Calpurnius Siculus

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Titus Calpurnius Siculus war ein römischer Dichter im 1. Jahrhundert n. Chr., zur Zeit Neros.

Über seine Person ist praktisch nichts bekannt außer dem, was man aus seinen Werken erschließen kann. Erhalten sind von ihm sieben Eklogen (Hirtengedichte), die sich in vielem am Vorbild der Bucolica Vergils orientieren. Wie bei Vergil schildern einige der Eklogen (2., 3., 5. und 6.) Szenen aus einem idealisierten Hirtenleben, während andere (1., 4. und 7.) auf politische Themen anspielen, bei Calpurnius Siculus in Form einer Lobpreisung Neros als idealer Herrscher. Unter ihm werde angeblich (vergleichbar der berühmten 4. Ekloge Vergils) das "Goldene Zeitalter" ewigen Friedens wiederkehren. Genannt wird auch ein Gönner, Meliboeus (ein traditioneller Name der Hirtenpoesie), in dem manche Wissenschaftler Gaius Calpurnius Piso gesehen haben, den späteren Anführer einer Verschwörung gegen Nero. Ähnliche literarische Verherrlichungen der Herrschaft des jungen Nero finden sich auch in der Seneca zugeschriebenen Apocolocyntosis und den anonym überlieferten Einsiedler Gedichten.

Literatur[Bearbeiten]

  • Dietmar Korzeniewski (Hrsg.): Hirtengedichte aus neronischer Zeit. Wiss. Buchges., Darmstadt 1971, ISBN 3-534-04627-7.
  • Burghard Schröder: Carmina non quae nemorale resultent: ein Kommentar zur 4. Ekloge des Calpurnius Siculus. Lang, Frankfurt am Main 1991, ISBN 3-631-43096-5.
  • Beate Fey-Wickert: Calpurnius Siculus: Kommentar zur 2. und 3. Ekloge. WVT, Trier 2003, ISBN 3-88476-557-4.
  • Gloria Becker, Titus Calpurnius Siculus. Kommentar zur 5. und 6. Ekloge. WVT, Trier 2013, ISBN 978-3-86821-410-9.

Weblinks[Bearbeiten]