Calahorra

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Calahorra
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Calahorra
Calahorra (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: La RiojaLa Rioja La Rioja
Koordinaten 42° 18′ N, 1° 58′ W42.3-1.9666666666667358Koordinaten: 42° 18′ N, 1° 58′ W
Höhe: 358 msnm
Fläche: 93,57 km²
Einwohner: 24.509 (1. Jan. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 261,93 Einw./km²
Postleitzahl: 26500
Gemeindenummer (INE): 26036 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Website: www.ayto-calahorra.es
Lage der Stadt
Calahorra - La Rioja (Spain) - Municipality Map.svg

Calahorra ist eine Stadt im nördlichen Spanien und befindet sich in der Autonomen Region La Rioja, Altkastilien, 48 km südöstlich der Stadt Logroño. Calahorra liegt am Südufer des Río Cidacos nahe dessen Zusammenflusses mit dem Ebro auf einem Hügel. Nach Logroño ist Calahorra mit seinen knapp 25.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt der Region, Sitz eines Bischofs und ein landwirtschaftliche Produkte verarbeitendes Zentrum mit Konservenindustrie (Gemüse, Obst).

Geschichte[Bearbeiten]

Altertum[Bearbeiten]

In vorrömischer Zeit wurde der Ort Calagurris genannt und war eine Stadt der Vasconen. Erstmals wird Calagurris 186 v. Chr. als Schauplatz einer zwischen Keltiberern und Römern ausgetragenen Schlacht erwähnt. Diese konnten die von Lucius Manlius Acidinus Fulvianus kommandierten Römer für sich entscheiden.[2] Während der römischen Bürgerkriege stand die Stadt auf der Seite des Quintus Sertorius und half ihm gegen Gnaeus Pompeius Magnus. Sie leistete Pompeius seit 76 v. Chr. erfolgreichen Widerstand und konnte erst nach Sertorius’ Tod 72 v. Chr. von Pompeius’ Legaten Lucius Afranius eingenommen werden, nachdem die eingeschlossenen Bewohner zunehmend unter solchem Hunger gelitten hatten, dass es zu Kannibalismus gekommen war und sie sich schließlich ergeben mussten. Der Fall von Calagurris führte zum Ende des Sertorianischen Krieges.[3]

Von Augustus zum Munizipium erhoben gehörte die Stadt zum Bezirk Caesaraugusta und wurde Calagurris Iulia Na(s)sica genannt,[4] um sie vom nahegelegenen Calagurris Fibularensis (vielleicht mit dem heutigen Loarre identisch) zu unterscheiden. Unter den römischen Kaisern hatte sie das Recht, Münzen zu schlagen; so fanden sich zahlreiche Asse mit den Köpfen des Augustus und Tiberius. Außerdem hatte Augustus einen Teil seiner Leibwache aus Calagurritani (antiker Name der Einwohner von Calahorra) rekrutiert.[5] Zur Zeit der Westgoten war die Stadt Münzstätte und seit dem 5. Jahrhundert Sitz eines Bischofs.

Mittelalter[Bearbeiten]

Calahorra kam um 714 unter die Herrschaft der Mauren, die zunächst die Christen nur wenig tangierte. Allerdings ließ dann der Kalif von Córdoba, Abd ar-Rahman III., um 932 alle christlichen Gotteshäuser, so auch die Kathedrale, niederreißen. 1045 eroberte König García III. von Navarra Calahorra und brachte es damit wieder unter christliche Oberhoheit.

Im 11. Jahrhundert bekam Calahorra einen in seiner Originalversion nicht erhaltenen Fuero, der auf Befehl des Königs Alfons I. von Aragón und Navarra ab 1110 auch für die Siedlungen Funes, Marcilla und Peñalén Gültigkeit hatte. Durch König Alfons VII. von Kastilien-León erhielt Calahorra einen neuen Fuero. Das Gemeinwesen wurde von einem Stadtherrn angeführt. Das bedeutendste Amt im Stadtrat bekleidete der ab 1095 bezeugte Stadtrichter. Das Amt der ab 1110 nachweisbaren Alcalden (Bürgermeister) war bisweilen nicht deutlich von jenem des Richters abgegrenzt.

Im 12. und 13. Jahrhundert war Calahorra von den häufigen Auseinandersetzungen der Königreiche von Navarra und Kastilien um den Besitz dieses Gebietes betroffen. Diese Differenzen flauten vorübergehend ab, als der kastilische Thronfolger Sancho III. Anfang 1151 Blanka von Navarra in Calahorra ehelichte. Alfons X. von Kastilien-León verlieh Calahorra 1255 Marktrechte.

Als der König Ferdinand IV. von Kastilien-León noch minderjährig war, trug sich in Calahorra 1300 eine Kontroverse zwischen den Adligen Juan Núñez II. de Lara und Juan Alfonso de Haro zu, da Ersterer auf der Seite des Infanten Alfonso de la Cerda und Letzterer auf jener des kastilischen Herrschers stand. Juan Alfonso de Haro konnte dabei seinen Gegenspieler Lara schlagen und inhaftieren.

In der militärischen Fehde, die Heinrich von Trastámara gegen seinen Halbbruder Peter I. ausfocht, schloss sich Calahorra 1366 Ersterem an. So ließ sich Heinrich auch in Calahorra zum König ausrufen. Nachdem die Soldaten seines Halbbruders die Stadt wieder kurzzeitig hatten einnehmen können, stand diese seit 1367 loyal zum Haus Trastámara, bis das königliche Ehepaar Isabella I. und Ferdinand II. die Macht ergriff.[6]

Kathedrale

Bauwerke[Bearbeiten]

Aus der Westgotenzeit (5. Jahrhundert n. Chr.) stammt die eine Schatzkammer beherbergende gotische Kathedrale, die 1485 und im 16. Jahrhundert restauriert wurde. Die Leichname der heiligen Stadtpatrone Emeterius und Celedonius (bisweilen als Söhne des Marcellus von Tanger angesehen), die um 300 n. Chr. den Märtyrertod erlitten, sollen in der über einem römischen Gefängnis errichteten Kapelle Casa Santa ruhen und werden jährlich am 31. August von Tausenden Pilgern besucht. Die Namen der beiden Heiligen erscheinen auch im Stadtwappen. Weitere Sakralbauten sind die gotische Kirche San Andrés und die klassizistische Kirche Santiago. Der Palast des Bischofs stammt aus dem 18. Jahrhundert. Die Ruinen eines römischen Aquädukts finden sich 20 km nordwestlich der Stadt. Des Weiteren wurden Reste eines Circus und eines Amphitheaters gefunden. Außerdem stammen Ruinen von Stadtmauern und drei Türmen aus der Zeit der Herrschaft der Araber, die Calahorra zu einem starken Bollwerk ausgebaut hatten.

Berühmte Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Calahorra – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero de 2013. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
  2. Titus Livius 39, 21, 8.
  3. Strabon 3, 161; Livius, Fragment aus Buch 91 und periochae 93; Appian, Bürgerkriege 1, 112; Valerius Maximus 7, 6, ext.3; Florus 2, 10, 9; Orosius 5, 23, u. a.
  4. Plinius der Ältere, Naturalis historia 3, 24.
  5. Sueton, Augustus 49, 1.
  6. M. I. Falcón: Calahorra. In: Lexikon des Mittelalters (LexMA). Band 2, Artemis & Winkler, München/Zürich 1983, ISBN 3-7608-8902-6, Sp. 1384–1385.