Cafestol

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Strukturformel
Strukturformel von Cafestol
Allgemeines
Name Cafestol
Andere Namen
  • Cafesterol
  • Coffeol
Summenformel C20H28O3
CAS-Nummer
  • 469-83-0
  • 81760-48-7 (Acetat)
PubChem 108052
Kurzbeschreibung

farbloser, kristalliner Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 316,44 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

160–162 °C[2]

Löslichkeit
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [5]
keine Einstufung verfügbar
H- und P-Sätze H: siehe oben
P: siehe oben
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Cafestol ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Diterpene, die natürlich in den Früchten der Kaffeepflanze vorkommt. Coffea-arabica-Sorten enthalten dabei 2,7–6,7 g/kg in der Trockenmasse, Coffea-robusta-Bohnen 1,5–3,7 g/kg. Das Terpen liegt in den Früchten als Ester mit Fettsäuren vor, meist als Cafestolpalmitat oder Behensäureester,[6] und wird beim Rösten teils freigesetzt, teils zu Dehydrocafestol und Cafestal zersetzt.[3] Obwohl nur gering wasserlöslich, findet sich Cafestol auch im Kaffeeaufguss.

Struktur und Eigenschaften[Bearbeiten]

Die wichtigsten Tetracyclophytane

Die chemische Struktur des Cafestol kann als Derivat des Kauran, einem Tetracyclophytan, mit einem anellierten Furan-Ring beschrieben werden.[2] Bei der ersten Isolierung aus öligen Bestandteilen von Kaffee in den 1930er Jahren wurde Cafestol zunächst für ein Steroid gehalten und daher als Cafesterol bezeichnet. In Gegenwart von Säuren zersetzt sich das Terpen rasch; auch die wachsartigen bis kristallinen Fettsäureester des Cafestol sind säureempfindlich und neigen zur spontanen Polymerisation. Mit Antimon(III)-chlorid und Phosphormolybdänsäure zeigen das Terpen sowie seine Ester eine charakteristische Farbreaktion, die zum Nachweis verwendet werden kann.[4]

Das Kahweol oder 1,2-Dehydrocafestol

Ein ebenfalls im Kaffee gefundenes Derivat des Cafestol ist das Kahweol (1,2-Dehydrocafestol).[6]

Verwendung und biologische Wirkung[Bearbeiten]

Kaffeebohnenöl, das 15 % Cafestol und Kahweol enthält, wurde als Sonnenschutz eingesetzt. Beide Substanzen zeigten entzündungshemmende, antigenotoxische und antikarzinogene Eigenschaften; bei Ratten verhinderten sie die Bildung von Mammacarcinomen, beim Goldhamster wurden verschiedene Tumoren um bis zu 40 % inhibiert. Die Wirkung wird auf eine Aktivierung der Glutathion-S-Transferase zurückgeführt.[7] Cafestol hemmt die Enzyme Cholesterol-7-Hydroxylase sowie Sterol-27-Hydroxylase in den Hepatozyten, die für den Abbau von Cholesterin zu Gallensäuren erforderlich sind und erhöht so indirekt den Cholesterinspiegel.[2]

Cafestol ist kommerziell unter anderem in Form von Cafestolacetat[8] oder 16-O-Methylcafestol[9] erhältlich.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Shmuel Yannai: Dictionary of food compounds with CD-ROM: additives, flavors and ingredients. CRC Press, 2004, ISBN 978-1-58488-416-3, S. 147.
  2. a b c Cafestol. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 13. Juni 2014.
  3. a b Wissenschaft-Online-Lexika: Eintrag zu Cafestol im Lexikon der Ernährung. Abgerufen am 5. November 2009.
  4. a b Richard E. McDonald, Magdi M. Mossoba: New techniques and applications in lipid analysis. The American Oil Chemists Society, 1997, ISBN 978-0-935315-80-6, S. 358–359.
  5. Diese Substanz wurde in Bezug auf ihre Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
  6. a b Robert Hegnauer: Chemotaxonomie der Pflanzen: Eine Übersicht über die Verbreitung und die systematische Bedeutung der Pflanzenstoffe. Band 21, Birkhäuser, 1973, ISBN 978-3-7643-0667-0, S. 169.
  7. National Toxicology Program (NTP): Cafestol (CASRN 469-83-0) and Kahweol (CASRN 6894-43-5) - Review of Toxicological Literature. (PDF; 890 kB) Oktober 1999.
  8. Datenblatt 2,3-Cafestolacetat bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 27. September 2013 (PDF).
  9. Datenblatt 16-O-Methylcafestol bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 27. September 2013 (PDF).