Cantarell

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19.7525-92.516111111111Koordinaten: 19° 45′ 9″ N, 92° 30′ 58″ W

Karte: Mexiko
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Cantarell
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Mexiko

Cantarell war lange Zeit das größte Erdölfeld Mexikos und bis 2007 das zweitproduktivste Ölfeld der Welt. Zugleich ist es eines der größten Offshore-Fördergebiete der Welt mit einem Investitionsvolumen von ca. 5 Mrd. US-Dollar. Das Feld liegt ca. 100 km vor der Golfküste Mexikos in der Bucht von Campeche und enthält ca. 11 Milliarden Barrel Erdöl.

Cantarell ist ein Unternehmen der Petróleos Mexicanos (PEMEX), der staatlichen mexikanischen Ölgesellschaft. Rund 40 % des mexikanischen Staatshaushalts werden mit den Erlösen aus dem Ölfeld derzeit (2007) erwirtschaftet.

Das Ölvorkommen wurde 1976 unter dem Meeresboden entdeckt. 1981 wurden aus Cantarell 1,16 Millionen Barrel Öl täglich gefördert. Bis 1995 fiel die Produktion schon auf 1 Mio. Barrel/Tag. Seit 1997 werden große Mengen Stickstoff eingepumpt, um den Druck des Feldes anzuheben und den Ölfluss sicherzustellen. Dadurch stieg die Produktion 1997 auf 1,6 Millionen Barrel/Tag und 2003 wurden sogar 2,1 Millionen Barrel/Tag (Mb/Tag) gefördert, wodurch es zum zweitproduktivsten Feld nach Ghawar in Saudi-Arabien wurde. Im Jahr 2004 hat es jedoch sein Fördermaximum überschritten. Seitdem befindet sich die Förderung im Rückgang - ein Umstand, der gerne zur Veranschaulichung der Peak-Oil-Theorie herangezogen wird, der zufolge mit dem allmählichen Versiegen der großen Erdölfelder die Welt den Scheitelpunkt des Erdölzeitalters erreicht hat.

2005 betrug die Förderleistung von Cantarell noch 2,032 Mb/Tag, 2006 sank die Förderleistung dann unerwartet stark um 13,1 %. Im Juli 2008, sank die Förderleistung dramatisch um 36 % auf nur noch 973.668 Barrel/Tag (0,973Mb/Tag) verglichen mit 1,526 Mb/Tag im Vorjahreszeitraum 2007. Experten zufolge hängt der massive und ungewöhnlich schnelle Abfall der Förderleistung mit dem Einpumpen von Stickstoff und anderen Methoden zusammen, welche seit 1997 angewendet worden sind.

Ursprünglich wurde erwartet, dass sich die Förderleistung bei 500.000 Barrel/Tag stabilisiert, allerdings sank die Fördermenge bis November 2010 auf etwa 464.000 Barrel/Tag. Im August 2011 wurden nur noch 449.000 Barrel/Tag produziert, daher scheint eine längerfristige "Stabilisierung" auf höherem Niveau eher unwahrscheinlich. Im November 2011 sank die Produktion auf 400,587 Barrel/Tag. Im April 2012 sank die Produktion auf 400,000 Barrel/Tag und stabilisierte sich für den Rest des Jahres 2012 auf diesem Niveau. [1] Ende Juni 2013 fiel die Produktion auf 380,000 Barrel/Tag. Dadurch wurde 2009 das Ku-Maloob-Zaap-Ölfeld das produktivste Ölfeld Mexikos. [2]

Inzwischen ist die Fachwelt überwiegend davon überzeugt, dass Cantarell in wenigen Jahren leergefördert sein wird. Am 29. März 2007 berichtete der Erdölinvestmentbankier Matthew Simmons in einer Sendung des US-Fernsehkanals CNBC von einer Begegnung in Mexiko mit Verantwortlichen der staatlichen PEMEX. Simmons wurde dabei angedeutet, dass Cantarell (“[…]that produces 6 out of every 10 barrels of oil from our friendliest supplier”) inzwischen zu 20% erschöpft sei – “it’s down 20%”.[3]

Am 27. Juli 2007 schließlich bestätigt die Nachrichtenagentur Prensa Latina in einer Meldung die düsteren Aussichten für Cantarell mit der Meldung: “Mexican Company Predicts End of Oil”. Innerhalb von sieben Jahren rechnet die staatliche PEMEX nun mit dem endgültigen Trockfallen des einstigen Giganten und wichtigsten mexikanischen Ölfeldes Cantarell.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. PEMEX ups year end output but is likely to miss 2012 target
  2. Mexico's Pemex August 1-14 Crude Output
  3. Coverage of the GAO peak oil report|Energy Bulletin

Weblinks[Bearbeiten]