt und geradewegs nach Süden zum Orbiel fließt. Es gehört zur Landschaft des Minervois und zum Weinbaugebiet des Cabardès.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1968 1975 1982 1990 1999 2006
Einwohner 190 218 192 193 195 188

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war Cabrespine eine bedeutende Gemeinde mit vielen wohlhabenden Händlern und Handwerkern. 1851 zählte man in Cabrespine mehr als 850 Einwohner. Doch Industrialisierung, Kriege und Landflucht ließen die Bevölkerungszahl unerbittlich zur Ader. Man zog in die Städte des unteren Languedoc oder nach Mazamet. Vor dem Ersten Weltkrieg war die Einwohnerzahl bereits auf 600 gesunken.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Bewohner Cabrespines lebten lange Zeit von der Landarbeit – natürlich vom Weinbau, aber auch von der Baumkultur von Esskastanie und Olive sowie vom Feldbau mit Roggen und Kartoffeln. Schließlich züchtete man der Wolle und des Käses wegen auch Schafe und Ziegen. Von drei jährlichen Märkten war der am ersten Augustmontag stattfindende, der durch einen königlichen Erlass von 1845 begründet wurde, dem Handel mit Wolltieren und mit Fassdauben aus Kastanienholz gewidmet.

Heute jedoch ziehen in die erhaltene Dorfstruktur neue Einwohner. Ob sie nun nur kurze Zeit im Sommer oder das ganze Jahr über hier sind, sie wollen jedenfalls wieder einen Sommer oder sogar einen Teil ihres Lebens im Dorf verbringen.

Geschichte[Bearbeiten]

Zur Zeit der römischen Eroberung verliefen durch Cabrespine Nebenstraßen zur Via Domitia, die Eisenerzgruben der Ausbeutung zugänglich machten. Die Bergwerke waren lange Zeit aufgelassen und wurden dann im letzten Jahrhundert wieder betrieben. Heute sind davon noch Abbauhalden und Verbindungsgänge übrig.

Cabrespine (aus lat. caput spina, dt. etwa 'Dornenspitze') gehörte seit der Zeit Karls des Großen und bis zur französischen Revolution zur Abtei Sainte-Marie de Lagrasse. 814 erwähnt ein Statut von Ludwig dem Frommen, dass sich in Cabrespine eine cella befinde, ein Filialkloster, mit der die Abtei Lagrasse die eigene Überbelegung minderte und die Überwachung der örtlichen Domäne durch die wenigen Mönche möglich wurde, die dort Wohnung nahmen. Heute sind vom Gebäude nur noch einige zunehmend unkenntliche Ruinen übrig.

Zur Karolingerzeit bestanden zwei Kirchengebäude: die Kapelle zur Gnädigen Mutter Gottes, neben dem heutigen Friedhof, mit einer Mauer als einzig verbliebenem Überrest, und die Sankt-Peters-Kirche. Von deren altem Bau in romanischem Stil ist nur noch eine weiße, im Stil der Merowingerzeit behauene Marmorplatte vorhanden, die in der heutigen, 1753 an derselben Stelle erbauten Nachfolgekirche aufgestellt ist.

Es gab eine Burg, von ihr blieben nur einige auf 1035, also die Kapetingerzeit, datierte Bruchstücke. Ursprünglich eine Königsburg, hatte Simon IV. de Montfort sie 1217 als Buße für seine Missetaten der Abtei Lagrasse gestiftet. Nachdem sie um 1327 an die Krone zurückgefallen war, wurde sie nacheinander von den Hugenotten angegriffen und 1584 von den Katholiken zurückerobert.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sennhütte in den Bergen bei Cabrespine
  • Die große Höhle von Cabrespine (Gouffre de Cabrespine) war schon im 16. Jahrhundert bekannt, wurde jedoch erst im Jahr 1970 wiederentdeckt; sie liegt oberhalb des Ortes und kann seit 1988 in Teilen besichtigt werden. Bemerkenswert sind einige Steinformationen aus Aragonit, die es in dieser Größe nur hier gibt. In der Höhle wurden auch Hinweise auf eine vorgeschichtliche menschliche Nutzung gefunden.
  • In der Umgebung von Cabrespine finden sich die Überreste mehrerer – in Trockenmauerwerkstechnik errichteten – Sennhütten (burons), die als Unterstände der Hirten bei Wind und Regen dienten. Gleichzeitig wurde hier während der heißen Sommermonate Ziegen- und Schafskäse gemacht.

Persönlichkeiten mit Bezug zum Ort[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]