Camelops

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Camelops
Camelops sp.

Camelops sp.

Zeitliches Auftreten
Pleistozän
1,8 Mio. Jahre bis 11.000 Jahre
Fundorte
  • Nordamerika
Systematik
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Überordnung: Laurasiatheria
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Unterordnung: Schwielensohler (Tylopoda)
Familie: Kamele (Camelidae)
Camelops
Wissenschaftlicher Name
Camelops
Leidy, 1854
Lebend-Rekonstruktion von Camelops hesternus

Camelops (gr.: „Kamelgesicht“) ist eine Gattung großer Kamele, die im Eiszeitalter in Nordamerika lebte.

Verbreitung[Bearbeiten]

Die Gattung Camelops lebte vom späten Pliozän bis ins späteste Pleistozän in der Westhälfte Nordamerikas. Man kennt sechs verschiedene Arten, von denen aber möglicherweise nicht alle Gültigkeit haben. Die letzte lebende Camelops-Art war das Westkamel (C. hesternus), aus dem späten Pleistozän, das erst vor ca. 10.000 Jahren ausstarb. In Rancho La Brea in Kalifornien fand man etwa 40 Individuen dieser Tierart, die im Norden sogar bis zum Yukon River vorstieß. Neben Camelops lebten noch zwei weitere, etwas kleinere Kamelarten im späten Pleistozän in Nordamerika. Sie gehörten den Gattungen Palaeolama und Hemiauchenia an und starben etwa zur selben Zeit aus wie Camelops. Mit diesen drei Arten verschwanden die Kamele plötzlich aus Nordamerika, nachdem sie hier über Jahrmillionen den Hauptteil ihrer evolutionären Entwicklung durchgemacht hatten.

Aussehen[Bearbeiten]

Obwohl Camelops mit den Kleinkamelen näher verwandt war als mit den Großkamelen, erinnerte es im Erscheinungsbild wohl eher an ein heutiges Dromedar (Camelus dromedarius). Es hatte vermutlich ebenso einen Höcker in der Mitte des Rückens, allerdings fiel bei Camelops die Hinterpartie stärker ab und die Beine waren noch länger als bei der heutigen Art.

Lebensweise[Bearbeiten]

Camelops lebte in den trockeneren Landstrichen West-Nordamerikas und war anscheinend vor allem ein Grasfresser. Es wanderte offenbar zeitweise in großen Herden umher. Einige Funde wie die von Burnet Cave und Jaguar Cave lassen sich mit menschlichen Überresten in Verbindung bringen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Paul S. Martin, Richard G. Klein (Hrsg.): Quaternary Extinctions. A Prehistoric Revolution. The University of Arizona Press, Tucson AZ 1984, ISBN 0-8165-1100-4.