Camilla Baginskaite

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Camilla Baginskaite (litauisch Kamilė Baginskaitė; * 24. April 1967 in Vilnius) ist eine litauisch-amerikanische Schachspielerin und -lehrerin.

Leben[Bearbeiten]

Camilla Baginskaite lernte Schach von ihrem Vater, dem Architekten Tadas Baginskas, als sie acht Jahre alt war. Ihre Mutter Gintautėlė Laimutė Baginskienė ist eine bekannte Glasmalerin.[1] Mit zehn Jahren besuchte Camilla Baginskaite eine Schachschule. 1997 zog sie nach San Francisco. Sie hat Design in Litauen und den Vereinigten Staaten studiert und einen Abschluss in Kunstgeschichte. Verheiratet ist sie seit 1997 mit dem Schachgroßmeister Alex Yermolinsky. Die beiden lernten sich bei der Schacholympiade 1996 in Jerewan kennen und haben zwei gemeinsame Söhne.

Schachliche Erfolge[Bearbeiten]

Fünfzehnjährig wurde Camilla Baginskaite jüngste litauische Meisterin. 1986 wurde sie bei der U20-Juniorenweltmeisterschaft der Mädchen in Vilnius geteilte Zweite hinter Ildikó Mádl, 1987 wurde sie in Baguio U20-Juniorenweltmeisterin. Sie erhielt für diesen Sieg den Titel Internationaler Meister der Frauen (WIM). Die gewonnene Weltmeisterschaft 1987 war erst das zweite internationale Turnier, an dem sie teilgenommen hatte und das erste für sie, das nicht in der Sowjetunion stattfand. Im Jahre 2000 wurde sie in Seattle US-Frauenmeisterin, gemeinsam mit Elina Groberman. Da Baginskaite Groberman in einem nachträglichen Entscheidungskampf 2:0 besiegte, qualifizierte sie sich für die Weltmeisterschaft 2001 in Moskau. Dort schaffte sie es bis in das Achtelfinale, was das beste Resultat einer für die USA spielenden Schachspielerin seit dem fünften Platz 1939 von Mona Karff bedeutete. In der Runde der letzten 16 schied sie im Tie-Break gegen Xu Yuhua aus.

Mit der litauischen Nationalmannschaft der Frauen nahm Baginskaite an der Mannschaftseuropameisterschaft 1992[2] und an den Schacholympiaden 1992, 1994 und 1996 am ersten Brett teil. Bei der Schacholympiade 2000 spielte sie am ersten Brett der US-amerikanischen Mannschaft, 2002 am zweiten, 2006 am ersten Reservebrett und 2010 am vierten Brett[3]. In der deutschen Frauenbundesliga spielte sie von 1992 bis 1995 für den SC 1903 Weimar. In der Saison 1997/98 war sie bei Vimaria Weimar gemeldet, blieb aber ohne Einsatz.

Camilla Baginskaite trägt seit November 2002 den Titel Großmeister der Frauen (WGM). Ihre aktuelle Elo-Zahl beträgt 2223 (Stand: Juli 2014), damit liegt sie auf dem zehnten Platz der US-amerikanischen Frauenrangliste. Ihre bisher höchste Elo-Zahl war 2365 von April bis Dezember 2002.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Visuotinė lietuvių enciklopedija, Bd. II, 2002, Arktis-Beketas, S. 438 (litauisch)
  2. Camilla Baginskaites Ergebnisse bei Mannschaftseuropameisterschaften der Frauen auf olimpbase.org (englisch)
  3. Camilla Baginskaites Ergebnisse bei Schacholympiaden der Frauen auf olimpbase.org (englisch)