Candida parapsilosis

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Candida parapsilosis
Systematik
Unterabteilung: Saccharomycotina
Klasse: Saccharomycetes
Ordnung: Echte Hefen (Saccharomycetales)
incertae sedis
Gattung: Candida
Art: Candida parapsilosis
Wissenschaftlicher Name
Candida parapsilosis
(Ashford) Langeron & Talice

Candida parapsilosis (Synonym: Candida parakrusei) ist ein asexueller diploider pathogener Hefepilz, der ein wichtiger Faktor einer Sepsis und von Wund- und Gewebeinfektionen bei immunsupprimierten Patienten geworden ist und etwa 15 % der Candida-Infektionen verursacht. Candida parapsilosis-Stämme wurden historisch in Gruppe I, II oder III auf der Basis des molekularen Fingerabdrucks geordnet.[1] Das Immunsystem ist ein wichtiger Faktor bei Candida parapsilosis-Infektionen. Im Gegensatz zu Candida albicans und Candida tropicalis ist Candida parapsilosis kein obligater menschlicher Erreger, sondern ist auch aus nichtmenschlichen Quellen wie Haustieren, Insekten und Erdboden isoliert worden. Candida parapsilosis ist auch ein normaler menschlicher Kommensale und es ist einer der am meisten von menschlichen Händen isolierte Pilz. Candida parapsilosis tendiert zur Bildung von Biofilmen und ist dann schwerer zu behandeln.

Es gibt verschiedene Risikofaktoren, welche den Pilz bei der Besiedlung des menschlichen Körpers unterstützen. Immunsupprimierte Individuen mit AIDS/HIV, onkologische Patienten, Neugeborene, operierte Patienten und ältere Patienten, insbesondere nach Darmoperationen und bei Darmerkrankungen, haben ein hohes Infektionsrisiko mit Candida parapsilosis. Schon 1968 stellten Blank u.a.[2] kanzerogene Eigenschaften bei Candida parapsilosis bei Mäusen fest. Candida parapsilosis kann bei systemischer Infektion neben den Muskeln auch das zentrale Nervensystem infizieren.

Bekannte Krankheitsbilder sind Endokarditis nach Herzkathetern oder cardiovaskulären Eingriffen, Peritonitis[3] nach Peritonealdialyse, Endophthalmitis nach Linsenimplantation, septische Arthritis, nosokomiale Infektion, Lungenentzündung (selten), Nagel- und Hornhaut- und Hautmykosen, Befall des Gastrointestinaltraktes.[4]

Kultur[Bearbeiten]

Candida parapsilosis wächst auf Sabouraud-Agar[5] als weiße bis beige Kolonien, die glatt und glänzend bis leicht faltig sind.[6] Auf RAT bildet sich Pseudomycel aus Ketten von langen Zellen, an denen Trauben von Blastosporen hängen.[7]

Genetik[Bearbeiten]

Die Moleküle der mitochondrialen DNA (mtDNA) sind in Nukleinsäure-Protein-Komplexe verpackt, auch als mitochondrialen Nukleoide (mt-Nukleoide)bezeichnet. Untersuchungen der Band-Intensitäten nach DNA-Färbung führten zu einer Schätzung, dass C. parapsilosis 14 Chromosomen (7 Paare) enthält mit einer Gesamtgenomgröße von rund 26,3 Mb (Doi et al. 1992).[8][9][10][11]

Behandlung[Bearbeiten]

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Es gibt momentan keine übereinstimmende medizinische Meinung über die Behandlung von Erkrankungen mit Candida parapsilosis. Historisch wurde Amphotericin B verwendet. Miconazol, Nystatin, Terbinafin[12] und Triazole wie Fluconazol, Voriconazol und Posaconazol sind moderne Alternativen.

Volksmedizinisch und naturheilkundlich werden Caprylsäure (Kokosfett), Enzympräpate, Grapefruitkernextrakt, Thymian, Speisezwiebeln und Ingwer verwendet.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.sanger.ac.uk/sequencing/Candida/parapsilosis/ 3 Gruppen
  2. http://cancerres.aacrjournals.org/content/28/11/2276.abstract Krebs
  3. Weems 1992; Trofa et al. 2008
  4. http://www.laborlexikon.de/Lexikon/Infoframe/c/Candida-Arten.htm Krankheitsbilder
  5. Candida parapsilosis bei doctorfungus.org
  6. http://www.pfdb.net/photo/kanoko_t/CHROMagar/wide/C_parapsilosis_ATCC2209.jpg Bild von Candida parapsilosis auf Kulturschale
  7. http://farm2.static.flickr.com/1321/1407684424_9889307b09.jpg Blastosporen-Trauben
  8. http://mic.sgmjournals.org/cgi/content/abstract/155/5/1558
  9. http://www.springerlink.com/content/u2671u3l356p744u/fulltext.pdf Biologie and genetics
  10. http://www.broadinstitute.org/annotation/genome/candida_group/MultiHome.html
  11. http://cgob.ucd.ie/PublicData/Proteins/ Proteine
  12. http://www.zct-berlin.de/neueinfuehrungen/terbinafin.html

Literatur[Bearbeiten]

  • Systemische Pilzinfektionen ,M. Weiss, U. Wintergerst and B. H. Belohradsky, Springer-Verlag
  • http://www.cmpt.ca/pdf_mycology_2007/basic_0704_1_c_para.pdf
  • W. Gerz, Bio-logische Präparate für Diagnose und Therapie in der AK-Praxis, 2002
  • Hahn H, Kaufmann SHE, Schulz TF, Suerbaum S : Medizinische Mikrobiologie und Infektologie. 6. kompl. überarb. Aufl. Springer Heidelberg: 597-601
  • S. Nolting, Mykosen des Verdauungstraktes. 2. Aufl. Medi, Hamburg
  • Biology and genetics of the pathogenic yeast Candida parapsilosis; Nosek-Zuzana- Holesova-Kosa-Gacser-Tomaska - Published online: 7 August 2009 - copyrightserif Springer-Verlag 2009

Weblinks[Bearbeiten]