Canfranc

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Gemeinde Canfranc
Wappen Karte von Spanien
Wappen fehlt
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Canfranc (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: AragonienAragonien Aragonien
Provinz: Huesca
Comarca: Jacetania
Koordinaten 42° 43′ N, 0° 32′ W42.716667-0.5261Koordinaten: 42° 43′ N, 0° 32′ W
Fläche: 71,60 km²
Einwohner: 572 (1. Jan. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 7,99 Einw./km²
Postleitzahl: 22880
Gemeindenummer (INE): 22078 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Amtssprache: Kastilisch
Website: www.canfranc.com

Canfranc ist ein kleiner Ort in den spanischen Pyrenäen an der Grenze zu Frankreich. Es liegt im Tal des Aragón südlich des Somportpasses in der Provinz Huesca der Autonomen Gemeinschaft Aragonien.

Canfranc ist auch der Hauptort des gleichnamigen Municipio und besteht aus zwei Teilen: dem ursprünglichen Canfranc, auch Canfranc Pueblo oder Canfranc Quemado genannt, und dem 4 km talaufwärts gelegenen größeren Canfranc Estación. Canfranc liegt am aragonesischen Zweig des Jakobswegs.

Geschichte[Bearbeiten]

Canfranc entstand im Mittelalter als Grenzstation. Den Namen Campus Francus (etwa: Freies Feld) soll es aufgrund der Aufgabe für seine Bewohner erhalten haben, den Weg für Reisende und Pilger stets frei von Hindernissen zu halten. Beim Brand von 1944 wurden die historischen Zeugnisse des Ortes weitgehend zerstört. Zu diesem Zeitpunkt war mit der Siedlung um den Bahnhof Canfranc Estacíon schon das ‚neue‘ Canfranc entstanden. Dessen Kernstück war der internationale Bahnhof. Zwar zeigte er sich bald als zu optimistisch geplant und wurde nach Einstellung der Bahnlinie in Richtung Pau nur noch sehr wenig genutzt, bescherte dem Ort aber bis heute eine bizarre Berühmtheit.

Mit der Entstehung des Ski- und Wandertourismus in den Pyrenäen erwachte der Ort wieder, die Skigebiete Astún und Candanchu werden von hier aus mit Bussen bedient.

Bis zur Einführung des EU-Binnenmarktes versorgten die hiesigen Geschäfte französische Einkaufstouristen mit preiswerten Spirituosen.

Um die Jahrtausendwende wurde der Somport-Straßentunnel eingeweiht, der parallel zum alten Eisenbahntunnel verläuft. Aktuell arbeitet man an der Restaurierung des Bahnhofs. Die Wiederaufnahme des Zugverkehrs nach Pau durch die SNCF ist für das Jahr 2020 geplant.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Canfranc Pueblo[Bearbeiten]

Am südlichen Ortsausgang befinden sich die Reste der romanischen Pfarrkirche und eine sehr gut erhaltene romanische Brücke mit einem Bogen. Die Reste des im 12. Jahrhundert nahe der Pfarrkirche gegründeten Pilgerhospizes sind nicht mehr zu besichtigen. Weiterhin wurden vor kurzem die Reste einer mittelalterlichen Burg oberhalb des Dorfes ausgegraben.

Canfranc Estacíon[Bearbeiten]

Pfarrkirche Nuestra Señora del Pilar in Canfranc-Estación

Torreta de Fusilería[Bearbeiten]

Als im 19. Jahrhundert Frankreich eine neue Straße zum Somport baute, die zudem noch mit der Festung von Portalet gut zu verteidigen war, entschloss man sich auf spanischer Seite, neue Verteidigungsanlagen gegen eine mögliche französische Intervention zu errichten. Eine ist die südlich des Ortsausgang auf einem kleinen Felsvorsprung gelegene Torreta de Fusilería. Der von einem Graben umgebene Bau wirkt mittelalterlich. Auf vier Etagen bot er Platz für 25 Personen, neben einem Amtsraum, gab es Küche, Krankenstube, Verlies und Brennholzlager. Mitte der 1990er Jahre sollte die Torreta dem Neubau der spanischen Bundesstraße N-330 weichen. Die Bürger des Ortes verhinderten den Abriss. Nach der anschließenden Rekonstruktion diente es einige Zeit als Museum und Informationszentrum für den Bau des Somport-Straßentunnels. Aktuell soll es nicht öffentlich zugänglich sein. (Vgl. Website Canfranc/Lugares de Interés.)

Somport-Straßentunnel[Bearbeiten]

Am Ortsausgang befindet sich der Eingang des Somport-Straßentunnels. Ab Anfang der 1990er Jahre wurde dieser Tunnel parallel zum alten Eisenbahntunnel als Verbindung zwischen Frankreich und Spanien gegraben. Er ist einer der sichersten Straßentunnel Europas. Aufgrund der anschließend schlechten Straßenverhältnisse auf französischer Seite soll er jedoch unterhalb des prognostizierten Verkehrsaufkommens genutzt werden.

Festung Col de Ladrones[Bearbeiten]

Eine weitere Verteidigungsanlage, die im 18. Jahrhundert errichtet und um 1900 erneuert wurde. Sie liegt malerisch oberhalb des Ortes im Col de Ladrones und befindet sich in desaströsem Zustand.

Bahnhof[Bearbeiten]

Teilansicht des Bahnhofs
Regionalzüge im Bahnhof Canfranc Estacion

Wichtigste Sehenswürdigkeit Canfrancs ist dessen Bahnhof, der als Teil der Bahnstrecken Pau–Canfranc und Saragossa–Canfranc geplant wurde. Der Bahnhof war während des Zweiten Weltkrieges Hauptumschlagort für Raubgold, das von Nazideutschland an Spanien und Portugal für kriegswichtige Rohstoffe wie Wolfram bezahlt wurde.[2]

Hauptartikel: Bahnhof Canfranc

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung von Canfranc zwischen 1991 und 2007
1991 1996 2001 2004 2007
486 509 532 564 672

Literatur[Bearbeiten]

  • Míllan Bravo Lozano: Praktischer Pilgerführer. Der Jakobsweg. Editorial Everest, Léon 1994, ISBN 84-241-3835-X

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Canfranc – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero de 2013. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
  2. El Oro de Canfranc - Portugal, Spanien und die Schweiz im Schein des Nazigoldes
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