Canines Herpesvirus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Canines Herpesvirus 1
Systematik
Reich: Viren
Ordnung: Herpesvirales
Familie: Herpesviridae
Unterfamilien: Alphaherpesvirinae
Gattung: Varicellovirus
Art: Canines Herpesvirus 1
Taxonomische Merkmale
Genom: dsDNA linear
Baltimore: Gruppe 1
Symmetrie: ikosaedrisch
Hülle: vorhanden
Wissenschaftlicher Name
Canid Herpesvirus 1 (engl.)
Taxon-Kurzbezeichnung
CHV-1
Links

Das Canine Herpesvirus 1 (CHV-1) oder Hundeherpesvirus ist ein für Hunde spezifisches DNA-Virus. Das 120–200 nm große, behüllte Virus wurde im Zusammenhang mit dem erstmals 1965 beschriebenen Welpensterben entdeckt.

Die Infektion erfolgt über Aufnahme über die Schleimhäute von Mund und Nase, selten auch beim Deckakt. Wie alle Herpesviren neigt es zu einer lebenslangen Persistenz im infizierten Tier, in dem es sich in Nervenknoten zurückzieht. Bei zeitweiliger Schwächung des Immunsystems kann es sich wieder im Tier ausbreiten und erneut ausgeschieden werden. Das Virus ist nur schwach immunogen, ruft also eine geringe Antikörper-Antwort hervor.

Die Infektion löst bei älteren Tieren nur leichte Atemwegsinfekte aus und ist beim sogenannten Zwingerhusten-Komplex beteiligt. Hündinnen mit erster Infektion während der Trächtigkeit können das Virus im Mutterleib auf Welpen übertragen, was zum Absterben der Welpen und damit Totgeburten führen kann. Bei Infektion der Welpen bei der Geburt oder während der ersten zwei bis drei Lebenswochen kommt es zu tödlichen Krankheitsverläufen bei Saugwelpen („Welpensterben“).

Darüber hinaus wird das CHV-1 mit verschiedenen Augenerkrankungen in Zusammenhang gebracht.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eric Ledbetter: Canine Herpesvirus-1: a New Pathogenic Role for an Old Virus.

Weblinks[Bearbeiten]