Capri-Fischer

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Das Lied Die Capri-Fischer (Text: „Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt…“) war in den 1940er und 1950er Jahren ein berühmter deutscher Schlager, gesungen unter anderem von Rudi Schuricke, dessen Aufnahme des Titels Anfang der 1950er Jahre ein Welterfolg war.

Geschichte[Bearbeiten]

Geschrieben wurde das Lied im Jahre 1943. Die Wiedergabe des Liedes im Rundfunk wurde verboten, da die US Army 1943 bereits auf Capri gelandet war. Der Text stammt von Ralph Maria Siegel, dem Vater des Komponisten Ralph Siegel, die Musik schrieb Gerhard Winkler. Die erste Interpretin des Liedes und auch auf der Schellackplatte war die Sängerin Magda Hain. Sie war eine Entdeckung Gerhard Winklers und war bekannt für ihren glockenreinen Koloratursopran. Später hatte sie mit den Winkler-Liedern Komm, Casanova, küß' mich, Möwe Du fliegst in die Heimat, Großmütterlein und Melodie meiner Träume große Erfolge.

Im Mai 1947 erschien in der damaligen SBZ das Lied auf einer Schellackplatte der Plattenfirma Amiga mit Kurt Reimann als Sänger. In den Westzonen und der jungen Bundesrepublik Deutschland wurde es 1949 durch Rudi Schuricke bekannt. In der Schweiz war auch die von der Sängerin Gretl Rat aufgenommene Interpretation populär.

Rezeption[Bearbeiten]

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Das Lied stand exemplarisch für die Sehnsucht der Deutschen nach Italien, die bereits in der Zeit des Zweiten Weltkriegs in zahlreichen romantischen Schlagern ihren Ausdruck fand und in der Wirtschaftswunder-Ära, die vielen Westdeutschen erstmals Urlaubsreisen ans Mittelmeer ermöglichte, eine zweite Blüte erlebte. Viele spätere deutsche Schlager griffen das von den „Capri-Fischern“ prototypisch vorgegebene Schema auf; das Lied wurde dadurch zum Urahnen eines eigenen Genres, das viele Schlager-Interpreten bis heute pflegen.

Die „Capri-Fischer“ selbst sind ein „Evergreen“ geworden und zählen bis heute zum Repertoire vieler Künstler wie Peter Kraus, Die Flippers, G. G. Anderson, Max Raabe, Vico Torriani und Ewald Wandas. Max Raabe erzählt, dass sein Palastorchester den Titel aufgrund eines besonderen Wunsches des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl in sein Repertoire aufgenommen hat. Die „Capri-Fischer“ sollen auch zur Lieblings-Musik des ehemaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder gehören.

Auf der Nordseeinsel Sylt erklang das Lied vor allem in den 1950er und 1960er Jahren regelmäßig zum gemeinsamen Besingen des Sonnenuntergangs durch eine Vielzahl von Gästen auf der Westerländer Promenade.

Auf Capri selbst kennt man diesen Titel aber kaum. Mittlerweile wird der Titel „Capri-Fischer“ durch die Touristen auf der Insel bekannt gemacht.

Eine Version mit englischem Text (Urheber Don Pelosi - Leon Powers) kam 1948 in den U.S.A. von Gracie Fields unter dem Titel Fisherman of Capri (Bella Bella Marie) heraus.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ingo Grabowsky, Martin Lücke: Die 100 Schlager des Jahrhunderts. Europäische Verlagsanstalt, Hamburg 2008, ISBN 3-434-50619-5.

Weblinks[Bearbeiten]