Café Keese (Hamburg)

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Café Keese, Vorderseite

Das Café Keese in Hamburg wurde 1948 auf der Reeperbahn von Bernhard Keese gegründet. Die Rückseite hat die Adresse Seilerstraße.

Zu beiden Seiten ist mit erhabenen Lettern der Schriftzug Ermisch-Haus angebracht.

Geschichte[Bearbeiten]

In seinen besten Zeiten war das Café Keese ein recht solides, gesittetes Tanzlokal. Alleinstehende älteren Semesters konnten sich hier in der Nachkriegszeit suchen und finden, ohne schief angesehen zu werden. Einsamkeit und Tanzvergnügen waren die gemeinsamen Nenner. Es hatte aber absolut nichts mit dem berüchtigten Rotlichtmilieu zu tun. Bundesweit bekannt geworden ist auch die Methode Ball Paradox: Hier fordern nicht die Herren die Damen zum Tanz auf, sondern umgekehrt. So hatten besonders die Damen Gelegenheit, den Partner ihrer Wahl unverbindlich kennenzulernen. Nummerierte Tischtelefone machten die Kontaktaufnahme möglich. Aus manchem Tanz soll so auch eine Gemeinschaft fürs Leben geworden sein.

Im Jahr 1998 starb der letzte Betreiber. Das Keese war zwar schon damals kultig, aber finanziell nicht mehr tragfähig. Der Tanzsalon musste schließen.

Bei der Überlassung des Objekts an die Osmanis (siehe Burim Osmani) soll die Erbengemeinschaft 1998 einen Vertrag zur langfristigen Nutzung beziehungsweise Pacht vereinbart haben. Eine Nutzung als Bordell soll seinerzeit nicht ausgeschlossen gewesen sein. Es ist bis heute jedoch nicht realisiert worden.

Seit 2002 wurde das Café Keese für unterschiedlichste Events genutzt: im Souterrain als Ball der einsamen Herzen, zur Reeperbahn hin als Quatsch Comedy Club, und im Souterrain auf der Rückseite durch Clubs wie 16 Monkeys , Bodrum Club oder Tunnel.

2008 verschwand der rückwärtige Schriftzug – ein Erkennungsmerkmal des Tanzlokals. Im Rahmen einer neuen Nutzung wurde die Fassade mit roter Farbe überstrichen und so der alte Schriftzug ausgelöscht.

Im Januar 2013 wurde das Objekt von einem neuen Pächter umgebaut. Der deutsche Unternehmer, Fischhändler und Gründer der Firma „Gosch/Sylt“ Jürgen Gosch betrieb hier von Ostern 2013 bis zum 1.0ktober 2014 „Die sündigste Fischbude der Welt“ mit ca. 160 Sitzplätzen auf 600 m² im Innenraum plus Straßenverkauf auf einer Terrasse für 60 bis 80 Gäste. Zwar äußerte Gosch sich zu den Umbauten: „Der alte Charme des Hauses darf nicht verschwinden.“ Doch auf der Rückseite und besonders an der Vorderfront sind gravierende Veränderungen vorgenommen worden. Das alte "Café-Keese"-Schild auf der Reeperbahn blieb zumindest in veränderter Form erhalten. Jürgen Gosch eröffnete 1972 sein erstes Restaurant auf Sylt, inzwischen gibt es 11 Filialen auf der Insel und 22 Filialen auf dem Festland.

Die Immobilie auf dem Kiez hatte Gosch von dem umstrittenen Unternehmer Burim Osmani gepachtet. Das Lokal musste jedoch im Oktober 2014 nach gut 1 1/2 Jahren schließen, da der finanzielle Erfolg ausblieb [1]. Ein neuer Pächter soll bereits gefunden worden sein. Ob es sich dabei tatsächlich um die Münchner Burger-Kette "Hans im Glück Franchise GmbH" handelt, ist aber noch nicht bestätigt [2].

Vor dem Gebäude ist auf der Reeperbahn seit 1996 der Stern von Udo Lindenberg eingelassen, eine den Sternen des „Hollywood Walk of Fame“ nachempfundene Ehrentafel für den Künstler.

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. "Fischbude im Keese - Miete zu hoch: Gosch auf der Reeperbahn macht dicht" Hamburger Morgenpost, 26. September 2014
  2. "Sylter Fischimbiss Gosch verlässt die Reeperbahn" Hamburger Abendblatt, 25. September 2014

53.550149.96639Koordinaten: 53° 33′ 1″ N, 9° 57′ 59″ O