Cancale

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Cancale (Kankaven)
Wappen von Cancale
Cancale (Frankreich)
Cancale
Region Bretagne
Département Ille-et-Vilaine
Arrondissement Saint-Malo
Kanton Cancale
Gemeindeverband Communauté d’agglomération du Pays de Saint-Malo.
Koordinaten 48° 41′ N, 1° 51′ W48.676666666667-1.851944444444450Koordinaten: 48° 41′ N, 1° 51′ W
Höhe 0–56 m
Fläche 12,61 km²
Einwohner 5.277 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 418 Einw./km²
Postleitzahl 35260
INSEE-Code
Website www.ville-cancale.fr

Der Hafen von Cancale

Cancale (bretonisch Kankaven) ist eine französische Gemeinde in der nördlichen Bretagne im Département Ille-et-Vilaine. Sie liegt im Nordwesten der Bucht von Mont-Saint-Michel, etwa zehn Kilometer östlich von Saint-Malo, an der Côte d'Émeraude.

Die Stadt hat 5277 Einwohner (Stand 1. Januar 2011) und ist administratives Zentrum des Kanton Cancale.

Die Kernstadt gliedert sich in zwei Stadtteile: Die Oberstadt (La Ville Haute) liegt in 45 m Seehöhe über der Bucht und ist das Zentrum mit Kirche, Markt, Geschäften sowie der Badevillen-Siedlung an der Pointe du Hock und entlang der Rue Robert Surcouf, die für ihre Architektur und den malerischen Ausblick auf den Mont-Saint-Michel gerühmt wird. Der romantische Hafen (La Houle) liegt direkt am Meer und bietet gute Hotels und Restaurants. Im Stadtteil Port-Mer liegt ein beliebter Sandstrand. Die etwa vier Kilometer vom Stadtzentrum entfernte Pointe du Grouin ist ein beliebtes Ausflugsziel und markiert den nördlichsten Punkt des Stadtgebiets.

Klima[Bearbeiten]

Das Klima in Cancale ist ozeanisch geprägt und zeichnet sich durch vergleichsweise geringe Temperaturschwankungen zwischen Winter und Sommer aus. Gleichwohl herrscht in Cancale ein Micro-Klima insofern, als dass sich die Niederschlagswerte deutlich von jenen im Westen der Bretagne sowie jenen an der Westküste der Manche unterscheiden. Cancale erhält im Jahresmittel lediglich 600-800 ml Niederschlag und liegt mit 1700-1850 Sonnenstunden jährlich deutlich über den Werten von Paris und nahezu jeder Deutschen Messstation. Wie etwa auch Marseille liegt Cancale in Z9 der Plant Hardiness Klimazonen, ist im Sommer aber weniger trocken. Entsprechend trifft man in Cancale gleichermassen sowohl Farn, Moos und Efeu als auch mediterran anmutende Pflanzen wie Palmen und Pinien an.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Cancale bezeichnet sich selbst als die „Austernhauptstadt“ der Bretagne. Hier werden in der Gezeitenzone Austern gezüchtet, und zwar die Pazifische Felsenauster (5.000 t, Stand: 2000) und die seltenere Europäische Auster (1.000 t, Stand: 2000). Beide Sorten genießen unter Kennern einen sehr guten Ruf. [1]


Die Austernzucht lässt sich in Cancale ab dem 13. Jahrhundert nachweisen. Heute bedeckt sie eine Fläche von 400 Hektar, 50 Betriebe beschäftigen je nach Jahreszeit 150 bis 300 Angestellte und erwirtschaften einen Umsatz von 3,8 Mio. Euro (Stand: 2000). Besucher können im Austernmuseum (La Ferme Marine) weiterführende Informationen über die Bedeutung der Austern erfahren.

Weitere wichtige Wirtschaftszweige in Cancale sind Landwirtschaft, weitere Zweige der Fischerei, Verwaltung und Tourismus.

Cancale zählte Ende 2010 1335 Unternehmen, darunter 110 im Agrarsektor, 41 im industriellen Sektor sowie 45 im Baugewerbe, 608 in den Bereichen Handel, Transport und Service, sowie 531 mit Verwaltungsbezug. Allein 2011 wurden in Cancale 40 Unternehmen gegründet.

Strand, Hafen und Kirche

Aufgrund der landschaftlichen und kulinarischen Reize der Gegend, spielt der Tourismus in Cancale traditionell eine grosse Rolle. In Cancale trifft man gleichermassen auf Deutsche Dauercamper, Pariser mit Zweitwohnsitz, tschechische Reisegruppen oder japanische Individualtouristen.

Zahllose Boutiquen, Hotels und Restaurants begrüßen die Gäste nicht nur entlang des Fischerhafens, wo sich vor allem eine Austerndegustation mit Weisswein oder Champagner anbietet, sondern auch im Stadtkern, wo den Touristen ganzjährig Cafés, Blumenläden und Galerien offenstehen.

Kunst[Bearbeiten]

John Singer Sargent, Les Ramasseuses d'huîtres de Cancale, 1877.

Cancale hat eine Reihe namhafter Künstler inspiriert, darunter vor allem John Singer Sargent.

Eine lebhafte Kunstszene hat sich bis heute erhalten. Zahlreiche Maler, Graveure oder Bildhauer haben ihr Atelier in Cancale und bestücken regelmässig gut frequentierte Ausstellungen von überregionaler Bedeutung. Herauszuheben ist in diesem Zusammenhang die Kunstbiennale "L'Hareng Cancalais" (Bretonisch für "Kunst auf Cancalais"), die von einem Künstlerkollektiv veranstaltet gleichermassen Meister wie Amateure der bildenden Kunst aus ganz Frankreich anspricht. Aufgrund der ausserordentlichen landschaftlichen Reize hält es die Aussteller dabei nicht in ihren Ateliers und Galerien, vielmehr bilden das smaragdgrüne Meer, die Strände und die Palmen am Hafen den Rahmen für den Kunstgenuss. Die nächste Edition der Veranstaltung ist auf Ende August 2014 angesetzt.

Verkehr[Bearbeiten]

Cancale liegt etwa 10km von der vierspurigen Schnellstrasse D137 entfernt, die Saint Malo mit Rennes verbindet.

Der nächste Bahnhof befindet sich in La Gouesnière. Über die Saint-Maloer Stadtbuslinie 10 ist Cancale direkt mit dem TGV-Bahnhof Saint-Malo verbunden. Cancale ist damit innerhalb nur 3,5 Stunden von Paris aus zu erreichen.

Über den 25km entfernt gelegenen Flughafen Dinard-Pleurtuit-Saint-Malo besteht ausser an Sonntagen eine tägliche Anbindung an den Flughafen London-Stansted. Cancale ist somit nur zwei Stunden von London entfernt.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Referenzen[Bearbeiten]

  1. Paul Bocuse: Die neue Küche, Das Kunstbuch vom König der Köche, (Orig.: La cuisine du Marche), Pawlak Verlag, 1977, Seite 154

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Cancale – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien