Kazike

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Kazike (Begriffsklärung) aufgeführt.

Kazike (spanisch cacique) ist eine Bezeichnung für indigene Anführer oder Adlige in Mittel- und Südamerika.

Das Wort stammt ursprünglich aus der in der Karibik verbreiteten Sprache der Taíno. Erstmalige schriftliche Erwähnung findet es in Christoph Kolumbus’ Bordbuch seiner ersten Reise in die Neue Welt. Der entsprechende Eintrag vom 17. Dezember 1492 lautet:

„Ich sah, wie einer von ihnen, den die anderen Kazike nannten, und den ich für den Gouverneur der Provinz hielt, ein handgroßes Goldblatt in Händen hielt und so tat, als wolle er es gegen etwas anderes austauschen.“

Die nachfolgenden spanischen „Entdecker“, Konquistadoren und Chronisten übernahmen den Begriff auch in einem geographisch weiter gefassten Kontext. Gebiete, in denen ein Kazike herrschte, wurden cacicazgo genannt.

Manuscrit du Cacique, auch Codex Becker, heißt eine vorkoloniale mexikanische Bilderhandschrift der Azteken, in der die ungewöhnliche Abbildung von sechs Musikern enthalten ist, die Trommeln, Rasseln, Blasinstrumente und möglicherweise auch einen Musikbogen spielen.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. M.H. Saville: The Musical Bow in Ancient Mexico. The American Anthropologist, Vol. XI, September 1898, S. 280–284, hier S. 283