Caminito del Rey

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Caminito del Rey
Der verfallene Weg vor der Restaurierung
Brücke und Wasserfall des Caminito del Rey

Der Caminito del Rey (spanisch: Der Königspfad) ist ein vier Kilometer langer Klettersteig in der Nähe von Álora in der Provinz Málaga im Süden Spaniens. Er führt in etwa 100 Meter Höhe entlang steiler Wände durch zwei bis zu 200 Meter tiefe schmale Schluchten. Er war lange Zeit verfallen und gesperrt und wurde in dieser Zeit in der Presse als der gefährlichste Weg der Welt bezeichnet.[1] Seit 2015 ist er wieder offiziell benutzbar.[2] Das Gebiet ist unter Kletterern unter dem Namen El Chorro als ausgezeichnetes Winterklettergebiet bekannt.

Geschichte[Bearbeiten]

Den Anlass für den Bau gab das durch den Ingenieur Rafael Benjumea y Burín (1876–1952) entworfene Projekt zur Nutzung des Potentials des Winterregens und der Wasserkraft mittels Talsperren, Rohrleitungen und Wasserkraftwerken.[3] Dazu gehörte ein Kanal, in den ein Teil des Wassers des Guadalhorce durch eine Schlucht, die Garganta del Chorro, abgeleitet wird und der zwei Talsperren der Sociedad Hidroeléctrica del Chorro, nämlich den Salto del Gaitanejo und den Salto del Chorro, miteinander verbindet. Der Caminito wurde gebaut, um in dem äußerst unwegsamen Gelände entlang der Desfiladero de los Gaitanes (Hohlweg der Bartgeier) genannten Kluft das Baumaterial transportieren und die Anlage unterhalten zu können.

Im Jahre 1901 begannen die Arbeiten, zunächst für einen Pfad auf Planken. 1905 war er fertig. Nach und nach wurde der Weg mit Beton und Eisenarmierungen befestigt.[3] Als das Gesamtprojekt fertig war, kam König Alfonso XIII. am 21. Mai 1921 zur Einweihung und überschritt die Brücke über die Garganta del Chorro. Daraufhin erhielt der Weg seinen Namen. Rafael Benjumea wurde in Anerkennung seiner einzigartigen Leistung zum „Grafen von Guadalhorce“ (Conde del Guadalhorce) geadelt, auch der neue Staudamm ihm zu Ehren Conde del Guadalhorce benannt. Die Bewohner der Nachbardörfer nutzten fortan den Weg tagtäglich: die Kinder als Schulweg, die Männer zum Arbeitsstätte, die Frauen bei Einkäufen. Nachts war der Caminito beleuchtet, Reste der Laternen sind noch heute zu finden.[3]

Später verfiel der Weg, an manchen Stellen fehlten die Betonplatten und nur noch rostige Stahlträger blieben übrig. Zur Begehung waren absolute Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und gehobene Klettersteig-Kenntnisse notwendig. Nachdem 1999 und 2000 insgesamt vier Menschen starben, davon drei im Jahr 2000 auf einer Seilrutsche durch die Schlucht[4] (also nicht auf dem Caminito selbst), schloss die Lokalregierung 2001 den Weg und baute Anfang und Ende ab. Trotzdem war das Betreten weiterhin durch einen älteren Steig möglich. Zum Zustieg der am Caminito befindlichen Kletterrouten wurde dieser auch weiterhin genutzt. Der Steig wurde beinahe durchgängig mit Stahlseilen gesichert und war für gesicherte und geübte Wanderer gut begehbar.[5]

Parallel zu den Schluchten befindet sich eine Eisenbahnlinie, die durch Tunnel durch das Massiv verläuft. Kletterer nutzten diese Tunnel, um bequemer und schneller in das dahinterliegende Tal zu kommen und um den Caminito nicht zu benutzen. Das Betreten der Gleise und Tunnel der RENFE wurde inzwischen mit einem Bußgeld zwischen 6.000 € und 30.000 € belegt.[6]

Wiederherstellung und Wiedereröffnung[Bearbeiten]

2006 verabschiedete die Regionalregierung einen Restaurierungsplan. Dafür wurden 8.300.000 € veranschlagt. Erst im November 2011 flossen aber die nötigen Geldmittel von 4.500.000 € an die Comarca (Landkreis) Guadalteba.[7] Im Frühjahr 2014 begann die Restaurierung; sie wurde Anfang 2015 abgeschlossen.[8] Die Wiedereröffnung des Wanderweges fand am 28. März 2015 statt.

Die Zahl der Wanderer ist zunächst auf 600 pro Tag beschränkt.[3] Nach der Wiedereröffnung war der Caminito del Rey sogleich auf drei Monate ausgebucht.[9] Einer von der Provinz Málaga in Auftrag gegebenen Studie zufolge werden jährlich mehr als 200.000 Touristen den Caminito besuchen, der sich somit zu einem Hauptanziehungspunkt der Provinz entwickeln soll.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Caminito del Rey – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Welt Online: Caminito del Rey – Der gefährlichste Weg der Welt, 3. April 2009
  2. El Caminito del Rey wiedereröffnet
  3. a b c d Sebastian Schoepp: Königsweg fürs Volk. In: Süddeutsche Zeitung, 23. April 205, S. 25.
  4. El País: Mueren tres jóvenes al despeñarse en el desfiladero malagueño de Los Gaitanes, 12. August 2000
  5. Producido por Panoramia: Die Panorama-Foto-Animation zeigt den Zustand im Frühjahr 2011 des "Camino del rey", 20. März 2011
  6. Acceso a las zonas de escalada en el corro. Federación Andaluza de Montañismo, abgerufen am 16. Juni 2010 (spanisch).
  7. Diputación invierte 5 millones de euros en turismo y medio ambiente en la comarca del Guadalteba (spanisch), abgerufen am 13. Mai 2015.
  8. La Opinión de Málaga: La obra de rehabilitación del Caminito del Rey está ya al 35% de su ejecución (spanisch), abgerufen am 13. Mai 2015.
  9. Caminito del Rey nach Neueröffnung bis Mai ausgebucht abgerufen am 12. März 2015.

36.915833333333-4.7727777777778Koordinaten: 36° 54′ 57″ N, 4° 46′ 22″ W