Call It Murder

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Filmdaten
Deutscher Titel Call It Murder
Originaltitel Call It Murder (Midnight)
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1934
Länge 76 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Chester Erskine
Drehbuch Paul Sifton
Claire Sifton
Produktion Chester Erskine
Musik Victor Alix
R.H. Bassett
Kamera William O. Steiner
George Webber
Schnitt Leo Zochling
Besetzung

Call It Murder ist ein US-amerikanischer Spielfilm aus dem Jahre 1934 mit Sidney Fox, O. P. Heggie und Henry Hull in den Hauptrollen. Humphrey Bogart hat hier einen seiner ersten Filmauftritte.

Handlung[Bearbeiten]

Ethel Saxton hat ihren Ehemann umgebracht und steht nun vor Gericht. Die Geschworenen unter dem Vorsitz von Edward Weldon müssen über die Schwere der Tat befinden und sprechen sie am Ende schuldig die Tat aus Vorsatz begangen zu haben. Sie wird zum Tod verurteilt. Unter den Zuschauern des Prozesses befindet sich auch Stella, Weldons Tochter, die ihrerseits überzeugt ist, dass die Verurteilte den Mord aus Leidenschaft beging und daher die Todesstrafe nicht verdient hat.

Vier Monate später soll das Urteil vollstreckt werden. Die öffentliche Meinung steht dem Urteil der Geschworenen-Jury entgegen und setzt Weldon zu. Dieser will davon nichts wissen: Er habe nur dem Gesetz gegenüber seine Pflicht getan. Für eine gute Story will der Reporter Nolan in Weldons Nähe gelangen. Von dessen Schwiegersohn Joe lässt er sich unter einem Vorwand inkognito ins Haus einschleusen. Immer wieder spricht er Weldon auf den Fall an, auch als Besuch da ist, der Weldon beim Kartenspiel die Zeit vertreiben möchte. Im Hintergrund lassen Joe und Nolan ein Radio eingeschaltet, da in einer Sondersendung live von der Hinrichtung berichtet werden soll. Auf diese Weise will Nolan eine Reaktion von Weldon erzwingen. Der aber weicht nicht von seiner harten Linie ab.

Kurz vor Mitternacht verlässt Stella das Haus, um ihren Liebhaber Gar Boni zu treffen. Sie hatte ihn während des Prozesses kennengelernt und will sich nun von ihm verabschieden, da er für mehrere Monate nach Chicago gehen muss. Ihr wird bewusst, dass er es mit ihr nicht ernst meinte. Tatsächlich macht Boni mit ihr Schluss. Um Punkt Mitternacht spitzt sich die Lage zu: Als im Radio die Hinrichtung live übertragen wird, gibt sich Nolan als Reporter zu erkennen. Und tatsächlich lässt sich Weldon daraufhin zu einem Gefühlsausbruch hinreißen. Er äußert sich gegenüber der vor seinen Haus versammelten Meute und stellt nochmals klar, dass er wieder so handeln würde, wenn das Gesetz es erfordert. Gleichzeitig wird Gar Boni erschossen. Kurze Zeit später kommt Stella mit dessen Pistole zurück nach Hause und bezichtigt sich selbst des Mordes. Auch Nolan hat etwas beobachtet und bietet an, die Sache mit seiner Story in der Zeitung zu bereinigen.

Stella gibt ihre Schuld zu und nimmt dabei in Kauf wie Ethel Saxton auf dem elektrischen Stuhl zu enden. Ihr Vater fühlt sich hin- und her gerissen. Zum einen kann er nicht lügen, weil er damit das Gesetz verraten würde, zum anderen will er seine Tochter nicht opfern. Auf Anraten Nolans ruft er den Bezirksstaatsanwalt zu sich, der kurze Zeit später erscheint. Dieser lässt Stella noch einmal genau erzählen, was sich zugetragen hat. Am Ende schlussfolgert der Staatsanwalt, dass Stella den Mord gar nicht begangen haben kann. Sie habe sich nur eingebildet selbst geschossen zu haben, da sie von Trauer, Eifersucht und Liebe aufgewühlt war und sich dann mit Ethel Saxton identifiziert habe. Sie kommt ungeschoren davon.

Wissenswertes[Bearbeiten]

  • Der Film wurde in den USA am 7. März 1937 unter dem Titel Midnight uraufgeführt. Bei der Wiederaufführung am 13. September 1947 bekam er den Titel "Call It Murder". Die deutsche Erstaufführung fand erst mit der DVD-Veröffentlichung am 24. Januar 2008 statt.
  • Die Produktionsfirma war die All Star Productions.
  • Gedreht wurde in den Biograph Studios, Bronx, New York City.

Kritiken[Bearbeiten]

„Drama aus den frühen dreißiger Jahren, dem anzumerken ist, dass es sich um die Adaption eines Bühnenstücks handelt. Regisseur Chester Erskine nützt die weitgehende Beschränkung auf das Haus der Weldons als fast schon klaustrophobischen Handlungsort für expressionistisch geprägtes Spiel mit Schatten und ungewöhnliche Kameraeinstellungen. Mit Ironie und Zynismus wird die amerikanische Justiz kritisiert, das Verhältnis zwischen Justiz und Politik hinterfragt sowie die Rolle der Medien beleuchtet. Vor seinem Durchbruch mit "Der versteinerte Wald" ist Humphrey Bogart hier in einer Nebenrolle als der Gangster zu sehen, der von Weldons Tochter erschossen wird.“

VideoWoche

DVD-Veröffentlichung[Bearbeiten]

Die DVD erschien am 24. Januar 2008 bei der flashpoint AG. Auf der DVD ist die englische und die deutsche Fassung enthalten. In der deutschen Synchronfassung wird eine durchgängige Hintergrundmusik eingespielt, die im Original nicht zu hören ist. Die DVD enthält keine Untertitel.

Weblinks[Bearbeiten]