Can (Band)
| Can 1972 in Hamburg. Foto: Heinrich Klaffs. | ||
| Allgemeine Informationen | ||
| Genre(s) | Krautrock, Psychedelic Rock | |
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| Gründung | 1968 | |
| Auflösung | 1979 | |
| Neugründung | 1986 | |
| Website | http://www.spoonrecords.com | |
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| Jaki Liebezeit | ||
| Irmin Schmidt | ||
| Holger Czukay | ||
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| Malcolm Mooney | ||
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Gesang
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Damo Suzuki (1970–1973) | |
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Gitarre
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Michael Karoli (†) (1974–2001) | |
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Bass
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Rosko Gee (1977–1978) | |
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Perkussion, Gesang
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Reebop Kwaku Baah (†) (1977–1979) | |
Can war eine Band aus Deutschland, die mangels eindeutiger stilistischer Zuordnungsmöglichkeiten am ehesten als Rockband kategorisiert werden kann, obwohl die Bandmitglieder immer behaupteten, keine Rockband zu sein und tatsächlich kaum spezifische Merkmale des Rock in ihrer Musik zu finden sind. Sie gilt dennoch als eine der innovativsten und einflussreichsten Krautrock und Psychedelic-Rock-Bands.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Werdegang
Can wurde 1968 in Köln gegründet. Die Rockgruppe hatte 1968 bis 1969 ihr Studio im Schloss Nörvenich in der Nähe von Düren eingerichtet. Teile ihres ersten Albums Monster Movie wurden hier aufgenommen. Das Management übernahm Hildegard Schmidt, Irmin Schmidts Frau. Nachdem der Sänger Malcolm Mooney die Band verließ, bildete sich 1970 die klassische Besetzung aus Irmin Schmidt (Tasteninstrumente), Holger Czukay (Bass und später Elektronik), Michael Karoli (Gitarre), Jaki Liebezeit (Schlagzeug) und Damo Suzuki (Gesang). Diese Formation bestand mit Veränderungen bis 1978.
Einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde der Musiktitel Spoon, denn er diente als Titelmusik zur dreiteiligen Durbridge-Krimiserie Das Messer, deren erste Folge am 30. November 1971 ausgestrahlt wurde. Vom Song wurden nachfolgend über 200.000 Exemplare verkauft.[1] 1973 lieferte Can (als The Can) die Musik zur 25. Tatort-Folge Tote Taube in der Beethovenstraße von Samuel Fuller (ausgestrahlt am 7. Januar 1973); der Titel Vitamin C erschien später auf der LP Ege Bamyası. Weitere Filmmusiken folgten.
In den 1980er Jahren kamen die ursprünglichen Bandmitglieder in der Besetzung des Debütalbums nochmals zu Aufnahmen und Konzerten zusammen. In den 1990er Jahren gab es Live-Veranstaltungen, die mit Can Solo Projects betitelt wurden. Bei diesen Konzerten traten die ehemaligen Mitglieder gemeinsam mit ihren Soloprojekten auf (z.B. mit dem Symphonieorchester Osnabrück, 1999). Im Jahr 1999 fand für die Serie Pop 2000 die bislang letzte Zusammenarbeit unter dem Namen Can statt. Michael Karoli starb am 17. November 2001 infolge einer Krebserkrankung. 2003 bekamen Can den deutschen Musikpreis Echo für ihr Lebenswerk.
[Bearbeiten] Einflüsse und Bedeutung
Von Anfang an standen Can abseits der Tradition des Rock ’n’ Roll, was darauf zurückzuführen war, dass zwei ihrer Musiker (Czukay und Schmidt) aus der klassischen Musikszene um Karlheinz Stockhausen kamen. Ein Mitarbeiter von Stockhausen, der Komponist, Flötist und Live-Elektroniker David Johnson, gehörte zu den Gründungsmitgliedern von Can, verließ die Band jedoch vor der ersten Plattenproduktion, da er die Hinwendung zum Rock ablehnte.
Der einzige, der zur Gründungszeit Erfahrung im Bereich Rockmusik aufweisen konnte, war der junge Gitarrist Karoli, der bereits in verschiedenen Beatgruppen gespielt hatte. Zudem brachte der Schlagzeuger Liebezeit, der sich zuvor mit Jazz und eine Zeit lang mit Free Jazz (beispielsweise im Quintett von Manfred Schoof) beschäftigt hatte, einen weiteren Kontrast in die „musikalische Kommune“, die vor allem in den Anfangstagen einen Schwerpunkt auf improvisierte Musik legte, mit ein.
Ein anderer Einfluss, der alle Mitglieder der Formation prägte, war Weltmusik und Folklore aus allen Teilen der Erde. Im Laufe ihres Schaffens kamen ständig neue Einflüsse wie Disco, aber auch technische Neuerungen hinzu, wodurch sich ihr Klangbild nach und nach veränderte. Diese ständigen Veränderungen und die eigentümlichen Ansichten zur Zusammenarbeit im Kollektiv führten immer wieder zu Besetzungswechseln, obwohl der Kern stets erhalten blieb.
[Bearbeiten] Wirkung
Ihr entscheidender Beitrag zur Musikgeschichte liegt darin, dass sie wie keine andere Band eine von der klassischen Liedstruktur unabhängige Ästhetik repetitiver Klangkompositionen entwickelten. Damit sind Can richtungsweisend für die Musik der 1970er, 1980er und 1990er Jahre. So beriefen sich beispielsweise Punkbands (wie z.B. die Buzzcocks) auf Can. Weitreichende Akzeptanz gab es im Bereich des Post-Punk und Independent (z.B. Sonic Youth, Radiohead, The Mars Volta und The Fall). Durch den minimalistischen Einsatz elektronischer Instrumente, klassisch minimalistische Drumsets und die typischen repetitiven Songstrukturen wurden Can zu Urvätern der elektronischen Tanz- und Unterhaltungsmusik. Neben den Einstürzenden Neubauten, Kraftwerk und den Scorpions zählen Can zu den weltweit erfolgreichsten und bekanntesten deutschen Bands. Die US-amerikanische Rockband The Mooney Suzuki benannte sich nach den Nachnamen der beiden Can-Sänger, darüber hinaus sind musikalische Einflüsse nicht festzustellen. Auf seinem Album Graduation (2007, Roc-A-Fella Records) benutzt Kanye West ein Sample aus Sing Swan Song für Drunk and Hot Girls. Der Experimentalkomponist Karlheinz Essl schuf mit Father Earth, das 2007 auf seiner Veröffentlichung SNDT®X erschien, eine Hommage an Can, die sich auf Mother Sky von der 1970er LP Soundtracks bezieht.
[Bearbeiten] Diskografie
[Bearbeiten] Alben
- Monster Movie (1969)
- Soundtracks (1970)
- Tago Mago (1971)
- Ege Bamyası (1972)
- Future Days (1973)
- Soon Over Babaluma (1974)
- Landed (1975)
- Flow Motion (1976)
- Unlimited Edition (1976)
- Saw Delight (1977)
- Out of Reach (1978)
- Cannibalism (1978, Doppel-Album)
- Can (1979), wiederveröffentlicht 1985 als Inner Space
- »Delay« 1968 (1981), enthält Aufnahmen aus den 1960er Jahren
- Rite Time (1989)
- Anthology (1993)
- The Peel Sessions (1995)
- Radio Waves (1997)
- Sacrilege (1997), Tribut-Doppelalbum mit Remixen und Covern von Can-Klassikern von U.N.K.L.E., Sonic Youth und Westbam und anderen.
- Can Live (1999)
- Can & Out of Reach (2003)
[Bearbeiten] Singles
| Chartplatzierungen Erklärung der Daten |
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| Singles | ||||||||||||
[2]
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- Kama Sutra / I’m Hiding My Nightingale (1968)
- Soul Desert / She Brings The Rain (1970)
- Turtles Have Short Legs / Halleluhwah (1971)
- Spoon / Shikako Maru Ten (1971, 1973)
- I’m So Green / Mushroom (1972)
- Vitamin C / I’m So Green (1972)
- Moonshake / Future Days (1973)
- Dizzy Dizzy / Splash (1974)
- Hunters & Collectors / Vernal Equinox (1974)
- I Want More / … And More (1976)
- Silent Night / Cascade Waltz (1976)
- Don’t Say No / Return (1977)
- Can–Can / Can Be (1978)
[Bearbeiten] Bootlegs
- Mother Sky Berlin (Waldbühne; 1971)
- University Of Essex (Colchester; 8. Mai 1972)
- Horror Trip in the Paper House (Köln; 3. Februar 1973)
- Live at Paris Olympia (Paris; 1973)
- Live at Sussex University (Brighton; November 1975)
- Live at Stuttgart (31. Oktober 1975)
- Live at Hannover (4. November 1976)
- London und Grenoble Live (1976)
- Germany 1976 vol.1 (Hannover; 11. April 1976)
- Great Britain 1977 vol.2 (Aston; 4. März 1977)
- Zhengzheng Rikang (2006; Aufnahmen von 1968/1969)[3]
[Bearbeiten] Literatur
- Hermann Haring: Rock aus Deutschland/West – Von den Rattles bis Nena: Zwei Jahrzehnte Heimatklang. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1984
- Pascal Bussy / Andy Hall: The Can Book. SAF Publishing, 1989
- Hildegard Schmidt / Wolf Kampmann: Can Box: Book. Medium Music Books, 1998
- Julian Cope: Krautrocksampler. One Head’s Guide to the Große Kosmische Musik. Werner Piepers MedienXperimente, 1996
- Robert von Zahn: Irmin Schmidt, Holger Czukay, Jaki Liebezeit: CAN. DuMont, Köln 2006
[Bearbeiten] Weblinks
- Die Band auf www.spoonrecords.com
- Diskografie auf einem privat geführten deutschen Internetauftritt
- The 34 Great Recordings of Can, as selected by Scott McFarland, November 1997 auf einem privat geführten finnischen Internetauftritt
- Rezensionen auf www.babyblaue-seiten.de
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Barbara Lammerschmitt/Bernd Lindner, Rock! Jugend und Musik in Deutschland, 2005, S. 64
- ↑ HIT-BILANZ, deutsche Chart Singles 1956-2001 auf CD-ROM; Verlag: TAURUS PRESS Verlag populärer Musik-Literatur GmbH
- ↑ „Zhengzheng Rikang (2006, Bootleg, Aufnahmen 1968/1969)“ discogs.com – abgerufen 23. März 2009