Candyman’s Fluch

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Filmdaten
Deutscher Titel Candyman’s Fluch
Originaltitel Candyman
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1992
Länge 99 Minuten
Altersfreigabe FSK 18 / 16
Stab
Regie Bernard Rose
Drehbuch Bernard Rose
Produktion Clive Barker,
Steve Grolin
Musik Philip Glass
Kamera Anthony B. Richmond
Schnitt Dan Rae
Besetzung

Candyman’s Fluch (Originaltitel: Candyman) ist ein amerikanischer Horrorfilm von Bernard Rose aus dem Jahr 1992. Der Film basiert auf der Kurzgeschichte The Forbidden von Clive Barker.

Handlung[Bearbeiten]

Die Doktorandin Helen Lyle stößt in Chicago bei ihren Recherchen über urbane Legenden auf die Geschichte des Candyman. Dieser war der Sohn eines ehemaligen afroamerikanischen Sklaven, der nach dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg durch ein neuartiges Verfahren zur Herstellung von Schuhen zu Geld gekommen war. Der Sohn pflegte eine verbotene Liebe zu einem weißen Mädchen, und diese wurde schwanger. Ihr Vater ließ ihn schließlich grausam hinrichten: Eine Gang wurde auf ihn angesetzt und jagte ihn durch die Stadt, wobei dem Candyman mit einer rostigen Säge eine Hand abgesägt wurde. Nachdem er mit Honig übergossen wurde, wurde er schließlich von hunderten Bienen zu Tode gestochen. Doch der Ermordete sollte als Candyman von nun an in die Welt der Lebenden zurückkehren: Wenn man sich vor einen Spiegel stellt und fünf Mal seinen Namen ausspricht, erscheint den Erzählungen nach der Candyman mit einem Haken anstelle seiner rechten Hand. Derjenige, der die Worte sprach, wird von ihm getötet. Helen probiert es aus, und infolgedessen geschehen mysteriöse Morde in ihrer Umgebung, für die nach Helens Meinung der Candyman verantwortlich ist. Jedoch glaubt ihr niemand; sie gerät in die Hände der Polizei, und nur der Candyman ist fähig, ihr zu helfen. Helen muss erkennen, dass nur sie selbst den Candyman stoppen kann. Dieser Versuch endet jedoch tragisch, da es kein Entkommen vor dem Fluch des Candyman gibt, und sie schließlich selbst zum Fluch wird. Sie jagt den Candyman, einige Bewohner eines Ghettos legen ein Feuer, da sie Angst vor diesem haben, woraufhin er in dem Feuer stirbt. Aus den Flammen rettet Helen ein Baby, stirbt dann jedoch ebenfalls, nur um ein Jahr später ebenso wie der Candyman nach fünfmaligem Aufsagen ihres Namens vor einem Spiegel zurückzukehren.

Vergleich mit der Kurzgeschichte[Bearbeiten]

Die Buchfassung von Clive Barker konzentriert sich auf Helen und ihre Ängste und Wünsche – die Figur des Candyman erscheint im Buch erst auf den letzten Seiten, zudem wird er im Buch als blasser Weißer mit violetten Lippen und deutlichen Anzeichen von Fäulnis und Tod beschrieben. Erst im Film wurde aus ihm ein gutgebauter, attraktiver Schwarzer mit einer Entstehungslegende. Die weitere Legende, die „Anrufung“ durch fünfmalige Namensnennung vor einem Spiegel, ist ebenfalls in den Film einbezogen worden, wahrscheinlich um (ähnlich wie die im Buch nicht vorkommenden Morde des Candyman) die Spielzeit zu erhöhen. Im Buch erscheint Candyman, weil seine Existenz von Helen in Zweifel gezogen wird und er mit dem Verblassen seiner Legende sterben würde; dies ist auch im Film bei aufmerksamem Betrachten der Hauptgrund für die Handlung. Die Handlung des Buches findet in England statt, nicht in Chicago.

Fortsetzungen[Bearbeiten]

Dem Film folgten zwei Fortsetzungen, von denen nur die erste auf der großen Leinwand zu sehen war. Sie wurde von Bill Condon inszeniert. Teil drei wurde von Turi Meyer gedreht. Tony Todd übernahm in beiden Filmen erneut die Rolle des Candyman.

Trivia[Bearbeiten]

  • Das Budget des Filmes betrug 8 Mio. US-Dollar, er spielte 26 Mio. Dollar ein.
  • Bei der deutschen VHS-Auswertung enthält der Mord an dem Psychiater deutlich brutalere Einstellungen als die späteren deutschen und ausländischen DVDs, da die deutsche VHS auf der Unrated-Fassung basiert und nicht auf der geläufigen R-Rated.
  • Der Film spielt in einer nördlichen Vorstadt von Chicago namens Cabrini-Green, einem zwischen 1932 und 1962 gebauten Wohnprojekt, das mit Armut und exzessiver Gewalt assoziiert wurde und fast ausschließlich von sozial benachteiligten schwarzen Familien bewohnt wurde.

Kritiken[Bearbeiten]

„Äußerst spannend zwischen Traum und Wirklichkeit angelegter, wenig zimperlicher Horror-Schocker, der das Genre zwar nicht erneuert, aber seine Topoi geschickt variiert; gut gespielt und fotografiert.“

Lexikon des Internationalen Films (CD-ROM-Ausgabe), Systhema, München 1997

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]