Cafe Racer

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Thunderbike PainTTless
Die legendäre A.J.S. 7R Boy Racer mit 350 cm³
Moderner Cafe Racer auf Basis der Buell XB Lightning
Moderner Cafe Racer: Voxan Black Magic

Ein Cafe Racer (ˈkæffi rāsər, auch Café Racer, englische Schreibweise mit kleinen Anfangsbuchstaben) in Reinform ist ein zur Rennmaschine umgebautes englisches Serienmotorrad der 1960er Jahre; diese Maschinen standen ursprünglich im Mittelpunkt einer Subkultur.

Namensgebend war das Treffen der Rockers der 1960er Jahre in den Cafés der Vororte der Großstädte wie dem legendären Ace Cafe in London. Von hier aus machten die Rocker die Straßen der Umgebung unsicher, was für die damalige Jugend auch Rebellion gegen vorhandene Gesellschaftsnormen symbolisierte.

Das Motorrad war wichtigstes Szeneelement und wurde nach allen Regeln der Kunst individuell verändert und umgebaut. Was am Ende der Umbaumaßnahmen herauskam, wurde als Cafe Racer bezeichnet. Tief geduckte Maschinen mit Stummellenkern und offenen Schalldämpfern wurden bis zu Geschwindigkeiten von über 100 mph (the ton), entsprechend 160 km/h, „frisiert“ und in Straßenrennen untereinander gemessen. Die klassische Strecke für das Rennen führte vom Ace Cafe zum nächsten Kreisverkehr und wieder zurück. Diese Distanz war nach Möglichkeit zurückzulegen, ehe eine zuvor in der Jukebox angewählte Single zu Ende abgespielt war (Record Race).[1]

Vorbilder für die Umbauten der Serienmotorräder waren die damals aktuellen Rennmaschinen der Tourist Trophy auf der Isle of Man wie beispielsweise die Norton Manx. Genre-typisch sind entsprechend vor allem ein- bis dreizylindrige Motorräder englischen Fabrikats (BSA, Norton, Triumph etc.), später aber auch zahlreiche japanische Fabrikate wie die SR400, die oftmals aus Kostengründen als Basis dien(t)en. Schnörkellose Tanks aus (poliertem) Leichtmetall, Stummellenker, ein großer Einzelscheinwerfer, serienfremde Einzelsitzbänke und demontierte Rückspiegel bilden prägnante Stilmerkmale.

Bemerkenswert waren auch Konstruktionen aus Triumph-Motoren und Norton-Rahmen, die sogenannten Tritons oder auch Norvins, bei denen Vincent-Motoren in Norton-Fahrwerke verbaut wurden. Ab Mitte der 1970er Jahre, und nach dem Niedergang der britischen Motorradindustrie, wurde der Cafe-Racer-Stil auch von internationalen Motorradherstellern aufgegriffen.

Zahlreiche Print & Online Magazine beschäftigen sich weltweit mit dem Thema Cafe Racer, da sich auch heute noch viele Fahrzeugveredler (Customizer) mit dem Thema befassen.

Cafe Racer heute[Bearbeiten]

Moderne Interpretationen von Cafe Racern finden sich auch heute zahlreich. So ließ BMW 2013 vom amerikanischen Designer Roland Sands einen Cafe Racer namens Concept 90 entwickeln und der deutsche Customizer Thunderbike wurde 2012 mit seinem Bike "PainTTless"[2] Weltmeister im Custombikebau.

Die heutigen Streetfighter können als moderne Nachfahren der Cafe Racer gelten, jedoch werden auch heute noch moderne Motorräder im Stile eines Cafe Racers individuell umgebaut. Wesentliche Unterschiede sind, dass hier meist hubraumstarke Tourenmotorräder der letzten 20 Jahre als Basis dienen, moderne Komponenten wie Einarmschwinge, Zentralfederbein oder Upsidedown Gabel zum Einsatz kommen und die Linienführung eher breit ausfällt.

Seit der Wiedereröffnung des Ace Cafe 2001 trifft sich die Szene einmal jährlich dort zum „Ace Day“.

Literatur[Bearbeiten]

  • Sabine Welte: Cafe Racer: Speed and Bikes and Rock' n 'Roll. Verlag GeraMond, München 2009, ISBN 978-3765476945
  • Stephan H. Schneider, Katharina Klimpke, Carsten Heil, Dirk Mangartz: Café Racer: Von den Anfängen zum Superbike. Huber Verlag, Mannheim 2008, ISBN 978-3927896215

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Geschichte des Ace Cafes auf: ace-cafe-london.com
  2. http://www.bikeexif.com/thunderbike