Calbe (Saale)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Calbe (Saale)
Calbe (Saale)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Calbe (Saale) hervorgehoben
51.90333333333311.77583333333360Koordinaten: 51° 54′ N, 11° 47′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Salzlandkreis
Höhe: 60 m ü. NN
Fläche: 56,62 km²
Einwohner:

9.914 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 175 Einwohner je km²
Postleitzahl: 39240
Vorwahl: 039291
Kfz-Kennzeichen: SLK
Gemeindeschlüssel: 15 0 89 055
Stadtgliederung: Kernstadt und 6 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 18
39240 Calbe (Saale)
Webpräsenz: www.calbe.de
Bürgermeister: Dieter Tischmeyer (freier Bürgermeister)
Lage der Stadt Calbe (Saale) im Salzlandkreis
Barby Seeland Seeland Bördeaue Seeland Börde-Hakel Börde-Hakel Ilberstedt Borne Seeland Seeland Wolmirsleben Giersleben Seeland Güsten Plötzkau Alsleben (Saale) Nienburg (Saale) Egeln Barby Bernburg Calbe (Saale) Schönebeck (Elbe) Bördeland Könnern Hecklingen Aschersleben StaßfurtKarte
Über dieses Bild

Calbe (Saale) ist eine Stadt im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt (Deutschland).

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

Calbe liegt am Rande eines Endmoränenzugs am linken Ufer der Saale, die bis Calbe für Europaschiffe ausgebaut ist. Die Stadt liegt nahe dem geographischen Mittelpunkt Sachsen-Anhalts, der sich im 5 km entfernten Ort Tornitz befindet.

Calbe (Saale) ist umgeben von einer Reihe geschützter Biotope, von Wiesen und Hainen, von den schilf- und dickichtumrandeten Gribehner Teichen und Weihern; nahe dabei die grünen Niederungen der weitgeschwungenen Saalebogen - und auf der anderen Seite die sanften Endmoränenhügel des bewaldeten Wartenberges.

[Bearbeiten] Stadtgliederung

Zu Calbe (Saale) gehören die Ortsteile

[Bearbeiten] Geschichte

Hauptartikel: Geschichte der Stadt Calbe

Rolandstatue auf dem Marktplatz

Die Stadt Calbe (Saale) wurde laut einer Urkunde des Kaisers Otto I. vom 13. September 936 unter dem Namen Calvo erstmals erwähnt.[2] Mit großer Sicherheit geht man heute aber davon aus, dass Calbe viel älter ist als die urkundliche Erwähnung 936. Es gab sicherlich eine Ansiedlung, die Vorläuferin der heutigen Stadt Calbe, schon zu Beginn des 9. Jahrhunderts, wenn nicht gar schon im 8. Jahrhundert. Als Kristallisationspunkt der Marktsiedlung gilt der ottonische, vielleicht sogar schon karolingische Königshof (curtis regia) bzw. die Burganlage.

Blick von Osten über die Saale (links der „Hexenturm“, rechts die Stephani-Kirche)
Loewestraße

Aufgrund seiner guten Verkehrslage im östlichen Teil des damaligen Deutschlands als Ausgangspunkt für den Handel mit den kolonisierten slawischen Gebieten bekam Calbe das Marktrecht um 1160 verliehen. Von der Existenz einer Ratsverfassung darf im Spätmittelalter ausgegangen werden. Von 968 bis 1680 gehörte Calbe zum Erzbistum Magdeburg. In Calbe hatten die Magdeburger Erzbischöfe ihren Sommer- und Zweitsitz. Die Rechtsprechung des Calber Schöffengerichts im 14. Jahrhundert (fast ausschließlich das Privatrecht betreffend) ist im so genannten Wetebuch von Calbe auch heute noch greifbar. An den Erzbischof von Magdeburg Albrecht IV. schickte Martin Luther 1517 und 1520 Briefe mit der Erläuterung seiner 95 Thesen.

1634 wurde in Calbe die Hospital-Schwester Ursula Wurm als Hexe verbrannt. Seit der Zeit der Hexenverfolgungen wird der Wach- und Gefängnisturm hinter dem Rathaus der Hexenturm genannt.

1680 wurde Calbe als sogenannte Immediatstadt direkt dem brandenburg-preußischen Herzogtum Magdeburg unterstellt und lag bis 1807 im Holzkreis. In der Folge erlebte die Stadt als Tuch-Manufaktur-, später als Tuch-Industrie-Zentrum eine zweite wirtschaftliche, politische und kulturelle Blütezeit. Das Ende des Aufschwunges kam mit dem Ersten Weltkrieg.

In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs brannte bei Kampfhandlungen das Schloss Calbe aus, die Ruinen wurden 1951 beseitigt.

Eine dritte, nur wenige Jahre anhaltende wirtschaftliche und soziale Blüte brachte die Zeit Calbes als DDR-Industriestadt.

Von 1816 bis 1950 war Calbe Kreisstadt und Verwaltungssitz des preußischen Kreises Calbe a./S. 1950 entstand in Calbe das erste und einzige Niederschachtofenwerk der Welt. Der Betrieb wurde aber 1968 wegen Unrentabilität eingestellt und 1969 wieder abgerissen.

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Stadtrat

Der Rat besteht entsprechend der Gemeindeordnung aus 28 ehrenamtlichen Ratsmitgliedern und dem Oberbürgermeister. Er wird auf die Dauer von fünf Jahren gewählt.

  • CDU: 8 Sitze
  • Freie Wähler: 5 Sitze
  • Alternative Liste Calbe: 4 Sitze
  • Die Linke: 3 Sitze
  • SPD: 3 Sitze
  • FDP: 2 Sitze
  • Behindertenverband Calbe: 1 Sitz
  • WG Calbe (Saale): 1 Sitz
  • Denkert: 1 Sitz

(Kommunalwahl am 7. Juni 2009)

[Bearbeiten] Wappen

Blasonierung: „In Blau eine silberne Burg mit gezinnter, schwarz gefugter Mauer und zwei durch einen Wehrgang verbundenen spitzbedachten und beknauften Türmen mit je einer schwarzen Rundbogenfensteröffnung; der Wehrgang mit an den Giebeln beknauften Walmdach, in der Mitte bekrönt mit einem beknauften Türmchen (Laterne) mit drei schwarzen Rundbogenfensteröffnungen. Zwischen den Türmen in Gold ein auf den Mauerzinnen stehendes, hersehendes rotes Kalb mit schwarzen Hufen.“

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

Westportal des St.-Stephani-Kirche
Rathaus

[Bearbeiten] Bauwerke

  • Schleuse Calbe
  • Rolandstatue (Calbe)
  • Bismarckturm (Calbe)
  • Der Hexenturm war ein Wachturm der früheren Stadtbefestigung, deren Überreste noch erkennbar sind. Er diente als Ratsarchiv und Gefängnis für Schwerverbrecher. Heute wird er als Stadtarchiv verwendet und beherbergt neben Dokumenten aus der Stadtgeschichte auch Schriften von Johann Heinrich Hävecker und Friedrich Schiller.
  • Der Blaue Turm, ursprünglich mit blauem Schiefer gedeckt, gehörte ebenfalls einst zur Befestigung der Stadt. In seiner jetzigen Form wurde er im 19. Jahrhundert im Garten der Landratswohnung wieder aufgebaut.
  • Steinkreuz in der Nienburger Straße
  • Gedenkwand am Eingang des Städtischen Friedhofs für 24 Frauen, Männer und ein Kleinkind aus verschiedenen Nationen, die während des Zweiten Weltkrieges Opfer von Zwangsarbeit wurden, sowie Gedenkwand für die deutschen Opfer des Faschismus und nach 1945 verstorbene Antifaschisten
  • Grabstätte auf dem Friedhof des Ortsteiles Trabitz für einen unbekannten Polen, der während des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland verschleppt und ein Opfer von Zwangsarbeit wurde
  • Gedenkstein am stillgelegten Karl-Schröter-Schacht auf dem Hof der Agrargenossenschaft zur Erinnerung an den Bergmann und kommunistischen Stadtverordneten Karl Schröter, der an den Folgen der erlittenen Zuchthaushaft 1940 verstorben ist

[Bearbeiten] Kirchen

Heger-Sporthalle

[Bearbeiten] Sport

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

Auf Grund des sehr guten Ackerbodens wurde in Calbe schon immer Landwirtschaft betrieben. 1591 wurde der Zwiebelanbau erstmals erwähnt, der auch heute noch betrieben wird. Dies brachte der Stadt den Spitznamen Bollencalbe (Bolle = Zwiebel) ein. Weiterhin wurde zu damaliger Zeit Weidehaltung von Schafen betrieben. Die gewonnene Wolle legte den Grundstein für ein florierendes Tuchmachergewerbe, das später unter Anderem die preußische Armee belieferte.

Bis zum Ersten Weltkrieg entwickelten oder gründeten sich unter anderem: Ziegeleien, Braunkohlegruben, Tuchfabriken, die Seifenfabrik Rudolf Imroth und die Papierfabrik Brückner. Die metallverarbeitende Industrie ist nach der Landwirtschaft der zweitgrößte Wirtschaftsfaktor der Stadt.

Bei Calbe befindet sich das leistungsstärkste deutsche Pflanzenölkraftwerk, mit 10 Megawatt Leistung.

[Bearbeiten] Niederschachtofenwerk

Einen industriellen Aufschwung erlangte Calbe mit der Inbetriebnahme des ersten Niederschachtofenwerkes der Welt 1951. So genannte Armerze (Siderit und Hämatit) aus den Harz-Gruben Büchenberg und Braunesumpf kamen hier zur Verhüttung.

Bahnhof Calbe (Saale) Ost

[Bearbeiten] Verkehr

[Bearbeiten] Eisenbahnverkehr

Calbe verfügt über die Bahnhöfe Calbe (Saale) Ost an der zweigleisigen, elektrifizierten Strecke Magdeburg–Halle–Leipzig. Dort zweigt auch die eingleisige Verbindung nach Bernburg über den Bahnhof Calbe (Saale) West ab. Dieser Bahnhof liegt auch an der seit 2005 stillgelegten Strecke (Berlin–)Belzig–Güterglück–Güsten.

[Bearbeiten] Straßenverkehr

Calbe liegt direkt an der L 65, die von Magdeburg nach Bernburg führt.

Friedrich-Schiller-Gymnasium
Grundschule Johann Wolfgang von Goethe

[Bearbeiten] Bildung

[Bearbeiten] Schulen

  • Friedrich-Schiller-Gymnasium (offenes Ganztags-Gymnasium)
  • Heinrich-Heine-Schule
  • Herder-Schule (Real-, Sekundar- und Hauptschule)
  • Gotthold-Ephraim-Lessing-Schule (Grundschule)
  • Johann-Wolfgang-von-Goethe-Schule (Grundschule)
  • Pestalozzi-Schule (Förderschule)

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

[Bearbeiten] Persönlichkeiten, die mit Calbe in Verbindung stehen

[Bearbeiten] Trivia

  • Ein Marskrater mit einem Durchmesser von 13,3 km wurde nach der Stadt Calbe benannt.
  • Die Stadt Kalbe (Milde) im Norden Sachsen-Anhalts wurde bis 1952 ebenfalls Calbe geschrieben. Die Schreibweise wurde geändert, um Verwechslungen mit Calbe (Saale) zu vermeiden.

[Bearbeiten] Quellen

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt – Bevölkerung der Gemeinden nach Landkreisen; Stand: 31. Dez. 2010 (PDF; 231 KB) (Hilfe dazu)
  2. RI II Nr. 57

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Calbe (Saale) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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