Canale Monterano

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Canale Monterano
Wappen
Canale Monterano (Italien)
Canale Monterano
Staat: Italien
Region: Latium
Provinz: Rom (RM)
Koordinaten: 42° 8′ N, 12° 6′ O42.13666666666712.103611111111378Koordinaten: 42° 8′ 12″ N, 12° 6′ 13″ O
Höhe: 378 m s.l.m.
Fläche: 37 km²
Einwohner: 4.202 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 114 Einw./km²
Postleitzahl: 00060
Vorwahl: 06
ISTAT-Nummer: 058016
Volksbezeichnung: Canalesi
Schutzpatron: Hl. Bartholomäus
Website: Canale Monterano

Canale Monterano ist eine Gemeinde in der Provinz Rom in der italienischen Region Latium mit 4202 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013). Sie liegt 57 km nordwestlich von Rom und 10 km nordwestlich von Bracciano.

Aquädukt von Monterano

Geografie[Bearbeiten]

Canale Monterano liegt im vulkanischen Hügelland mit seinen tief eingeschnittenen Tälern, westlich des Braccianosees zwischen den Sabatiner Bergen und den Tolfabergen. Zur Gemeinde gehören die Ortsteile Carraiola, Casenove, Castagno, Montevirginio und Stigliano.

Die Nachbargemeinden sind Manziana, Oriolo Romano (VT), Tolfa und Vejano (VT).

Verkehr[Bearbeiten]

Canale liegt an der Provinzstraße SP 3A Braccianese Claudia, die über die SS 493 nach Rom führt. Der nächste Bahnhof ist in Manziana an der Regionalbahnstrecke FR3 Rom-Viterbo.

Geschichte[Bearbeiten]

Bereits die Etrusker gründeten beim heutigen Canale einen befestigten Ort auf einem Hügel westlich des modernen Ortes. Auf der Hochebene der Palombara und auf dem Colle della Bandita sind noch ihre Nekropolen erhalten. Mit der Eroberung durch die Römer entvölkerte sich der Ort langsam. Im Gegensatz dazu erlebte das etruskische Dorf beim Ortsteil Stigliano, dank seiner Thermalquellen, eine Blütezeit. Es bekam den Namen Aquae Apollinares. Das Gemeindegebiet wurde von der Via Clodia durchzogen. An ihr wurde Forum Clodii als Wegstation gegründet, das sich zu einem bedeutenden Ort entwickelte und auch zum Bischofssitz wurde. Er lebt heute noch als Titularbistum Foroclodiensis fort. Zur Zeit trägt Angel Gelmi Bertocchi aus Bolivien diesen Titel.

In der Völkerwanderungszeit gaben die Bewohner Forum Clodii im 6. Jahrhundert auf und besiedelten wieder den leichter zu verteidigenden Hügel des Etruskerorts. Der Bischofssitz wurde um das Jahr 1000 nach Sutri verlegt. Der Ort Monterano gehörte den Orsini die jedoch das nahe Bracciano zu ihrem Zentrum ausbauten. Westlich von Monterano gründeten sie eine Siedlung, die wegen des kanalförmigen Tals, indem sie liegt, den Namen Canale bekam. Im 17. Jahrhundert kamen Monterano und Canale in den Besitz der Familie Altieri, die Monterano ausbauten. Da allerdings Monterano zunehmend von der Malaria bedroht war, verschob sich der Bevölkerungsschwerpunkt langsam nach Canale. Nach der Zerstörung durch französische Truppen 1799 wurde Monterano endgültig aufgegeben. 1871 kam das Gebiet zum Königreich Italien und wurde mit dem Namen Canale Monterano zur selbständigen Gemeinde.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1871 1881 1901 1921 1936 1951 1971 1991 2001
Einwohner 1.083 1.116 1.525 1.845 2.033 2.166 2.022 2.698 3.298

Quelle: ISTAT

Politik[Bearbeiten]

Angelo Stefani (Bürgerliste Progetto per Canale e Montevirginio) wurde im Mai 2011 zum Bürgermeister gewählt.[2] Er löste Marcello Piccioni (2006 - 2011) ab, der nicht mehr kandidierte.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Westlich von Canale im Naturreservat Monterano liegen die Reste der mittelalterlichen Stadt Monterano mit der eindrucksvollen Ruinen der von Gian Lorenzo Bernini entworfenen Kirche San Bonaventura und der Burg der Orsini. In der Nähe befindet sich auch ein Aquädukt, der zur Versorgung, vor allem der Burg, errichtet wurde.
  • Östlich von Canale liegt das im 17. Jahrhundert erbaute Karmeliterkloster.
  • Im Ortsteil Montevirginio ist der Palast der Altieri erhalten.
  • Die Thermalquellen von Stigliano sind seit der Zeit der Etrusker bekannt und genutzt. Heute befindet sich dort ein Wellness-Hotel aus dem 18. Jahrhundert. Es ist umgeben von einem botanischen Garten. In der Nähe befinden sich die Ruinen des antiken Apollo-Tempels.

Literatur[Bearbeiten]

  • Joan Marble: Ein Garten in Italien (= Diana-Taschenbuch 62, Nr. 239). Taschenbucherstausgabe. Diana-Verlag u. a., München u. a. 2001, ISBN 3-453-19571-X.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.
  2. Italienisches Innenministerium

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Canale Monterano – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien