Caicassa

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Caicassa (Begriffsklärung) aufgeführt.
Suco Caicassa
Der Nordteil des Sucos Caicassa liegt im Nordwesten des Subdistrikts Fatuberlio. Der nördliche Ort Caicassa liegt in dessen Zentrum. Der Südteil Caicassas liegt im Südwesten des Subdistrikts. Der südliche Ort Caicassa liegt in dessen Süden.
Daten
Fläche 105,17 km²[1]
Einwohnerzahl 1.089 (2010)[2]
Chefe de Suco Henrique de Jesus
(Wahl 2009)
Orte Position[3] Höhe
Ailalec 9° 3′ S, 125° 58′ O-9.0447222222222125.96138888889102 102 m
Bubur Laletec 9° 3′ S, 125° 58′ O-9.0458333333333125.95861111111102 102 m
Caicassa (Nord) 8° 56′ S, 125° 49′ O-8.9297222222222125.81583333333608 608 m
Caicassa (Süd) 9° 3′ S, 125° 58′ O-9.0427777777778125.95944444444102 102 m
Sucaer Oan 9° 3′ S, 125° 57′ O-9.0466666666667125.9525179 79 m
Caicassa (Osttimor)
Caicassa (Nord)
Caicassa (Nord)
Caicassa (Süd)
Caicassa (Süd)

Caicassa (Caicasa, Kaikasa) ist eine osttimoresische Aldeia und Suco im Subdistrikt Fatuberlio (Distrikt Manufahi). Der Suco Caicassa besteht aus zwei voneinander getrennten Territorien im Norden und im Süden des Subdistrikts. In beiden gibt es jeweils auch einen Ort namens Caicassa.

Geographie und Einwohner[Bearbeiten]

Der Suco hat eine Fläche von 105,17 km².[1] Hier leben 1.089 Einwohner (2010,[2] 2004: 1.162[4]). Fast 88 % der Einwohner geben Tetum Terik als ihre Muttersprache an. Über 10 % sprechen Lakalei, knapp 2 % Tetum Prasa und eine kleine Minderheit Mambai.[5]

Im Suco befinden sich die vier Aldeias Ailalec, Bubur Laletec, Caicassa und Sucaer Oan.[6]

Der Nordteil[Bearbeiten]

Der Nordteil wurde früher Caicassa 1 genannt. Er liegt im Nordwesten des Subdistrikts Fatuberlio. Westlich liegt die Sucos Fahinehan und Bubussuso und östlich der Suco Fatukahi. Im Süden grenzt Nord-Caicassa an den Subdistrikt Alas mit seinem Suco Dotik und im Nordwesten an den Subdistrikt Turiscai mit seinen Sucos Orana, Foholau und Matorec. Im Nordosten liegt der zum Distrikt Manatuto gehörende Subdistrikt Laclubar mit seinem Suco Fatumaquerec. Der Südliche Lacló entspringt im Westen von Nord-Caicassa und bildet später den Grenzfluss zu Bubususo. Nahe der Quelle liegt auch ein größerer See. Im Norden entsteht aus mehreren kleinen Flüssen der Clerec, der zunächst der Grenze zu Fatumaquerec, dann jener zu Fatukahi folgt, bevor er Nord-Caicassa durchquert und dann den südlichen Teil der Grenze zu Dotik bildet.[7]

Der Ort Caicassa liegt im Zentrum des nördlichen Teils des Sucos, auf einer Meereshöhe von 608 m. Es ist die einzige größere Siedlung im gesamten Nordteil des Sucos. Hier befindet sich auch eine Grundschule.[8]

Der Südteil[Bearbeiten]

Der Südteil wurde früher Caicassa 2 genannt. Er liegt im Südwesten von Fatuberlio. Nordwestlich liegt der Nordteil des Sucos Fatukahi, sein Südteil östlich. Nördlich und südlich davon schießt sich der Suco Clacuc an. Südwestlich liegt der Suco Dotik und im Süden liegt die Timorsee. Der Clerec folgt den halben Weg entlang der Grenze zu Dotik, bevor er sich im sümpfigen Gelände nahe der Küste verliert. Hier liegen mehrere größere Seen, wie der Lagoa Uebete, der Lagoa Uecoceo und der Lagoa Ueharis. Den Norden von Süd-Caicassa durchquert der Fluss Oricani, der dann einem Stück der Grenze zu Nord-Fatukahi folgt, bevor er als Cuicran in den Clerec mündet.[7]

Nördlich der Sümpfe und Seen durchquert die südliche Küstenstraße, eine der wichtigsten Überlandstraßen Osttimors, den Suco. An ihr liegen die Dörfer Caicassa, Ailalec, Bubur Laletec (Buburlalete) und Sucaer Oan (Sucairau). Der südliche Ort Caicassa liegt im Süden des Südteils des Sucos, auf einer Meereshöhe von 102 m. Auch hier gibt es eine Grundschule.[9]

Geschichte[Bearbeiten]

1975 begann Indonesien mit der Besetzung von Osttimor. Fatuberlio war ein Rückzugsgebiet des Widerstands durch die FALINTIL. Die Einwohner der Sucos Caicassa, Bubussuso und Fahinehan ergaben sich den Invasoren 1978, nachdem die Widerstandsbasis (base de apoio) Centro Sul zerstört worden war. Zunächst wurden sie in der Küstenregion Manufahis versammelt, dann in Fahinehan unter der Kontrolle des indonesischen Airborne Infantry Battalion 100. Viele der Zivilisten durch den Mangel an Nahrungsmitteln und Medikamenten. In der Umgebung durften die Internierten nur in Begleitung von Soldaten nach Nahrung suchen. Dabei durften sie sich nicht mehr als ein Kilometer vom Lager entfernen. Zwei Männer wurden erschossen, weil sie die Grenze überschritten hatten. Auch im Ort Turiscai wurden Einwohner der drei Sucos interniert.[10]

1981 wurden die Einwohner von Caicassa von den indonesischen Besatzern nach Welaluhu (Suco Clacuc) zwangsumgesiedelt. Viele starben an Malaria und Hunger.[10]

Am 27. Dezember 1998 wurde in Caicassa die pro-indonesische Miliz Besi Merah Putih (BMP) gegründet.[11] Diese Miliz galt als eine der gefürchtetsten in Osttimor während der Unruhen vor und nach dem Unabhängigkeitsreferendum 1999. Sie wird für Brandstiftung, Mord, Folter und Vergewaltigung in hunderten Fällen verantwortlich gemacht.

Politik[Bearbeiten]

Bei den Wahlen von 2004/2005 wurde Marcos Monteiro zum Chefe de Suco gewählt.[12] Bei den Wahlen 2009 gewann Henrique de Jesus.[13]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Direcção Nacional de Estatística: Population Distribution by Administrative Areas Volume 2 English (Zensus 2010; PDF; 22,6 MB)
  2. a b Direcção Nacional de Estatística: Suco Report Volume 4 (englisch) (PDF; 9,8 MB)
  3. Fallingrain.com: Directory of Cities, Towns, and Regions in East Timor
  4. Direcção Nacional de Estatística Zensus 2004
  5. Ergebnisse des Zensus 2010 für den Suco Caicassa (Tetum; PDF; 8,4 MB)
  6. Jornal da Républica mit dem Diploma Ministerial n.° 199/09 (Portugiesisch; PDF; 323 kB)
  7. a b Timor-Leste GIS-Portal
  8. UNMIT: Timor-Leste District Atlas version02, August 2008 (PDF; 523 kB)
  9. Liste der Wahllokale zu den Parlamentswahlen in Osttimor 2007 (PDF-Datei; 118 kB)
  10. a b „Chapter 7.3 Forced Displacement and Famine“ (PDF; 1,3 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)
  11. East Timor Ireland Solidarity Campaign - Briefing Paper
  12. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2004/2005 - Resultados
  13. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2009 - Resultados

-8.9297222222222125.81583333333Koordinaten: 8° 56′ S, 125° 49′ O