Caen
| Caen | ||
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| Region | Basse-Normandie (chef-lieu) | |
| Département | Calvados (Präfektur) | |
| Arrondissement | Caen | |
| Kanton | Chef-lieu von 9 Kantonen | |
| Gemeindeverband | Communauté d'Agglomération de Caen la Mer | |
| Koordinaten | 49° 11′ N, 0° 22′ W49.182222222222-0.3705555555555613Koordinaten: 49° 11′ N, 0° 22′ W | |
| Höhe | 2–73 m | |
| Fläche | 25,70 km² | |
| Einwohner – Unité urbaine |
108.954 (1. Jan. 2010) 197.388 |
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| Bevölkerungsdichte | 4.239 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 14000, 14300 | |
| INSEE-Code | 14118 | |
| Website | http://www.ville-caen.fr/ | |
Männerabtei Saint-Étienne |
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Caen /kɑ̃/ ist die Hauptstadt der französischen Region Basse-Normandie und mit 108.954 Einwohnern (Stand 1. Januar 2010) die größte Stadt im Département Calvados. Außerdem ist sie Sitz der Präfektur des Départements. Die Präfektur verwaltet auch das Arrondissement Caen; es besteht aus 24 Kantonen. Die Stadt selbst untergliedert sich in neun Kantone. Sie liegt am Fluss Orne.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte [Bearbeiten]
Der Name der Stadt Caen ist altkeltisch und bedeutet so viel wie Schlachtfeld (catu = Kampf; mago = Ebene). Bereits zur Zeit, als Kelten dort siedelten, sowie im 11. Jahrhundert und später war Caen Schauplatz heftiger Kämpfe.
Das 1027 erstmals erwähnte Caen war im 11. und 12. Jahrhundert eine wichtige Stadt des Herzogtums Normandie; Wilhelm der Eroberer ließ in Caen eine Burg sowie eine Abtei für Frauen (Abbaye aux dames) und eine für Männer (Abbaye aux hommes) errichten, in der er auch begraben wurde. Später, während der Hugenottenkriege (1562), wurde sein Grab zerstört und seine Gebeine gingen verloren. Wilhelms Grabstein ist aber bis heute in der Kirche zu besichtigen. Er ließ die Klöster bauen, um nach seiner vom Papst missbilligten Heirat mit seiner Cousine Mathilde Sühne zu leisten. Beide Klöster gehören zu den wichtigsten Baudenkmälern in der Normandie und werden heute – von den Mönchen bzw. Nonnen während der Französischen Revolution verlassen – als Pfarrkirchen genutzt.
Der englische König Wilhelm II. und sein Bruder, Herzog Robert II. von der Normandie, schlossen 1091 in Caen einen Vertrag, in dem sie ihre Streitigkeiten beilegten. In der Anfangsphase des Hundertjährigen Krieges wurde die Stadt am 26. Juli 1346 von König Eduard III. von England erobert und geplündert, ehe er mit seiner Armee weiterzog und die für ihn siegreiche Schlacht von Crécy ausfocht. König Heinrich V. von England eroberte Caen 1417 und nun blieb es in der Spätphase des Hundertjährigen Krieges bis 1450 in englischem Besitz; seitdem gehörte es dauerhaft zu Frankreich. 1542 wurde Caen Sitz der Generalität für die Basse-Normandie. Während der Regierung Ludwigs XIV. kam es zu einem wirtschaftlichen Aufschwung der protestantisch gewordenen Stadt, doch endete dieser, als 1685 die Hugenotten infolge der Aufhebung des Ediktes von Nantes auswanderten. Während der Französischen Revolution probte General Wimpffen nach dem Sturz der Girondisten (1793) von Caen aus einen gescheiterten Aufstand gegen die Jakobiner. 1815 wurde die Stadt vom preußischen ersten Armeekorps erobert und die Zitadelle besetzt.
Als im Zweiten Weltkrieg die Westalliierten 1944 die Küste der Normandie als Landungsort der Invasion festlegten, kam Caen als Eisenbahnknotenpunkt besondere Bedeutung zu. Nach der am 6. Juni 1944 (D-Day) geglückten Landung der Briten (Gold Beach, Sword Beach), Kanadier (Juno Beach) und US-Amerikaner (Utah Beach, Omaha Beach) rückten zunächst die Briten zusammen mit französischen Kommandoeinheiten von Sword-Beach allein auf Caen vor; dann stießen die bereits am Invasionstag vereinten Truppen von Juno und Gold dazu. Laut Operation Overlord war geplant, die Stadt in wenigen Tagen zu besetzen, denn die Einnahme von Caen als erster größerer Stadt auf französischem Boden hatte eine große strategische und psychologische Kriegswirkung.
Allerdings leisteten die deutschen Verteidiger in der Schlacht um Caen einen unerwartet massiven Widerstand. Im Verlauf dieser Kämpfe wurde Caen fast völlig zerstört. Die vollständige Einnahme der Stadt gelang den Briten und Kanadiern erst am 9. Juli 1944.
Der Wiederaufbau von Caen dauerte offiziell von 1948 bis 1962. Erstmals war am 6. Juni 2004 mit Gerhard Schröder ein deutscher Bundeskanzler zur Jubiläumsfeier der Invasion eingeladen.
Politik [Bearbeiten]
Bürgermeister [Bearbeiten]
Bürgermeister von Caen ist seit 2008 Philippe Duron (* 19. Juli 1947). Er ist Mitglied der Sozialistischen Partei Frankreichs und trat bei den Wahlen im März 2008 als Spitzenkandidat für die vereinigte Liste der Linken Caen en Capitals an. Im zweiten Wahlgang am 16. März 2008 besiegte seine Liste die der UMP von Amtsvorgängerin Brigitte Le Brethon und beendete damit die seit 1959 ununterbrochene Regierungszeit konservativer Parteien in Caen.
Städtepartnerschaften [Bearbeiten]
Die Stadt Caen unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:
Würzburg, Bayern, seit 1962
Portsmouth, Südostengland, seit 1987
Nashville, Tennessee, seit 1991
Alexandria, Virginia, seit 1991
Thiès, Senegal, seit 1992
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Verkehr [Bearbeiten]
In Caen fährt die Tramway de Caen, ein sogenannter Spur-Obus. Er stellt eine Mischung aus Oberleitungsbus und Straßenbahn dar. Der Flugplatz Caen-Carpiquet befindet sich außerhalb der Stadt, nahe dem Ort Carpiquet, und bietet einige wenige Inlandsflüge, aber auch saisonale Flüge z. B. nach Spanien, Malta und Kroatien. Mit über 100.000 Passagieren pro Jahren ist der Flugplatz der wichtigste der Normandie. Ferner verfügt Caen über ein dichtes Netz an Buslinien. Die Stadt kann über den Canal de Caen à la Mer, der parallel zum Fluss Orne bis zur Mündung bei Ouistreham verläuft, auch mit kleineren Schiffen erreicht werden. Neben dem Jachthafen gehört zur Stadt Caen außerdem der Handels- und Fährhafen Caen-Ouistreham mit täglichen Fähren nach Portsmouth. Die Eisenbahnstrecke nach Paris soll im kommenden Jahrzehnt teilweise neu gebaut werden und die Fahrzeit von 1:45 Stunden auf eine Stunde sinken.[1]
Ansässige Unternehmen [Bearbeiten]
Die Firma NXP Semiconductors unterhält in Caen ein Halbleiterwerk mit einer Forschungs- und Entwicklungsabteilung. Weiterhin gibt es Produktionsstätten der Unternehmen Renault und Bosch. Der größte Arbeitgeber der Region ist jedoch das Universitätskrankenhaus.
Bildung [Bearbeiten]
In Caen befindet sich die 1432 von König Heinrich VI. von England gegründete Universität Caen. Sie wurde während der schweren Kämpfe im Zweiten Weltkrieg fast komplett zerstört, jedoch nach dem Ende des Krieges wieder auf- und ausgebaut. Das Symbol der Universität ist deshalb der Phönix.
Die Universität ist gegliedert in den älteren Campus 1 nahe der Stadtmitte, sowie den Campus 2 weiter nördlich. Ersterer beherbergt vor allem die Geisteswissenschaften und Sozialwissenschaften, wohingegen die meisten Naturwissenschaften am Campus 2 zu finden sind. Des Weiteren gibt es noch einen Campus 3, der sich etwa in südlichen Vorort Ifs befindet und das Institut universitaire de Technologie (IUT) beherbergt. Momentan studieren etwa 25.000 Studenten an der Université de Basse-Normandie.
Außerdem gibt es in Caen die Kunsthochschule ESAM (Ecole supérieure d'arts et médias de Caen-Cherbourg), die außer verschiedenen regulären Studiengängen auch Abendkurse für Kinder und Erwachsenen anbietet. Insgesamt werden im ESAM Caen-Cherbourg ca. 1800 Studenten und Kursteilnehmer pro Jahr unterrichtet. [2]
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
- Die beiden romanischen Kirchen der Abbaye aux Hommes („Männerabtei“) Saint-Étienne und der Abbaye aux Dames („Frauenabtei“) Sainte-Trinité, sowie die Burg Wilhelms des Eroberers sind die Hauptsehenswürdigkeiten.
- Die Kirche Saint-Pierre
- Die Kirche Saint-Martin
- Das Mémorial de Caen ist eines der meistbesuchten Museen über die Geschichte des Zweiten Weltkrieges außerhalb des Pariser Ballungsraumes.
- Das Kunstmuseum in der alten Burg, das Musée des beaux-arts de Caen, verfügt über eine bedeutende Gemäldesammlung.
- Im "Musée de Normandie", das sich ebenfalls im Schloss befindet, wird die Geschichte der Region Normandie von der Steinzeit bis in die heutige Zeit mit zahlreichen Ausstellungsstücken gezeigt.
- Der „Jardin botanique“ und der „Parc floral de la Colline aux Oiseaux“ sind bedeutende Parks
Sport [Bearbeiten]
- Caen war zwischen 1947 und 2006 insgesamt 15 Mal Etappenort der Tour de France.[3]
- Im August/September 2014 werden die Weltreiterspiele in Caen ausgetragen.
Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]
- Jean de Bernieres-Louvigny, französischer Mystiker und Autor (1602-1659)
- Daniel-François-Esprit Auber, Opernkomponist (1782–1871)
- Tanneguy Le Fèvre, Humanist
- Emmanuel Bex, Jazzorganist
- Isaak Franz Egmont Graf von Chasot, Freund Friedrichs des Großen und preußischer Offizier
- Alexandre-Étienne Choron, Musikwissenschaftler und -pädagoge
- Jean de Crèvecoeur, US-amerikanischer Schriftsteller
- Jacques Daléchamps, französischer Arzt und Botaniker
- Jules Danbé, Dirigent und Geiger
- André Danjon, französischer Astronom
- Jacques-Amand Eudes-Deslongchamps, französischer Mediziner, Zoologe und Paläontologe
- Gabriel Dupont, Komponist
- Martial de Guernon-Ranville, Minister
- Mathieu Hamel (* 1970), Beachvolleyballspieler
- Lily Herse (* 1928), Radrennfahrerin
- Jean-Pierre Jaussaud, Autorennfahrer
- Marie-Pierre Kœnig, französischer General
- Marek Kwiatkowski (* 1930), polnischer Kunsthistoriker
- Guy de Lioncourt (1885–1961), französischer Komponist
- François de Malherbe, französischer Schriftsteller
- Pierre Varignon, französischer Mathematiker
- Pierre Ragues, Autorennfahrer
- Mélanie Pain, Pop- und Chansonsängerin
Weblinks [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Projektseite (frz.), abgerufen am 16. Juni 2012
- ↑ [1]
- ↑ le dico du tour: Caen dans le Tour de France depuis 1947, abgerufen am 23. Januar 2013
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