Cachar

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Distrikt Cachar
কাছাড় জেলা
Lagekarte des Distrikts
Bundesstaat Assam
Verwaltungssitz: Silchar
Fläche: 3.783 km²
Einwohner: 1.736.319 (2011)
Bevölkerungsdichte: 459 Ew./km²
Website: cachar.gov.in

Cachar (Bengalisch: কাছাড় Kāchāṛ [ˈkatʃʰaɽ], Assamesisch: কাছাৰ Kāchār [ˈkasar]) ist ein Distrikt im indischen Bundesstaat Assam. Verwaltungssitz ist Silchar, die zweitgrößte Stadt Assams.

Geografie[Bearbeiten]

Luftbild von Silchar mit dem Barak-Fluss

Cachar liegt im Barak-Tal im Süden Assams. Der Distrikt grenzt im Nordwesten an den Bundesstaat Meghalaya (Distrikt Jaintia Hills), im Norden an den Distrikt Dima Hasao, im Osten an den Bundesstaat Manipur (Distrikte Tamenglong und Churachandpur), im Süden an den Bundesstaat Mizoram (Distrikte Aizawl und Kolazib) sowie im Südwesten an die Distrikte Halakandi und Karimganj. Im Westen liegt die Staatsgrenze zu Bangladesh.

Der Distrikt Cachar hat eine Fläche von 3.783 Quadratkilometern. Der größte Teil des Distriktsgebiets stellt sich als Flussebene dar, die vom Barak oder Surma, einem Nebenfluss des Meghna, durchflossen wird. Im Norden, Osten und Süden erheben sich Berge. Geografisch ist das Barak-Tal als Erweiterung der Flussebenen Ostbengalens (Bangladeschs) zu sehen, während es vom Rest Assams durch die Barail-Berge isoliert wird.

Geschichte[Bearbeiten]

Ruinen aus der Zeit des Kachari-Königreichs in Khaspur

Cachar war in früheren Zeiten Teil des Kachari-Königreichs. Die Kachari-Rajas, die zur ethnische Gruppe der Dimasa gehörten, hatten ihre Hauptstadt ursprünglich weiter nördlich in Dimapur. Nachdem der Eroberung Dimapurs durch die Ahom zogen sich die Besiegten ihre Hauptstadt in das Gebirgsland nach Maibong im heutigen Distrikt Dima Hasao. 1706 wurde auch Maibong vom Ahom-Herrscher Rudra Singh eingenommen. Daraufhin überquerten die Kacharis die Barail-Berge und ließen sich in der Ebene um Khaspur nieder. 1790 bekannte sich die Herrscherfamilie zum Hinduismus. 1819 eroberte das westwärts expandierende Birma das Kachari-Königreich und zwangen dessen Herrscher Gobind Chandra zur Flucht. Nachdem die Briten, die mittlerweile über Bengalen herrschten, die Birmaner im Ersten Anglo-Birmanischen Krieg (1824–1826) besiegt hatten, setzten sie Gobinda Chandra wieder ein. Nachdem dieser 1830 ohne Erben gestorben war, fiel sein Herrschaftsgebiet 1832 gemäß der Doctrine of Lapse an die Briten. Der Nordteil des ehemaligen Königreiches stand wurde unterdessen unter der Kontrolle eines Usurpators namens Tularam. 1854 wurde auch dieses Gebiet von den Briten annektiert.

Das neuerworbene Gebiet wurde als Distrikt Cachar in die Provinz Assam Britisch-Indiens eingegliedert. Mit der Unabhängigkeit Indiens 1947 wurde der Distrikt zu einem Teil des indischen Bundesstaates Assam. Dabei erhielt der Distrikt die östlichen Teile des Distrikts Sylhet, der im Zuge der Teilung Indiens zwischen Indien und Pakistan (Ostpakistan, heutiges Bangladesh) aufgeteilt wurde. 1951 entstand aus den hauptsächlich von Stammesvölkern besiedelten Berggebieten im Norden des Distrikts Cachar und Teilen der angrenzenden Distrikte Sivasagar, Nagaon und Khasi and Jaintia Hills der Distrikt United Mikir and North Cachar Hills. Dieser wurde 1970 in die Distrikte North Cachar Hills (heute Dima Hasao) und Mikir Hills (heute Karbi Anglong) geteilt. 1983 spaltete sich der Distrikt Karimganj als eigenständiger Distrikt von Cachar ab, 1989 folgte der Distrikt Hailakandi.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Nach der indischen Volkszählung 2011 hat der Distrikt Cachar 1.736.319 Einwohner. Gemessen an der Einwohnerzahl ist er der viertgrößte Distrikt Assams. Im Vergleich zur letzten Volkszählung 2001 war die Einwohnerzahl um 20,2 Prozent und somit etwas schneller als im Mittel Assams (16,9 Prozent) gewachsen. Die Bevölkerungsdichte liegt mit 459 Einwohnern pro Quadratkilometer über dem Durchschnitt des Bundesstaates (397 Einwohner pro Quadratkilometer). 18,2 Prozent der Einwohner des Distrikts Cachar leben in Städten. Der Urbanisierungsgrad ist damit etwas höher als der Mittelwert Assams (14,1 Prozent). Die Alphabetisierungsquote entspricht mit 74,6 Prozent dem Durchschnitt des Bundesstaates (73,2 Prozent).[1]

Das Barak-Tal, zu dem Cachar gehört, weist durch seine geografische Lage historisch und kulturell starke Verbindungen nach Bengalen auf. So ist die vorherrschende Sprache Bengali, das im Distrikt Cachar wie auch in den anderen beiden Distrikten des Barak-Tals neben dem Assamesischen auf Distriktebene als Amtssprache dient. Nach der Volkszählung 2001 stellen im Distrikt Cachar Hindus mit 61,4 Prozent die Mehrheit der Bevölkerung. Daneben gibt es einen größeren muslimischen Bevölkerungsanteil von 36,1 Prozent und eine kleinere christliche Minderheit von 2,2 Prozent.[2]

Städte[Bearbeiten]

Stadt Einwohner
(2001)[3]
Ambikapur 10.014
Durga Nagar 7.425
Kanakpur 7.089
Lakhipur 9.708
Silchar 142.393
Silchar Part-X 5.313
Uttar Krishnapur 5.129

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Census of India 2011: Provisional Population Totals. Paper 1 (PDF; 16,7 MB) und Paper 2 (MS Excel; 62 kB).
  2. Census GIS India
  3. Census of India 2001: Population, population in the age group 0-6 and literates by sex - Cities/Towns (in alphabetic order)

Literatur[Bearbeiten]

  • The Imperial Gazetteer of India. Band 9: Bomjur to Central India. New edition. Clarendon Press, Oxford 1908, S. 248–249, Stichtwort Cāchār.

Weblinks[Bearbeiten]