Caipira

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caipira picando fumo (Caipira beim Zerrupfen von Tabak); Bild von Almeida Júnior

Caipira ist eine brasilianische Bezeichnung für Einwohner vor allem landwirtschaftlich geprägter Gegenden im Landesinneren Brasiliens, insbesondere der ländlichen Gebiete des brasilianischen Südostens und Mittelwestens und des Bundesstaates Paraná.

Ohne negative Wertung wird der Ausdruck bei der Beschreibung ländlicher Kultur (= cultura caipira) benutzt. Caipira wird aber auch herabwertend verwendet und bezeichnet dann eine einfache, ungebildete Person. In diesem Fall entspricht Caipira ungefähr der Bedeutung Hinterwäldler. Seit den 1980/90erjahren ist der Begriff Caipira immer mehr auch als mit Stolz verwendete Eigenbezeichnung der ländlichen Bevölkerung aufgekommen.

Caipira ist auch ein von Caipira gesprochener Dialekt (dialeto caipira).

Bei den drei in den brasilianischen Winter fallenden Junifesten (Festas Juninas), Santo Antônio, São Pedro' und São João, ist es üblich sich als Caipiras wie GroBstadtmenschen sie sich vorstellen zu verkleiden.

Bei den groBen landwirtschaftlichen Ausstellungen, sowie bei den groBen Veranstaltungen landwirtschaftlicher Sportarten wie Rodeio, Apartação oder Barris, deren Besuch wegen ihrer abendlichen Veranstaltungen auch bei GroBstädtern sehr beliebt ist, kleiden sich die GroBstädter dann jedoch wie "echte" Caipiras.

1990 gab es im Fußball bei der Staatsmeisterschaft von São Paulo das sogenannte final caipira. Es wurde so genannt, weil im Finale keine Mannschaft aus einer der Metropolen São Paulo, Sorocaba, Campinas, Ribeirão Preto, Presidente Prudente, Bauru, Marília, Araçatuba und Santos teilnahm. Finalisten waren CA Bragantino aus der 130.000-Einwohner Stadt Bragança Paulista und Grêmio Esportivo Novorizontino aus der 30.000-Einwohner Kleinstadt Novo Horizonte.

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