Caddo-Sprachen

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Verbreitung der Caddo-Sprachen

Die Caddo-Sprachen sind im Gebiet der Great Plains in den USA verbreitet. Keine der noch lebenden Caddo-Sprachen erreicht jeweils eine Sprecherzahl von mehr als 200. Es sind Verwandtschaften von Caddo zu den Sioux-Sprachen und zum Irokesischen postuliert worden; es bleibt jedoch ungewiss, wie nahe die Sprachen einander standen.

Aufgliederung[Bearbeiten]

Zur Familie der Caddo-Sprachen gehören insgesamt fünf verschiedene Untergruppen:

I. Nördliches Caddo

A. Pawnee-Kitsai
a. Kitsai-Sprachen
1. Kitsai (manchmal auch Kichai) (†)
b. Pawnee
2. Arikaree
3. Pawnee (Dialekte: South Bend, Skiri)
B. Wichita-Sprachen
4. Wichita (Dialekte: Wichita, Waco, Towakoni)

II. Südliches Caddo

5. Caddo (Dialekte: Kadohadacho, Hasinai, Natchitoches, Yatasi)

Die Kitsai-Sprache geriet außer Gebrauch, nachdem im 19. Jahrhundert die letzten Sprecher vom Wichita-Stamm eingemeindet wurden. Caddo, Wichita und Pawnee werden heute nur noch in Oklahoma von einigen wenigen älteren Menschen gesprochen. Arikaree ist derzeit noch auf dem Gebiet der Fort-Berthold-Reservation in Nord-Dakota gebräuchlich. Früher genoss der Caddo-Sprachraum einen größeren Umfang. So wurde zum Beispiel Caddo im Norden Texas', im südwestlichen Arkansas, im Nordwesten Louisianas und im südöstlichen Oklahoma gesprochen, während Pawnee entlang des Platte Rivers im heutigen Nebraska ebenfalls einen Sprachraum bildete.

Mögliche Verwandtschaftsbeziehungen[Bearbeiten]

Es erscheint möglich, dass Adai, eine heute ausgestorbene Isolierte Sprache, von der sich nur eine Liste von 275 Wörtern erhalten hat, eine Caddo-Sprache sein könnte, was jedoch wegen der ungenügenden Aufzeichnungen nicht mit Sicherheit festzustellen ist.

Ferner wird eine verwandtschaftliche Beziehung zu Keres oder aber als Bestandteil einer Makro-Sioux-Sprachfamilie zu den Sioux-Sprachen und zu den Irokesischen Sprachen vermutet. Während eine Verwandtschaft mit Keresan nunmehr größtenteils abgelehnt wird, erscheint die Verbindung zu einer möglichen Makro-Sioux-Sprachfamilie durchaus denkbar. Es sind jedoch weitere Forschungen erforderlich, um die Richtigkeit der entsprechenden Annahme zu verifizieren.

Literatur[Bearbeiten]

  • Campbell, Lyle. (1997). American Indian languages: The historical linguistics of Native America. New York: Oxford University Press. ISBN 0-19-509427-1.
  • Chafe, Wallace L. (1973). Siouan, Iroquoian, and Caddoan. In T. Sebeok (Ed.), Current trends in linguistics (Vol. 10, pp. 1164-1209). The Hague: Mouton. (Reprinted as Chafe 1976).
  • Chafe, Wallace L. (1976). Siouan, Iroquoian, and Caddoan. In T. Sebeok (Ed.), Native languages in the Americas (pp. 527-572). New York: Plenum. (Originally published as Chafe 1973).
  • Chafe, Wallace L. (1976). The Caddoan, Iroquioan, and Siouan languages. Trends in linguistics; State-of-the-art report (No. 3). The Hague: Mouton. ISBN 90-279-3443-6.
  • Chafe, Wallace L. (1979). Caddoan. In L. Campbell & M. Mithun (Eds.), The languages of Native America: Historical and comparative assessment (pp. 213-235). Austin: University of Texas Press. ISBN 0-292-74624-5.
  • Chafe, Wallace L. (1993). Indian languages: Siouan-Caddoan. Encyclopedia of the North American colonies (Vol. 3). New York: C. Scribner's Sons ISBN 0-684-19611-5.
  • Lesser, Alexander; & Weltfish, Gene. (1932). Composition of the Caddoan linguistic stock. Smithsonian Miscellaneous Collections, 87 (6), 1-15.
  • Mithun, Marianne. (1999). The languages of Native North America. Cambridge: Cambridge University Press. ISBN 0-521-23228-7 (hbk); ISBN 0-521-29875-X.
  • Taylor, Allan. (1963). Comparative Caddoan. International Journal of American Linguistics, 29, 113-131.

Siehe auch: Caddo (Konföderation)