Capellianus

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Capel(l)ianus[1] war ein römischer Senator und Statthalter von Numidien, der im Sechskaiserjahr 238 den Aufstand der Gegenkaiser Gordianus I. und Gordianus II. gegen Maximinus Thrax niederschlug.

Über den familiären Hintergrund des Capellianus ist außer vagen Vermutungen nichts Sicheres bekannt, vielleicht stammte er aus einer senatorischen Familie aus dem numidischen Cirta. Er durchlief den cursus honorum bis zur Prätur und wurde von Maximinus Thrax zum legatus Augusti pro praetore Numidiae ernannt, wo er gleichzeitig auch der legio III Augusta vorstand.

Zu Beginn des Jahres 238 erhoben aufständische Großgrundbesitzer den greisen Prokonsul der Provinz Africa proconsularis, Gordianus, zum Kaiser, der wiederum seinen gleichnamigen Sohn zum Mitregenten erhob. Ohne Befehle abzuwarten setzte sich Capellianus mit seiner Legion in Bewegung, um den Aufstand in der Nachbarprovinz niederzuschlagen. Nahe bei Karthago schlug er den an Soldaten hoffnungslos unterlegenden Gordianus II., der in der Schlacht fiel, woraufhin dessen Vater Selbstmord beging. Der römische Senat hatte die Usurpation allerdings legitimiert, Maximinus zum Staatsfeind erklärt und als Nachfolger der beiden Gordiane die Senatoren Balbinus und Pupienus ernannt. Maximinus Thrax zog gegen Rom und wurde schließlich im April 238 bei der Belagerung von Aquileia getötet.

Als Motiv des Capellianus gegen Gordianus vorzugehen, wird in den Quellen Hass angegeben; Capellianus und Gordianus waren in der Vergangenheit offenbar heftig aneinander geraten und daher persönlich verfeindet. Teilweise wird Capellianus auch unterstellt, er habe sich selbst zum Kaiser erheben wollen. Sein Verhalten war aber wohl eher von Treue gegenüber dem legitimen Herrscher Maximinus bestimmt, dem er auch eidlich verpflichtet war. Sein Beispiel zeigt auch, dass es gegen den angeblich „barbarischen“ Maximinus keine einheitliche Front der Senatoren gab. Das weitere Schicksal des Capellianus ist unbekannt, die ihn unterstützende legio III Augusta wurde von Gordianus III., einem Schwestersohn des Gordianus II. und Nachfolger der mittlerweile ermordeten Balbinus und Pupienus, 239 aufgelöst – eine Entscheidung, die für die Verwundbarkeit Nordafrikas gegenüber Nomadenangriffen in den folgenden Jahren mitverantwortlich gewesen sein dürfte, da es dort nun an regulären römischen Truppen fehlte.

Literatur[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • Herodian: Geschichte des Kaisertums nach Marc Aurel. Buch 7, 9.
  • Historia Augusta (Römische Herrschergestalten, Band 2), Maximinus 19–20 und Leben der Gordiane 15–16.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Der Name Capellianus ist vom Cognomen Capella abgeleitet, der von einigen in Afrika tätigen Senatoren getragen wurde. In literarischen (Herodian, Historia Augusta) und epigraphischen (CIL 8, 02170) Schriftzeugnissen ist dagegen Capelianus überliefert.