Canavalia

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Canavalia
Jackbohne (Canavalia ensiformis)

Jackbohne (Canavalia ensiformis)

Systematik
Eurosiden I
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Tribus: Phaseoleae
Gattung: Canavalia
Wissenschaftlicher Name
Canavalia
Adans.
Illustration der Schwertbohne (Canavalia gladiata)
Illustration von Canavalia cathartica
Blüten von Canavalia cathartica
Hülsenfrüchte von Canavalia cathartica
Samen von Canavalia cathartica

Canavalia ist eine Pflanzengattung in der Unterfamilie Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Der Gattungsname ist abgeleitet aus dem an der Malabarküste benutzten Trivialnamen der Art Canavalia ensiformis: „kanna-valli“ direkt übersetzt etwa „Waldkletterer“. Es gibt etwa 46 bis 51 Canavalia-Arten. Es ist eine der Gattungen der Faboideae, deren Arten Bohnen genannt werden.

Beschreibung[Bearbeiten]

Canavalia-Arten wachsen als kriechende oder kletternde, selbständig aufrechte, ausdauernde krautige Pflanzen, oder verholzende Pflanzen: Sträucher oder Lianen; sie können immergrün oder laubabwerfend sein. Harz kann vorhanden sein. Sie sind nicht mit Stacheln oder Dornen bewehrt. Die kletternden Arten winden sich gegen den Uhrzeigersinn empor. Einige Arten entwickeln Wurzelknollen. Die wechselständig und spiralig oder zweizeilig am Stängel verteilt angeordneten Laubblätter sind gestielt, krautig oder ledrig, und meist unpaarig gefiedert. Es sind drei 4 bis 15 cm lange Fiederblättchen vorhanden, die Laubblätter sind also dreiteilig. Die flachen Fiederblättchen sind ganzrandig und flach. Die zwei beständigen oder früh abfallenden Nebenblätter sind untereinander frei und nicht mit dem Blattstiel verwachsen, manchmal sind sie nur winzig und schuppenförmig.

Die Blüten stehen zu zweit bis sechst in Büscheln an den geschwollenen Nodien der seitenständigen, zusammengesetzten scheintraubigen Blütenständen zusammen. Es sind Tragblätter und früh abfallende, kleine Deckblätter vorhanden.

Die gestielten, zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig. Die fünf ungleichen Kelchblätter sind verwachsen mit zwei Kelchlippen, wobei die Kelchlippen höchstens so lang sind wie die aufrechte Kelchröhre. Die obere Kelchlippe besteht aus zwei teilweise verwachsen, längeren Kelchlappen; die untere Kelchlippe besteht aus drei kürzeren Kelchlappen. Die Blütenkronen besitzen den typischen Aufbau der Schmetterlingsblüten. Es sind fünf Kronblätter vorhanden, die genagelt sein können; die zwei unteren Kronblätter sind zum Schiffchen verwachsen bei einigen Arten sind auch zwei weitere verwachsen. Die Farben der Kronblätter reichen von rosa- bis purpurfarben. Die normal entwickelte Fahne ist nicht gespornt aber an der Basis geöhrt und besitzt Anhängsel. Die zwei Flügel sind nicht mit dem Schiffchen verwachsen und besitzen keinen Sporn. Das Schiffchen besitzt auch keinen Sporn und ist typisch gestaltet; bei manchen Arten ist ein nach innen gedrehter Schnabel vorhanden. Die zehn fertilen Staubblätter sind nicht mit den Kronblättern verwachsen und es wechseln deutlich längere mit kürzeren ab. Von den zehn fertilen Staubblättern sind alle oder neun Staubfäden zu einer Röhre verwachsen, aber nicht mit den Kronblättern verwachsen. Es sind Nektardrüsen auf dem Diskus vorhanden. Die einzelnen oberständigen Fruchtblätter enthalten zwei bis 15 Samenanlagen. Der gekrümmte Griffel ist behaart aber nicht bärtig, mit kleiner Narbe. Manchmal ist ein Gynophor ausgebildet. Die Bestäubung erfolgt über Insekten hauptsächlich sind es Hymenoptera (Entomophilie).

Die geraden bis gekrümmten Hülsenfrüchte weisen eine Länge von 7 bis 22 cm auf. Die Hülsenfrüchte sind nicht zwischen den Samen septiert und mehr oder weniger oder nicht eingeschnürt. Jede Frucht enthält vier bis 15 Samen. Die nicht kantigen Samen können einen Arillus besitzen. Die Verbreitungseinheit (Diaspore) ist der Same.

Nutzung[Bearbeiten]

Einige Arten werden zur Produktion von Nahrungsmitteln kultiviert:

Da sie Stickstoff fixieren (Rhizobium-Wurzelknöllchen), sind sie wichtig zur Bodenverbesserung.

Vor allem in Mexiko wird die Strandbohne oder Meeresbohne (Canavalia rosea (Sw.) DC., Syn.: Canavalia maritima Thouars) als Halluzinogen (Wirkstoff: L-Betonicin) verwendet [1]; manchmal Bestandteil der Droge „Spice[2].

Verbreitung[Bearbeiten]

Die Gattung hat eine weite Verbreitung; es gibt Arten in den Tropen und Subtropen weltweit.

Habitus von Canavalia pubescens
Blüten von Canavalia pubescens
Hülsenfrucht von Canavalia pubescens
Samen von Canavalia pubescens

Systematik[Bearbeiten]

Die Gattung Canavalia gehört zur Subtribus Diocleinae der Tribus Phaseoleae in der Unterfamilie Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Die Erstveröffentlichung der Gattung erfolgte 1763 durch Michel Adanson als Canavali in Familles des plantes, 2:325,531 - heute gültig (I.C.B.N., 1983, No. 3891) ist die Schreibweise Canavalia, die 1825 durch Augustin-Pyrame de Candolle in Prodromus systematis naturalis regni vegetabilis, 2:403 veröffentlicht wurde [3]. Viele Arten gehörten früher zur Gattung Dolichos L.. Synonyme für Canavalia Adans. sind: Clementea Cav., Cryptophaeseolus Kuntze, Wenderothia Schltdl. [4].

Es gibt etwa 46 bis 51 Canavalia-Arten [4], [5]:

Nicht mehr zur Gattung gehört:

  • Canavalia grandis (Wall. ex Benth.) Kurz → Dysolobium grande (Wall. ex Benth.) Prain

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • S. I. Ali: Papilionaceae in der Flora of Pakistan: Canavalia - Online.
  • Leslie Watson: Papilionaceae in der Western Australian Flora, 2008: Canavalia - Online.
  • C. Gardner: Fabaceae in der New South Wales Flora Online: Canavalia - Online.
  • G. Lewis et al.: Legumes of the world. (Leg World), 2005, 396.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Canavalia maritima.
  2. Information zu „Spice“.
  3. S. I. Ali: Papilionaceae in der Flora of Pakistan: Canavalia - Online.
  4. a b Canavalia im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.
  5. Sucheingabe bei LegumeWeb from the ILDIS World Database of Legumes.
  6. Datenblatt bei tropicalforages.
  7. Walter H. Schuster: Leguminosen zur Kornnutzung: Informationen zu Canavalia ensiformis. (deutsch)
  8. a b Ivan C. Nielsen: A new inland species of Canavalia (Leguminosae, Papilionoideae) from New Caledonia in Adansonia, sér. 3, 26 (2) : 149-151, 2004: Online. (PDF; 669 kB)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Canavalia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien