Canna

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Canna (Begriffsklärung) aufgeführt.
Canna (Canaigh)
Ruine des Coroghan Castle (An Coroghon)  am östlichen Ende von Canna
Ruine des Coroghan Castle (An Coroghon) am östlichen Ende von Canna
Gewässer Atlantischer Ozean
Inselgruppe Innere Hebriden
Geographische Lage 57° 3′ 43″ N, 6° 33′ 10″ W57.061944444444-6.5527777777778211Koordinaten: 57° 3′ 43″ N, 6° 33′ 10″ W
Canna (Canaigh) (Schottland)
Canna (Canaigh)
Länge 4,5 km
Fläche 11,3 km²
Höchste Erhebung Càrn a' Ghaill
211 m
Einwohner 19 (2006)
1,7 Einw./km²
Lage von Canna südlich von Skye
Lage von Canna südlich von Skye

Canna (schottisch-gälisch Canaigh) ist die westlichste der „Kleinen Inseln“, die Bestandteil der schottischen Inneren Hebriden sind. Sie ist 4,5 Kilometer lang. Die Insel gehört dem National Trust for Scotland, der sie als eine Farm betreibt. Sie hat eine überwiegend römisch-katholische Bevölkerung von 19 Personen (Stand Oktober 2006).

Canna ist bekannt für seine zahlreichen Vogelarten, darunter der Schwarzschnabel-Sturmtaucher und der Papageitaucher.

Der höchste Punkt der Insel ist der Càrn a' Ghaill mit 211 Metern; er liegt im östlichen Teil Cannas. Benachbarte Inseln sind Haiskeir of Canna und Sanday.

Fähren zu der Insel kommen vom Festlandshafen Mallaig und fahren weiter nach Rum, Eigg und Muck.

Bis zum 11. November 2006 lief eine Aktion zur Anwerbung neuer Inselbewohner. Canna hatte einst rund 300 Einwohner.

Geschichte[Bearbeiten]

1938 wurde die Insel von Dr. John Lorne Campbell (1906–1996), einem schottischen Historiker und Schriftsteller, erworben. Er vermachte die Insel 1981 dem National Trust for Scotland zusammen mit seinen bedeutenden Archiven in Canna House über schottisch-gälische Lieder und Dichtung, vielen historischen Fotos, Manuskripten und Sprachaufnahmen. Campbell lebte weiterhin in Canna House (eines der zwei großen Häuser der Insel) bis zu seinem Tod. Seine Frau Margaret Fay Shaw, eine amerikanische Musikerin, führte seine Arbeit weiter bis zu ihrem Tod im Alter von 101 Jahren.[1] In Zusammenarbeit mit dem Hebridean Trust sollen diese Archive der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

2012 wurde auf Canna ein sogenannter Cursing Stone (Fluchstein), der Oberstein des Bullaun am Kreuz von Canna entdeckt. Der Stein trägt auf seiner Oberseite ist ein einfaches griechisches Kreuz eingeritzt.[2]

Tierwelt[Bearbeiten]

Die Hausratte bedrohte die Vogelwelt, vor allem aber die endemische Canna-Maus. Durch die zunehmend wärmeren Winter hatten sie sich stark vermehrt. 2005 fingen Beauftragte des National Trust for Scotland und der Royal Zoological Society 150 Vertreter dieser Tierart und verbrachten sie in den Zoo von Edinburgh. Danach wurden über 4.200 Fallen aufgestellt, die im Abstand zwischen 50 und 90 Metern das gesamte Innere der Insel abdeckten; außerdem wurden Rattenfänger aus Neuseeland auf die Insel gebracht. Die letzte Ratte wurde im Frühjahr 2006 gesichtet, am 7. Juni 2008 wurde die Insel durch den schottischen Umweltminister Michael Russell offiziell für rattenfrei erklärt. Der Naturschutz-Berater des National Trusts, Richard Luxmore, will jedoch zwei weitere Jahre abwarten, bis er sich dieser Ansicht anschließt. Das Projekt kostete fast 500.000 Pfund Sterling.

Nachdem das Rattenproblem gelöst wurde, leidet die Insel seit den 2010er Jahren unter den Folgen einer sehr großen Kaninchenpopulation. Die Tiere fressen Nutztieren, wie Rindern und Schafen, die Nahrung weg und verursachen diverse Flurschäden. Durch Fallen, Köder und Jagd soll die Population nun auf eine verträgliche Größe reduziert werden.[3]

Literatur[Bearbeiten]

  • John Lorne Campbell, Hugh Cheape: Canna. The Story of a Hebridean Island. 4th edition. Birlinn, Edinburgh 2002, ISBN 1-84158-200-X
  • The Guardian, 7. Juni 2008, S. 15

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Canna (Scotland) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: canna – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. The Guardian
  2. "Cursing stone" found on Isle of Canna BBC News 19. Mai 2012
  3. Jens Witte: Kaninchenplage auf schottischer Insel: „Sie buddeln überall“. In: Spiegel Online. 23. Oktober 2013, abgerufen am 23. Oktober 2013.