Canal de Briare

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Canal de Briare
Verlaufsskizze des Kanals

Verlaufsskizze des Kanals

Gewässerkennzahl FR----0342
Lage Frankreich, Regionen Centre und Burgund
Länge 57 km[1]
Erbaut 1604-1642
Klasse I (Freycinet-Klasse)
Beginn Stadthafen von Briare, ehemals Mündung in die Loire
Ende Mündung in den Canal du Loing nördlich von Montargis
Schleusen 36
Häfen Briare, Montargis
Abzweigungen, Kreuzungen Canal latéral à la Loire, Canal d’Orléans
Herausragende Bauwerke frühere siebenstufige Schleusentreppe bei Rogny-les-Sept-Écluses
Kilometrierung von Briare nach Montargis
Canal de Briare - Les deux tracés et les sept écluses à Rogny.jpg
Bei der früheren Schleusentreppe von Rogny-les-Sept-Écluses,
rechts unter der Brücke die unterste Schleuse im neuen Kanalstück

Der Canal de Briare ist ein Schifffahrtskanal in den französischen Regionen Centre und Burgund. Er bildet zusammen mit den Kanälen Canal du Loing, Canal latéral à la Loire und dem Canal du Centre eine Kanalkette (Route Bourbonnais), die den Binnenschiffen und Sportbooten einen Übergang von der Seine zur Saône und weiter über die Rhône zum Mittelmeer ermöglicht.

Verlauf[Bearbeiten]

Der Kanal beginnt im Stadthafen von Briare, wo er früher an die Loire anschloss. Drei Kilometer weiter zweigt der Canal latéral à la Loire (dt: Loire-Seitenkanal) ab, der mit Hilfe einer Kanalbrücke das Loiretal überquert. Viele Schiffe fahren daher gar nicht mehr zum Stadthafen von Briare hinunter, sondern nützen den Handelshafen, der am Loire-Seitenkanal unmittelbar vor der Kanalbrücke liegt.

Der Kanal de Briare verläuft zunächst in nordöstlicher Richtung, schwenkt später aber nach Nordwest und erreicht nach einer Länge von 57[1] Kilometern knapp nördlich von Montargis, beim Ort Buges, den Canal du Loing. Hier mündet auch der Canal d’Orléans ein, der derzeit für die Schifffahrt gesperrt ist. An seiner Wiederinstandsetzung wird aber bereits gearbeitet.

Koordinaten[Bearbeiten]

Durchquerte Départements[Bearbeiten]

in der Region Centre:

in der Region Burgund:

Orte am Kanal[Bearbeiten]

Technische Infrastruktur[Bearbeiten]

Der Kanal ist der weltweit älteste Wasserscheidenkanal und verfügt über insgesamt 36 Schleusen. Durch 12 von ihnen erfolgt der Anstieg über 40 Meter aus dem Loiretal, durch die anderen 24 der Abstieg über rund 80 Meter in Richtung Seine. Er folgt zunächst dem Fluss Trézée und erreicht seine Scheitelhaltung in 165 Metern Höhe über dem Meer, wo einige Stauseen für seine Wasserversorgung angelegt sind.

Die Stauseen werden u.a. durch ein Pumpwerk in Briare über die bachähnliche Wasserrinne Rigole d’Alimentation du Canal de Briare mit Wasser versorgt. Westlich von Ouzouer-sur-Trézée wird dabei dieses Wasser in einem doppelrohrigen Düker geführt, der wiederum den Kanal auf einer Gitterbrücke quert. Zusätzlich führt die Rigole de St-Privée in Hanglage Wasser über 16 Kilometer hinweg den Seen zu. Weitere Rigolen verbinden die Stauseen südlich von Bléneau.

Nach seinem Abstieg erreicht der Kanal bei Rogny-les-Sept-Écluses den Fluss Loing, der für die weitere Wasserdotierung sorgt. Die Schleusen sind für Schiffe der Normgröße Freycinet ausgelegt.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Bau wurde im 16. Jahrhundert konzipiert und 1604 begonnen. Die Anordnung dafür gab König Heinrich IV., sein Minister Sully ließ sie ausführen. Vorausgegangen waren Hungersnöte in Paris, das damals schon ca. 500.000 Einwohner hatte. Durch den Kanalbau sollte die Versorgung der Stadt verbessert werden. Nach dem Tod der Königs im Jahre 1610 ruhte der Bau bis 1638, so dass der Kanal erst 1642 von Kardinal Richelieu eröffnet werden konnte. Der Canal de Briare war Vorbild für den bald danach gebauten Canal du Midi.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Schleusentreppe von Rogny

Diese siebenstufige, weltweit älteste Schleusentreppe wurde - wie der Kanal - in den Jahren 1604 bis 1610 und 1638 bis 1642 erbaut, war aber schon 1579 konzipiert worden. Sie war Vorbild für die 1681 in Betrieb genommene, ursprünglich achtstufige Schleusentreppe von Fonserannes. Seit 1882 liegt die Schleusentreppe von Rogny trocken, nachdem der Kanal auf einer Länge von etwa sechs Kilometern nach Westen verlegt worden war. Dort bestehen seitdem fünf einzelne, für längere Schiffe (Freycinet-Klasse) passende Schleusen. Die Schleusentreppe von Rogny zählt seit 1983 als Monument Historique[2] zu den französischen Baudenkmälern.

  • Schleusentreppe bei Dammarie-sur-Loing

Die Ruine der fünfstufigen Schleusentreppe liegt nördlich von Dammarie-sur-Loing neben der Kanalschleuse Nr. 21, der Écluse du Moulin Brûlé. Sie wurde zeitgleich zu der von Rogny im Verlauf des Kanals erbaut. Nachdem 1888 1,5 km des Kanal mit drei größeren Einzelschleusen am Talhang tiefer gelegt wurden, verfiel auch diese Schleusentreppe.

  • Pumpwerk in Briare

(bei der Einfahrt zur Trogbrücke) mit Austellung in der Turbinenhalle.

  • Aqueduc de la Trézée

Etwa 1 km westlich von Ouzouer-sur-Trézée gelegen, trägt das Aqueduc de la Trézée als Stahlgitterkonstruktion von 170 m Länge den Doppelrohrdüker der Rigole d’Alimentation du Canal de Briare über die Trézée.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Canal de Briare – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

  • Voies Navigables, Canaux du Centre, 1998, Verlag Éditions Grafocarte ISBN 2-7416-0058-9

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Die Angaben zur Kanallänge beruhen auf den Informationen über den Canal de Briare auf sandre.eaufrance.fr (französisch), abgerufen am 11. November 2011, gerundet auf volle Kilometer.
  2. Schleusentreppe von Rogny in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)

Siehe auch[Bearbeiten]