Campus Riedberg

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50.1729898.631376Koordinaten: 50° 10′ 23″ N, 8° 37′ 53″ O

Das Frankfurter Innovationszentrum Biotechnologie (FIZ), Juni 2008

Der Campus Riedberg ist der naturwissenschaftliche Campus der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main. Er liegt am südwestlichen Hang der Frankfurter Siedlung Riedberg. Dort sind die Fachbereiche Biochemie/Chemie/Pharmazie sowie Physik, große Teile des Fachbereichs Geowissenschaften/Geographie (bis auf das Institut für Humangeographie) und seit 2011 die Biowissenschaften (zuvor nur teilweise) mit insgesamt etwa 4.000 Studierenden angesiedelt.

Die Anfänge des Campus[Bearbeiten]

Erste Gebäude der Universität an diesem Standort, damals noch als Campus Niederursel bezeichnet, wurden von 1980 bis 1984 gebaut, darunter die Gebäude für die Chemischen Institute. Um 1994 wurde das Biozentrum mit zusätzlicher Mensa, neuen Hörsälen und Fachbereichsbibliothek eröffnet. Die damaligen Postanschriften waren Marie-Curie-Straße 7–9 für die Chemie und Marie-Curie-Straße 11–15 für das Biozentrum. Etwa im Jahr 2008 wurden die Adressen an die neu entstandene Max-von-Laue-Straße verlegt.

Neubau Physik und andere Gebäude in der ersten Erweiterung[Bearbeiten]

Mit der geplanten Auflösung des Campus Bockenheim wurden verschieden Standorte für die in Frankfurt-Bockenheim angesiedelten Fachbereiche gesucht. Da am Riedberg bereits zwei naturwissenschaftliche Institutsgebäude vorhanden waren, entschied man sich dafür, auch die übrigen naturwissenschaftlichen Fachbereiche dort anzusiedeln. Um das Jahr 2005 wurde am Riedberg das Gebäude der Physik einschließlich des Instituts für Kernforschung erbaut. Als weitere Lehrgebäude wurden 2007 die Geowissenschaften und das Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS) eingeweiht. Eine universitätsunabhängige Gesellschaft errichtete Anfang 2008 ein Wohnheim mit etwa 100 Mieteinheiten. Als Abschluss der ersten Erweiterung wurde 2009 das sogenannte Werkstattgebäude zwischen der Physik und der Geowissenschaft gebaut. Zusätzlich wurden am Riedbergzentrum zwei Etagen für das FIAS und für ein Graduiertenkolleg angemietet (1. Februar 2014 abgemietet).

Vorerst letzte Erweiterungen[Bearbeiten]

Die letzten drei Erweiterungen wurden gemeinsam am 16. Dezember 2011 eingeweiht. Es sind das Gebäude des Exzellenzclusters Makromolekulare Komplexe, das Biologicum und das sogenannte Infrastrukturzentrum, das noch in der Bauphase den Namen Otto-Stern-Zentrum erhielt. Das Otto-Stern-Zentrum umfasst die naturwissenschaftliche Bereichsbibliothek mit 300.000 Medien, eine zentrale Cafeteria und mehrere Hörsäle und Seminarräume. In den nächsten Jahren sollen alle naturwissenschaftlichen Fachbereiche sowie zuletzt die Fachbereiche Mathematik und Informatik hinzukommen. Insgesamt sollen hier bis 2018 mit einem Mitteleinsatz von 700 Millionen Euro[1] rund 6.300 Wissenschaftler und Studenten arbeiten.[2]

Weitere wissenschaftliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Im Umfeld der Universität haben sich Unternehmen der Life Sciences sowie Forschungsinstitute wie das Max-Planck-Institut für Biophysik und das interdisziplinär arbeitende Frankfurt Institute for Advanced Studies niedergelassen. Das benachbarte Frankfurter Innovationszentrum Biotechnologie (FIZ) beherbergt junge Life-Science-Firmen. Ende 2008 ging der zweite Gebäudekomplex für das FIZ in Betrieb, mit dem die Nutzfläche auf 14.000 Quadratmeter stieg. Hauptnutzer des Neubaus ist das Unternehmen Merz Pharma. Von den zur Verfügung stehenden Flächen dieses Quartiers sind Ende 2011 etwa 80 Prozent belegt. Eine weitere Ergänzung des FIZ, der US-amerikanischen Vorbildern nachempfundene Campus of Elements entsteht seit November 2011 an der südwestlichen Ecke Altenhöferallee und Riedbergallee. Auf einem 9.200 Quadratmeter großen Grundstück werden 16.500 Quadratmeter vermietbare Flächen in einem offenen Gebäudekomplex den Forschern der Elemente Wasser, Feuer, Erde und Luft zur Verfügung gestellt.

Die wissenschaftlich genutzten Flächen gehören zum Ortsbezirk 8, bilden jedoch mit den sich verzahnenden Wohngebieten im Ortsbezirk 12 eine siedlungsgeografische Einheit.

Verkehr[Bearbeiten]

Hauptartikel: Frankfurt-Riedberg#Verkehr

Die Anbindung des Geländes an öffentliche Verkehrsmitteln war bis 1996 recht schlecht. Erst mit Eröffnung des Biozentrums fuhr eine Buslinie regelmäßig zu diesem Campus. Mit der Entstehung weiterer Bauten (Physik und Geologie) stieg die Zahl der Buslinien zum Campus auf bis zu drei. Die Zufahrt mit Kraftfahrzeugen war bis zum Jahr 2005 nur über die Rosa-Luxemburg-Straße und die Marie-Curie-Straße möglich. Ende 2010 wurde die Station Uni-Campus Riedberg der U-Bahn Frankfurt eröffnet, und die Anbindung per Bus auf zwei Linien reduziert.

Datenanschlüsse[Bearbeiten]

Heute ist jedes Gebäude mit Datenanschlüssen versorgt. Dies war nicht immer so, da zum Beispiel beim Biozentrum eigentlich eine Lichtwellenleiter-Verkabelung eingebaut werden sollte. Diese ist in der Bauphase durch eine ACO-Verkabelung ersetzt worden (in jedem dritten Raum). Diese wurde erst 2009 geändert (FTTO mit Miniswitch). Die Chemie wurde etwa 2002 mit einer Twisted-Pair-Verkabelung ausgestattet. Weiterhin haben die Physik, Geologie und das Werkstattgebäude, sowie das Studentenwohnheim noch eine Twisted-Pair-Verkabelung. Alle anderen Neubauten erhielten FTTO mit Miniswitch einschließlich einer großflächigen W-LAN-Versorgung. Die Arbeitsplätze der Bibliothek sowie die Hörsaalplätze im Otto-Stern-Zentrum sind mit Strom- und Datenanschlussdosen ausgestattet.

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Hauptartikel: Night of Science

Seit dem Jahr 2006 findet jährlich die Veranstaltung Night of Science am Campus Riedberg statt. Sie dient dazu den Campus, sowie die naturwissenschaftlichen Fachbereiche näher kennenzulernen. Die Veranstaltung wird ausschließlich aus studentischer Hand organisiert und auf die Beine gestellt. Neben Vorträgen, gibt es auch viele Experimente, Führungen und auch weitere Unterhaltung durch z.B. Livemusik. Wie der Name schon suggeriert, fängt die Night of Science traditionsgemäß um 17:00 Uhr an und endet um 05:00 beim gemeinsamen Frühstück.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Goethe-Universität: Ausbau Campus Riedberg
  2. Frankfurter Rundschau: Makromolekulare Komplexe – Wie die Naturwissenschaften ihre Aktivitäten von Bockenheim auf den Campus Riedberg verlagern (6. September 2007)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Campus Riedberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien