Cam Whore

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Cam whore (deutsch wörtlich: „Kamerahure“) bezeichnet einen Menschen, der privat angefertigtes erotisches bis pornografisches Material von sich selbst veröffentlicht.[1]

Vor allem in den USA verbreitet, ist diese Art der Selbstdarstellung mit dem Web 2.0 zum Massenphänomen geworden. Einer aktuellen Studie zufolge haben bereits rund ein Drittel der amerikanischen jungen Erwachsenen Nackt- oder Halbnacktbilder von sich über elektronische Medien verbreitet.[2] Die Geschlechterverteilung ist hierbei relativ ausgeglichen, mit einem leichten Vorsprung der weiblichen (36 Prozent) gegenüber den männlichen (31 Prozent) Befragten.

Verbreitungswege derartiger Inhalte sind insbesondere pornografische Videoportale wie YouPorn, Imageboards, Webcam-Streams sowie private Mobiltelefone. Auch die Weiterverbreitung durch soziale Netzwerke und das Weiterversenden per E-Mail oder Handy sind nicht zu vernachlässigen.

In den Aufnahmen werden teilweise spezielle Wünsche der An- bzw. Zuseher erfüllt.[3] Verbreitet ist es, ein mit dem aktuellen Datum versehenes handgeschriebenes Namensschild in die Kamera zu halten.[4] Geschieht die Veröffentlichung gegen Bezahlung, können die Einkünfte mitunter im sechsstelligen Bereich liegen. Es werden verschiedene mögliche Erklärungen für dieses in den vergangenen Jahren wachsende Phänomen diskutiert. Häufige genannte Motive der Akteure sind die Sehnsucht nach Selbstbestätigung und der Wunsch, ein Tabu zu brechen.[5] Sollten sie wiedererkannt werden, kann Mobbing in ihrem privaten oder beruflichen Umfeld die Folge sein. Auch eine Strafverfolgung aufgrund der Verbreitung von Kinderpornografie findet bei minderjährigen Akteuren teilweise statt.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Urban Dictionary: cam whore
  2. The National Campain: Sex And Tech (PDF; 485 kB)
  3. New York Times: Through His Webcam, a Boy Joins a Sordid Online World
  4. Spiegel Online: Fotostrecke
  5. Kinki Magazin: Exhibitionismus als neuester Jugend-Trend
  6. Spiegel Online: Zeigefreudige US-Teenager kassieren Kinderporno-Klagen