Calkin-Algebra
In der Mathematik ist die Calkin-Algebra (nach J. W. Calkin) eine spezielle Banachalgebra, die einem Banachraum zugeordnet ist. In der Calkin-Algebra kann man Eigenschaften stetiger linearer Operatoren vereinfacht betrachten, indem Operatoren, deren Differenz kompakt ist, identifiziert werden. So kommt man zu Klassifikationssätzen für normale Operatoren modulo kompakter Operatoren.
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[Bearbeiten] Definition
Sei
ein Banachraum. Dann ist die Banachalgebra
der kompakten Operatoren auf
ein zweiseitiges, abgeschlossenen Ideal in der Algebra
aller beschränkten linearen Operatoren auf
. Dann ist die Quotienten-Algebra
mit der Quotientennorm wieder eine Banachalgebra, die sogenannte Calkin-Algebra von
.
sei die Quotientenabbildung.
[Bearbeiten] Fredholm-Operatoren
Fredholm-Operatoren lassen sich mittels der Calkin-Algebra charakterisieren. Der Satz von F. V. Atkinson besagt, dass für
folgende Aussagen äquivalent sind:
ist ein Fredholm-Operator.- Es gibt einen Operator
, so dass
und
kompakt sind.
ist invertierbar in
.
Eine wichtige Folgerung ist, dass die Menge der Fredholm-Operatoren eine offene Menge in
ist, denn sie ist nach diesem Satz das Urbild der offenen Menge der invertierbaren Elemente in
unter der stetigen Abbildung
.
[Bearbeiten] C*-Algebra
Ist
ein Hilbertraum, so ist
als Quotient einer C*-Algebra wieder eine C*-Algebra. Für den Rest dieses Abschnitts sei
separabel und unendlich-dimensional. Dann ist die Calkin-Algebra
einfach, d.h. sie besitzt keine zweiseitigen, abgeschlossen Ideale außer
und
selbst, denn
ist ein maximales zweiseitiges Ideal. Weiter besitzt die Calkin-Algebra
(siehe Kontinuum (Mathematik)) paarweise orthogonale Projektionen. Die Calkin-Algebra besitzt keine von 0 verschiedenen nicht-separablen Darstellungen, d.h. ist
ein *-Homomorphismus, so ist der Hilbertraum
entweder der Nullraum oder nicht-separabel.
[Bearbeiten] Anwendungen
Bezüglich der Klassifikation normaler Operatoren ergeben sich erhebliche Vereinfachungen, wenn man Begriffe modulo kompakter Operatoren verwendet, solche Begriffe haben in der Regel den Zusatz wesentlich. Im folgenden sei H wieder ein separabler Hilbertraum.
Das wesentliche Spektrum
eines Operators
ist definiert als das Spektrum ohne die isolierten Punkte endlicher Vielfachheit (Vielfachheit bedeutet Dimension des zugehörigen Eigenraums). Das wesentliche Spektrum eines normalen Operators T ist genau das bzgl. der Calkin-Algebra berechnete gewöhnliche Spektrum von
.
Man nennt zwei Operatoren
und
unitär äquivalent modulo K(H), falls es einen unitären Operator
gibt, so dass
kompakt ist. Das bedeutet, dass
und
in der Calkin-Algebra unitär äquivalent sind, wobei die unitäre Transformation so gewählt werden kann, dass sie ein unitäres Urbild in
hat.
Es gilt nun der folgende Satz von Hermann Weyl, John von Neumann und I. D. Berg: Für zwei normale Operatoren
sind äquivalent:
und
sind unitär äquivalent modulo K(H).
.
Zusatz: Ist
kompakt, so gibt es einen normalen Operator
mit
.
Der nächste Schritt besteht darin, den Begriff der Normalität nur noch modulo kompakter Operatoren zu betrachten. Man nennt einen Operator
wesentlich normal, wenn sein Bild
in der Calkin-Algebra normal ist. Auch für diese Operatoren gelingt eine Klassifikation modulo K(H), wie der folgende Satz von L. G. Brown, R. G. Douglas und P. A. Fillmore zeigt. Für zwei wesentlich normale Operatoren
sind äquivalent:
und
sind unitär äquivalent modulo K(H).
und für alle
gilt
.
Dabei steht ind für den Fredholm-Index, man beachte, dass dieser für die im Satz angegebenen Operatoren nach obigem Satz von Atkinson definiert ist.
[Bearbeiten] Literatur
- F. V. Atkinson: The normal solvability of linear equations in normed spaces. In: Mat. Sb. 28 (70), 3–14 (1951)
- I. D. Berg: An Extension of the Weyl-von Neumann theorem to normal operators. In: Trans. American Mathematical Society. 160, 365–371 (1971)
- J. W. Calkin: Two-sided ideals and congruences in the ring of bounded operators in Hilbert space. In: Annals of Mathematics. 42, 839–873 (1941)
- R. G. Douglas: C*-Algebra Extensions and K-Homology. Princeton University Press 1980
ist ein Fredholm-Operator.
, so dass
und
kompakt sind.
ist invertierbar in
.
und für alle
gilt
.