Camille Claudel (Film)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Camille Claudel ist ein französischer Spielfilm, der als Projekt von der Schauspielerin Isabelle Adjani eingesetzt und geleitet wurde. Der Regisseur war ihr damaliger Lebensgefährte Bruno Nuytten. Der Film war in Frankreich ein großer kommerzieller Erfolg.

Bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin 1989 hatte der Film im Februar 1989 in der Bundesrepublik Deutschland seine Uraufführung. Seine Filmpremiere folgte am 18. Mai 1989.

Handlung[Bearbeiten]

Camille Claudel, vielleicht die begabteste uns bekannte Bildhauerin, war die Schwester des französischen Dichters Paul Claudel und vor allem die Geliebte des größten Bildhauers des 20. Jahrhunderts, Auguste Rodin. Sie war seine talentierteste Schülerin, verstrickte sich aber in eine tragische Liebesaffäre mit ihm, da er seine Frau nie verließ. Anschließend brach sie mit ihm und zog in eine Kellerwohnung, wo sie völlig isoliert zwischen ihren Ausbrüchen der Inspiration und Schöpfungsdrang einerseits und Zerstörungswut anderseits lebte. Alle von ihr erstellten Statuen zerschlug sie dann in Wutanfällen. Der Film endet, als sie zwangsweise in eine psychiatrische Anstalt abgeführt wird.

Hintergrund[Bearbeiten]

Camille Claudel vereinigte wieder zwei der größten, populärsten Stars des damaligen französischen Kinos: Isabelle Adjani und Gérard Depardieu. Während Depardieu in der Rolle Rodins etwas zurückhaltend wirkt, überlässt er die Bühne Isabelle Adjani, die aus diesem, ihren eigenen Film, eine der Rollen ihres Lebens macht. Ihre Darstellung wurde mit Preisen überhäuft, von Kritikern gelobt und gilt als jene typische Adjani-Rolle, die sonst vielleicht nur noch in Die Bartholomäusnacht, Die Geschichte der Adele H. und Adolphe zu sehen ist: die Rolle einer tragisch unerhörten, leidenschaftlichen Frau zwischen Selbstbezogenheit und Entsagung. Besonders die letzte halbe Stunde, als Camille völlig allein in ihrer Kellerwohnung bleibt und sich mit ihrem Wahnsinn auseinandersetzt, gilt als eine Meisterleistung der Schauspielkunst.

Kritiken[Bearbeiten]

„Großangelegte, opulent ausgestattete Künstler-Biografie; ein Liebesmelodram, das durch das eindrucksvolle, intensive Spiel der beiden Hauptdarsteller über weite Strecken fesselt, sich zum Ende hin jedoch allzu dumpf und theatralisch gebärdet.“

Lexikon des internationalen Films

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Isabelle Adjani war 1990 als Beste Hauptdarstellerin für den Oscar nominiert. Der Film selbst war als Bester Ausländischer Film für den Preis nominiert. 1989 wurde Isabelle Adjani mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet. Im selben Jahr wurde der Film mit insgesamt sieben César ausgezeichnet, darunter in den Kategorien Bester Film, Bester Schnitt sowie Beste Kamera. Die Hauptdarstellerin konnte ihn als Beste Darstellerin gewinnen.

Weblinks[Bearbeiten]