Calci

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Calci
Wappen
Calci (Italien)
Calci
Staat: Italien
Region: Toskana
Provinz: Pisa (PI)
Koordinaten: 43° 43′ N, 10° 31′ O43.72444444444410.51916666666750Koordinaten: 43° 43′ 28″ N, 10° 31′ 9″ O
Höhe: 50 m s.l.m.
Fläche: 25,16 km²
Einwohner: 6.494 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 258 Einw./km²
Postleitzahl: 56011
Vorwahl: 050
ISTAT-Nummer: 050003
Volksbezeichnung: Calcesani
Schutzpatron: Sant’Ermolao di Nicomedia (7. August)
Website: Gemeinde Calci
Panorama von Calci
Panorama von Calci

Calci ist eine Gemeinde mit 6494 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) in der italienischen Region Toskana. Sie liegt in der Provinz Pisa.

Geografie[Bearbeiten]

Lage von Calci in der Provinz Pisa

Calci liegt östlich der Stadt Pisa in dem kleinen Tal Valgraziosa, am Fuß der Hügelkette des Monte Pisano unterhalb und südwestlich des Monte Serra in der klimatischen Einordnung italienischer Gemeinden in der Zone D, 1628 GR/G[2]. Die Gemeinde erstreckt sich über ca. 25 km². Sie liegt ca. 60 km westlich von Florenz und 9 km östlich von Pisa. Der Fluss Zambra durchteilt den Ort[3] und mündet kurz darauf in den Arno.

Zu den Ortsteilen zählen Gabella (14 Höhenmeter, ca. 850 Einwohner), Montemagno (198 Höhenmeter, ca. 350 Einwohner), Tiricella (225 Höhenmeter, ca. 50 Einwohner) und Villa (150 Höhenmeter, ca. 40 Einwohner).[4]

Die Orte Castelmaggiore, Il Colle, La Corte, La Pieve, Pontegrande, Rezzano und Tre Colli gelten als Borgo (Unterort) und gehören administrativ dem Hauptort an.

Die Nachbargemeinden sind Buti, Capannori (LU), San Giuliano Terme und Vicopisano.

Geschichte[Bearbeiten]

In römischer Zeit hieß der Ort Locus Calcis (von lat. Calcis für Kalkstein), was auf die zahlreichen Steinbrüche in der Nähe hinweist. Erstmals erwähnt wurde der Ort am 30. April 780 in einem Dokument der naheliegenden Abtei San Savino (Badia di San Savino).[3] Im Mittelalter gehörte das Gebiet dem Bischof von Pisa. Mehrere Klöster wurden gegründet, und der Ort lebte von Landwirtschaft (wie auch heute noch vor allem Olivenanbau) und Textilerzeugung (Wolle). Die Wälder lieferten Holz für die Werften der Seerepublik Pisa. Heute ist die Gemeinde ein beliebter Wohnort im Einzugsbereich Pisas. Ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist der Agrotourismus.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Pfarrkirche Pieve Ss. Giovanni ed Ermolao (Pieve, errichtet im 11. Jahrhundert., erstmals erwähnt 1116) besitzt eine schöne Fassade im Stil der Pisaner Romanik. Der Campanile wurde nie vollendet. Interessant ist ein marmornes Taufbecken aus dem 12. Jahrhundert. Enthält zudem zwei Werke von Aurelio Lomi (1556–1622), das Werk Madonna col Bambino von Cecco di Pietro (Tafelbild) und ein bemaltes Holzkreuz aus dem 12. Jahrhundert.[5]

Weitere wichtige Bauwerke sind die Chiesa e convento di Sant’Agostino (Von 1258 bis 1264 errichtet) in der Località Nicosia, die durch Ugo da Fagiano, Bischof von Nikosia, entstand, sowie das Santuario della Madonna delle Grazie im Borgo Tre Colli, deren Kirche wahrscheinlich im 11. Jahrhundert entstand und zunächst dem San Bartolomeo gewidmet war. Der Campanile entstand aus dem Ortsturm, der 1288 durch Pisa zerstört wurde und enthält eine Glocke von Nicolò Bondi aus dem Jahr 1392.[5]

Die Certosa di Pisa ist eine Kartause in unmittelbarer Nähe des Ortskerns von Calci. Sie wurde 1366 gegründet und ist eine der größten Klosteranlagen der Toskana. In der Kirche des Klosters (Cappella di San Bruno) befindet sich das Leinwandgemälde San Bruno in gloria von Jacopo Vignali. Der Chiostrino Capitolare beherbergt das Fresko Ultima cena von Bernardino Poccetti (1597 entstanden).[6] Das Innere wurde von 1765 bis 1795 von dem Architekten Nicola Stassi umgebaut[7] und mit barocken Fresken verziert. Heute ist das Kloster ein Museum.[6]

In einem Teil des Klostergebäudes ist das naturgeschichtliche Museum Museo di Storia Naturale e del Territorio der Universität Pisa untergebracht. Es zeigt geologische, botanische und zoologische Sammlungen. Interessant ist eine große Galerie mit 24 Walskeletten.[6]

Zu den bekannteren Villen der Gemeinde gehört die Villa Rosselmini, ein bereits 1682 erwähntes Bauwerk mit drei Gärten südlich des Ortskerns in der Via Rosselmini 10,[8] und die Villa di Crespignano nahe der Burg Rocca Caprona (die Burg ist heute Teil der Gemeinde Vicopisano) und des Arnos. Die Villa entstand im 17. Jahrhundert durch die Familie Lanfranchi Lanfreducci und wurde 1746 durch den Architekten Ignazio Pellegrini erheblich umgestaltet[9]

Bilder[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Emanuele Repetti: CALCI nel Val d’Arno pisano. In Dizionario Geografico Fisico Storico della Toscana (1833–1846), Onlineausgabe der Universität Siena (pdf, ital.).
  • Mario E Martini: La storia di Calci. Raccolta di notizie, edite ed inedite, intorno a luoghi, cose, persone e fatti della Valle Graziosa, Pisa 1976, 585 S.
  • Touring Club Italiano: Toscana, Mailand 2003, ISBN 88-365-2767-1, S. 394 ff.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Calci – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.
  2. Webseite der Agenzia nazionale per le nuove tecnologie, l’energia e lo sviluppo economico sostenibile (ENEA), abgerufen am 30. Januar 2013 (ital.) (PDF; 330 kB)
  3. a b vgl. Repetti
  4. Offizielle Webseite des ISTAT (Istituto Nazionale di Statistica) zu den Einwohnerzahlen 2001 in der Provinz Pisa, abgerufen am 1. Februar 2012 (ital.)
  5. a b vgl. I luoghi della Fede der Regione Toscana, Webarchiv
  6. a b c vgl. TCI
  7. Emilia Daniele, Paolo Bertoncini Sabatini: L’arte di abitare in Toscana, Edizioni Polistampa, Florenz 2011, ISBN 978-88-596-0839-4, S. 77
  8. Ovidio Guaita: Le Ville della Toscana, Newton & Compton Editori, Rom 1997, ISBN 88-8183-787-0, S. 234 f.
  9. Ovidio Guaita: Le Ville della Toscana, Newton & Compton Editori, Rom 1997, ISBN 88-8183-787-0, S. 191 ff.