Calamity Jane

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum Lucky-Luke-Band mit Calamity Jane als Hauptfigur siehe Calamity Jane (Comic).
Calamity Jane in einer Aufnahme von 1895

Calamity Jane (dt. Katastrophen-Jane), eigentlich Martha Jane Cannary Burke, (* 1. Mai 1852 in Princeton, Missouri; † 1. August 1903 in Terry bei Deadwood, South Dakota) war eine US-amerikanische Wild-West-Heldin.

Leben[Bearbeiten]

Martha Jane Cannary war das älteste von sechs Kindern einer Predigerfamilie. 1865 siedelte ihre Familie nach Virginia City, Montana über, auf dem Weg starb ihre Mutter Charlotte Cannary im Jahre 1866 in Black Foot. Bald nach der Ankunft in Virginia City zog die Familie im Frühjahr 1866 weiter nach Salt Lake City, das sie im Sommer erreichten. Ihr Vater Robert Cannary starb dort 1867.

Martha Jane schützte ihre kleineren Geschwister und versuchte, die Familie über Wasser zu halten. Von 1867 an reiste sie in Männerkleidern durch die westlichen US-Bundesstaaten und ging Gelegenheitsjobs nach. Sie war Postkutschenfahrerin, Saloondame, Krankenschwester, Goldgräberin und Scout für General Custers Truppen.

Calamity Jane wusste sich unter den Männern des Wilden Westens Respekt zu verschaffen: Sie rauchte, trank, kaute Tabak und fluchte. Bald wurde sie zur Legende. Bis heute ist unklar, ob sie gewisse Geschichten über Details aus ihrem Leben selbst in die Welt gesetzt hat oder ob diese der Realität entsprechen. Unklar ist beispielsweise, ob sie mit dem Revolverschützen Bill Hickok verheiratet war und mit ihm eine Tochter hatte. Wild Bill Hickok wurde 1876 bei einem Pokerspiel im Saloon No. 10 in Deadwood von Jack McCall hinterrücks erschossen. Es ist unklar, wie eng Jane tatsächlich zu Wild Bill stand, aber in ihrer Autobiographie baute sie eine Art Liebeskult um ihn auf.

1881 kaufte sie sich eine Farm in der Nähe des Yellowstone Parks, wo sie für kurze Zeit eine Gastwirtschaft betrieb. Nach ihrer Heirat mit dem Texaner Clinton Burke und ihrem Umzug nach Boulder versuchte sie sich erneut als Wirtin. 1887 bekam sie eine Tochter, Jane, die sie aber zu Pflegeeltern gab.

Von 1893 an trat Calamity Jane in Buffalo Bills Wildwest-Show auf. Sie war Reiterin und Kunstschützin. 1900 nahm sie an der Pan American Exposition teil. Zu diesem Zeitpunkt war sie bereits Alkoholikerin und schwer depressiv. Sie hielt es nirgends lange aus und geriet ständig in Streit mit ihren Arbeitgebern.

Calamity Jane starb im Alter von 51 Jahren vereinsamt und krank in einem Hotelzimmer in Terry (South Dakota). In ihrem Nachlass fand man ein Bündel Briefe an ihre Tochter, die sie nie abgeschickt hatte. Sie wurde auf dem Mount Moriah Cemetery neben Bill Hickok beerdigt.

In Lucky Luke[Bearbeiten]

Calamity Jane tritt in mehreren Lucky-Luke-Comics auf, nämlich in Calamity Jane, Die Jagd nach dem Phantom, Die Daltons in der Schlinge und kurz in Lucky Luke gegen Joss Jamon.

Filme[Bearbeiten]

Filme, die das Leben von Calamity Jane aus der Sicht Hollywoods beschreiben:

Literatur[Bearbeiten]

  • Calamity Jane: Briefe an meine Tochter. Unionsverlag, 1996, ISBN 3-293-20073-7. (enthält auch die Autobiographie Leben und Abenteuer der Calamity Jane, von ihr selbst erzählt.)
  • Doris Faber: Calamity Jane: Her Life and Her Legend. Houghton Mifflin, 1992, ISBN 0-395-56396-8.
  • René Goscinny Morris: Lucky Luke, Bd. 22, Calamity Jane. Ehapa, Mai 2002, ISBN 3-770-40133-6.
  • Kenneth Roycroft: Eine Frau kennt kein Erbarmen. Bastei-Lübbe, Januar 2005, Western-Legenden Band 14.
  • Elisabeth Kiderlen (Hg.): Briefe an ihre Tochter. Stroemfeld, 1991, ISBN 3-878-77149-5.
  • Jennifer Coverley: Diesterweg Readers: Calamity Jane Diesterweg Moritz 2006, ISBN 978-3-425-71906-1.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Calamity Jane – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien